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26. März 2010, 07:03 Uhr

Griechen jubeln über Hilfsplan

Trotz harter Bedingungen - der Rettungsplan der Euro-Länder für Griechenland steht. Ministerpräsident Papandreou jubelt: "Die Bemühungen des griechischen Volkes werden belohnt."

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Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou kann sich freuen: Auch im Notfall wird sein Land nicht insolvent© Yves Herman/Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre strengen Bedingungen für Notfall-Hilfen an Griechenland durchgesetzt. Die Länder der Euro-Zone einigten sich am Donnerstagabend beim EU-Gipfel in Brüssel auf einen Rettungsplan, den Merkel zuvor mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy abgestimmt hatte. Dieser sieht notfalls für ein Euro-Land Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und bilaterale Kredite der Partner im Währungsraum vor.

Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou begrüßte die Einigung und sagte voller Stolz: "Die Bemühungen des griechischen Volkes werden belohnt." Sein Finanzminister Giorgos Papconstantinou sagte, damit sei das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit des hoch verschuldeten Landes gebannt. Er hoffe, dass Griechenland diese Hilfen nie in Anspruch nehmen müsse.

"Wir haben viel bewegt, insbesondere auch für die Stabilität des Euro-Raumes", sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Das komme auch der Weltwährungsstabilität zugute. Die Einigung bedeute: "Wenn notwendig, würden die Mitglieder der Euro-Zone Unterstützung gewähren." Die stehe dann aber unter dem Vorbehalt bestimmter Bedingungen und werde nur als letztes Mittel - ultima ratio - gewährt. Um den Mechanismus auszulösen, werde zuvor die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) angehört. Zudem müssten die Euro-Länder die Kreditvergabe einstimmig entscheiden. Der Hilfsplan biete Griechenland aber ein solides Sicherheitsnetz. Es gehe hier auch um ein "politisches Signal", dass die Märkte beruhigen sollte. Der Euro fiel am Abend dennoch unter 1,33 Dollar auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten. Später erholte er sich aber wieder etwas.

Euro-Staaten müssten zwei Drittel der Kredite stellen

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nannte die Einigung ausgezeichnet. Sie werde den Herausforderungen gerecht. Mit dem IWF arbeite man ohnehin schon in anderen Fällen "Hand in Hand" zusammen. Eine Größenordnung für das Hilfspaket wurde nicht genannt, in Kreisen der EU-Kommission war aber von 20 bis 22 Milliarden Euro die Rede. Sarkozy erklärte, eine Grenzlinie für Griechenland-Hilfen hätten die Euro-Staaten nicht gezogen. Ihm zufolge würden die Europäer zwei Drittel des nötigen Finanzbedarfs mit bilateralen Krediten abdecken, falls Griechenland Hilfe brauche. Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet begrüßte die Bereitschaft der Euro-Zone, Griechenland zu helfen. Die Finanzmärkte dürften erkennen, dass die griechische Kreditwürdigkeit damit gestärkt werde, sagte er. Den Hilfsplan bewertete der EZB-Präsident als praktikabel. Er stelle sicher, dass die Regierungen der Euro-Zone ihrer Verantwortung gerecht würden. Er gehe aber davon aus, dass die Hilfen nicht zum Einsatz kommen müssen. Zuvor hatte Trichet eine Beteiligung des IWF noch abgelehnt, weil es ein schlechtes Signal wäre, wenn eine andere Institution die Verantwortung anstelle der Euro-Länder für den Währungsraum übernehmen müsse.

Merkels Vorgaben weitgehend erfüllt

Der Plan erfüllt die wesentlichen Bedingungen, die Merkel im Vorfeld formuliert hatte. Der deutschen Seite ist dabei wichtig, dass es sich in erster Linie um einen Hilfemechanismus handelt, der Gefahren vom Euro insgesamt abwenden soll. Da Griechenland nicht um Finanzhilfe gebeten habe, müsse der Mechanismus auch nicht aktiviert werden, heißt es in einer Erklärung der Euro-Länder. Die griechische Regierung könne mit entschlossenem Sparen selbst das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen. Papandreou betonte, sein Land wolle seine Probleme selbst lösen.

Die Zinsen für Kredite der Euro-Länder im Rahmen von Notfallhilfen sollen nicht subventioniert werden. Damit dürfte der Hilfsteil, den der IWF beisteuern würde, für das Nehmerland günstiger sein, denn der liegt unter dem Marktpreis. Zudem vereinbarten die Euro-Länder, dass eine Arbeitsgruppe unter Führung van Rompuys daran arbeiten soll, wie mit schärferen Sanktionen und besseren Vorbeugemaßnahmen Krisenfälle wie der Griechenlands künftig verhindert werden können.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 35)
 
Onzapintada (27.03.2010, 22:32 Uhr)
Hallo ganzbaf
Schaetze deine Kommentare sonst immer sehr.

In diesem Fall stimme ich dir nur zum Teil zu. Natuerlich muss der Neoliberalismus der EU weg. Aber ich moechte ich anmerken, dass die EU auch einen gewissen Schutz fuer uns (die deutsche Bevoelkerung) vor den deutschen Eliten bedeutet, oder dem, was sich so bezeichnet.

Denke mal an die Lohnsenkungen in Deutschland in den letzten zehn Jahren, waehrend eines Aufschwungs, der bei den Menschen ankam! (Sehr witzig, ich weiss). Zur gleichen Zeit gab es in anderen Laendern, Grossbritannien, Schweden, oder den USA, Lohnsteigerungen von circa 25 Prozent.

