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2. Mai 2009, 10:58 Uhr

Schäuble stoppt geheime Befreiungsaktion

200 Mann einer GSG-9-Spezialeinheit standen bereit, um die vor Somalia gekaperte deutsche "Hansa Stavanger" zu entern. Doch dann blies Innenminister Wolfgang Schäuble die Aktion laut Medienberichten in letzter Minute ab. Das Risiko sei zu hoch gewesen, heißt es. Zudem habe die US-Regierung ihre Hilfe verweigert.

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An Bord der "Hansa Stavanger" befinden sich 24 Besatzungsmitglieder, darunter auch fünf Deutsche© Dietmar Hasenpusch/DDP

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat laut Medienberichten eine Befreiung des vor Somalia gekaperten deutschen Schiffes "Hansa Stavanger" durch die Eliteeinheit GSG 9 gestoppt. Schäuble habe zu hohe Risiken gesehen für die Aktion, durch die 24 Besatzungsmitglieder aus der Hand von Piraten befreit werden sollten, berichten die Magazine "Spiegel" und Focus" am Samstag. Als Begründung hieß es im Krisenstab des Verteidigungsministeriums, die Risiken für das Leben von Geiseln - darunter fünf Deutsche - und für die Polizeibeamten seien zu hoch gewesen. Das Ministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach Angaben des "Spiegel" waren bereits mehr als 200 Mann einer GSG-9-Spezialeinheit vom amerikanischen Hubschrauberträger "USS Boxer" in die Nähe der "Hansa Stavanger" transportiert worden, wurden aber am vergangenen Mittwoch zurückbeordert. In Berlin sei die Entscheidung zum Stopp der Aktion nach einer Sitzung des Krisenstabs gefallen, weil der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, die notwendige Zustimmung für den Einsatz verweigert hatte. Für die Rettungsaktion hatte der Krisenstab die US-Regierung um Hilfe gebeten, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Das maritime Kommando der GSG 9 solle nun Anfang kommender Woche nach Deutschland zurückkehren, berichtete der "Focus". Das Eliteteam, das von Kampfschwimmern der Marine unterstützt worden sei, habe vergeblich auf einen günstigen Moment für einen Überraschungsangriff gewartet. Das Risiko sei auch deswegen zu hoch gewesen, weil die Piraten ihre Wachen an Bord verdoppelt hätten.

Vor drei Wochen hatte die GSG 9 laut Medienberichten eine erste Befreiungsaktion versucht. Sie verlief aber erfolglos, weil die Seeräuber das Containerschiff zu schnell in ihren Schlupfwinkel in der Bucht von Harardere an der somalischen Küste gebracht hatten.

Die "Hansa Stavanger" war am 4. April etwa 400 Seemeilen vor der somalischen Küste von Seeräubern gekapert worden. Sie fährt für die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg. Das Schiff wurde 1997 gebaut, ist 170 Meter lang und kann 1550 Standardcontainer laden.

DPA
 
 
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