Zypern will nur Reiche zur Kasse bitten

23. März 2013, 20:45 Uhr

Unter dem internationalen Druck ist es offenbar doch zu einem Kompromiss zwischen der zyprische Regierung und der Geldgeber-Troika gekommen. So sollen nur Einlagen über 100.000 Euro belastet werden.

Zypern, Bankenabgabe, Troika, EU

Die zyprische Regierung hat sich offenbar auf einen Kompromiss mit der internationalen Geldgeber-Troika geeinigt. Ob das die Demonstranten in Nicosia beruhigen wird?©

Zypern hat nach Angaben eines hochrangigen zyprischen Regierungsangehörigen mit der Troika eine Einigung bei den Sonderabgaben auf Bankeneinlagen erzielt. Man habe sich verständigt, eine einmalige Abgabe in Höhe von 20 Prozent auf Einlagen bei der Bank of Cyprus von mehr als 100.000 Euro zu erheben, sagte der Regierungsangehörige am Samstag über die in Gesprächen mit EZB, IWF und EU-Kommission gefundene Vereinbarung. Vier Prozent würden auf die Einlagen über 100.000 Euro bei den anderen zyprischen Finanzinstituten verlangt. Der Pensionsfonds wird demnach nicht angetastet, um die Voraussetzungen für die zehn Milliarden Euro umfassenden EU-Hilfen zu schaffen.

Die EZB hat Zypern eine Frist bis Montagabend gesetzt. Bis dahin muss der eigene Beitrag stehen. 5,8 Milliarden Euro sollen aus dem Finanzsektor kommen, erst dann können die zehn Milliarden Euro von EU und IWF freigegeben werden. Es wird erwartet, dass das zyprische Parlament am Sonntag nach dem Treffen der Euro-Gruppe über die Zwangsabgabe entscheidet.

Am Sonntagabend beraten die Finanzminister der Eurogruppe ab 18.00 Uhr in Brüssel über die Rettung Zyperns vor einem Staatsbankrott. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem bestätigte den Termin am Samstag via Twitter. Wegen der Lage des hoch verschuldeten Landes hatte die Eurogruppe in dieser Woche zwei Telefonkonferenzen abgehalten. Am Freitag brachte das Parlament Zyperns erste Teile eines neuen Maßnahmenpaketes auf den Weg.

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