Die Fuehrungsschichten der westlichen Nachbarlaender sind nicht willens oder in der Lage, den Kapitalismus so zu uebertreiben wie die deutschen. Und wenn in Deutschland nach Jahren neoliberaler Politik mal gar nichts mehr geht - und das ist absehbar - haben wir die Arbeitserlaubnis in 26 anderen EU-Laendern. Das ist ein nicht zu unterschaetzender Vorteil. Versuche mal, eine Arbeits- oder auch nur Aufenthaltserlaubnis in einem Staat ausserhalb Europas zu bekommen. Da musst du erstmal richtig hinblaettern.
Lazarus09 (26.03.2010, 20:27 Uhr)
@Benkku Was laesst sie glauben
das es "fremde" Federn sind ?
Herr Benkku ....
Lazarus09 (26.03.2010, 19:47 Uhr)
@Benkku Fremde Federn ...
was macht sie so sicher das es" fremde " Federn sind ?
Benkku (26.03.2010, 17:51 Uhr)
@Lazarus09 (26.03.2010, 13:05 Uhr)
Ihr gesamter Beitrag ist eine Kopie aus: http://www.egon-w-kreutzer.de/

Zufällig hatte JanvanHelsing (26.03.2010, 11:19 Uhr) schon vor Ihnen denselben Text verwendet, jedoch korrekt die Quelle angegeben, so daß es auffällt, daß Sie versuchen, sich mit fremden Federn zu schmücken.
reimberto (26.03.2010, 14:38 Uhr)
Also doch Heiligenschein........
Also doch Heiligenschein statt Hakenkreuz
fuer Deutschland bzw. Frau Merkel.
Hoffentlich sieht die EU in Zukunft etwas genauer hinr,mit wem sie ins Bett geht,um nicht mit Floehen aufzuwachen!
mike24121953 (26.03.2010, 13:48 Uhr)
als Grieche würde ich auch jubeln
Ich habe nichts anderes erwartet. Der Beweis ist erbracht!
Ich kann (muss?)lügen und betrügen, Milliarden verzocken (wie die Banker) oder mich mit gefälschten Zahlen in die EU einkaufen und schon werde ich belohnt und es wird mir geholfen, der Schaden muss nur groß genug sein!
Vorbildlich !!! Das Gefühl für Recht und Ordnung erhält hier und heute eine neue Dimension?
Dieses sind nicht meine Werte, dies ist auch nicht mehr meine Welt!
Its time for a new revolution?
Lazarus09 (26.03.2010, 13:05 Uhr)
Vielen Dank Frau Merkel .... schon mal im Vorraus denn,
mit dem IWF im Euroland können sich die Anführerstaaten der Währungsunion die Hände gegenseitig in Unschuld waschen. Das mit der im Jahr 2000 getroffenen Strategieentscheidung von Lissabon für 2010 gesetzte Ziel, die EU zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt, also zum größten globalen Niedriglohnsektor zu machen, soll nun, nachdem Deutschland mit Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen alleine vorgeprescht ist, unter dem Vorwand des drohenden Staatsbankrotts Griechenlands, Portugals, Irlands und Spaniens, mit Hilfe des rigorosen und für die Binnenmärkte ruinösen Reglements des US-dominierten IWF auch in allen übrigen EU-Staaten durchgedrückt werden.
Die Amis freuen sich schon heute.
Können sie damit doch endlich wieder das Preisniveau ihrer Importe aus (der Währungs-Kolonie) Europa selbst beeinflussen und das mit der Finanzkrise ins Wanken geratene Spiel "Waren gegen Altpapier" unverdrossen weiterspielen
ganzbaf (26.03.2010, 13:04 Uhr)
Besser gar nicht natürlich.

Nieder mit der EU-DSSR für die Reichen.
Johann58 (26.03.2010, 13:02 Uhr)
Mit der Ueberschrift habe ich meine Problem
die Bemuehungen des griechischen Volkes werden belohnt! Wenn ich das richtig verstehe, dann haben die anderen EU Staaten Griechenland davor gerettet, dass der Staat nicht insolvent werden kann, erst mal unabhaengig wer was bezahlt. Griechenand hat fuer mich da erst mal den 'Verdienst', daran Schuld zu sein, das es ueberhaupt so weit gekommen ist und man nicht lange bevor es so weit war mal die Notbremse gezogen hat. So gesehen ist der Verdienst der Griechen erst mal eher gering und man sollte sich bei denen bedanken, die ermoeglicht haben, dass Griechenland nicht in die Insolvenz gehen muss.

Liebe Griechen, ich mag Euch, euer Land, euer Essen, eure Menschen, eure Kultur und Musik, euren Lebensstil und euren Wein, ich komme gerne zu euch und bringe euch mein Geld im Urlaub aber jetzt seit ihr wirklich in der Pflicht eure Finanzen in Ordnung zu bringen.
iosono (26.03.2010, 12:46 Uhr)
USoE
wenn wir jetzt die vereinigten staaten von europa hätten,dann wäre griechenland so was wie kalifornien-oder?
ok,nicht so hoch verschuldet aber.......
sollte man nicht endlich europa richtig zusammenführen?dieses halb/halb bringt doch nichts.entweder richtig oder gar nicht.
oder wie?
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