Mit einem Militärschlag hat die kolumbianische Armee einen hochrangigen Führer der Farc-Rebellen getötet - was für eine Krise in der Region sorgt. Wer ist die Farc, welche Ziele verfolgen sie? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu Kolumbiens größer Guerilla.

Zerstörtes Farc-Camp in Angostura, Ecuador: Unterstützt Quito die Rebellen des Nachbarlandes?© Pablo Cozzaglio/AFP
Kolumbien wirft Ecuador anhand von sichergestellten Computerdaten den Aufbau einer engen Beziehung zu den marxistischen Rebellen der Farc vor. Die Beweise seien auf dem Rechner des nun getöteten Rebellenführers Raul Reyes sichergestellt worden, hieß es in Bogota. Die kolumbianischen Streitkräfte hatten einen Rebellenstützpunkt auf ecuadorianischem Staatsgebiet angegriffen und dabei 16 Rebellen getötet.
Die Grenzverletzung zieht schwerwiegende diplomatische Folgen nach sich. Die Regierung in Quito wies den kolumbianischen Botschafter aus und verlegte Truppen an die gemeinsame Grenze. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez protestierte ebenfalls gegen die Militäraktion und ordnete die Schließung der Botschaft seines Landes in Bogota an. Er beorderte nach eigenen Angaben zehn Panzerbataillone und die Luftwaffe in die Grenzregion. Bislang gab es jedoch noch keine Berichte über Truppenbewegungen.
Die Anschuldigungen gegen Ecuador stützen sich auf zwei angeblich von Reyes geschriebene und an die Führung der Farc adressierte Worddokumente, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen. In einem Dokument aus dem Monat Januar wird behauptet, der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sei bereit, die Rebellen nicht weiter als Rebellengruppierung zu verfolgen. Dafür wolle er an Verhandlungen zur Befreiung von Geiseln der Farc beteiligt werden. Correa sei der Ansicht, dass der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe "eine Gefahr für die Region ist", hieß es dort.
Wer ist die Farc, welche Ziele verfolgen sie? Wieviele Geiseln sind noch in der Hand der Rebellen, die seit Anfang der 50er Jahre Widerstand gegen den kolumbianischen Staat leisten? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu Kolumbiens größer Guerilla.
AP/nik