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2. Dezember 2005, 20:21 Uhr

Zelte der Opfer nicht winterfest

Viele Zelte der Erdbebenopfer in Pakistan sind nicht für den harten Winter im Himalaja geeignet. Nach dem Wintereinbruch sind bereits die ersten Toten zu beklagen.

Noch immer hausen die Erdbebenopfer in der Himalaya-Region in notdürftig errichteten Zelten

Ärzte vor Ort weisen darauf hin, dass besonders Kinder und ältere Menschen unter der Kälte leiden. Sie erkranken an grippalen Infekten, Diarrhoe, Wundstarrkrampf und Lungenentzündungen. Wenn die Versorgung nicht spürbar verbessert wird, ist zu befürchten, dass mehr Menschen durch Kälte, Krankheiten und Hunger sterben als durch das Erdbeben selbst. 90 Prozent der inzwischen ausgeteilten 420 000 Zelte seien nicht winterfest, erklärte Koordinator Darren Boisvert von der Flüchtlingsorganisation IOM in Islamabad. "Mit Beginn des Schneefalls in den Erdbebenregionen, wird die Frage nach Schutz noch dringlicher."

UN-Koordinator Jan Vandemoortele betonte jedoch, nicht alle der nicht winterfesten Zelte seien wirklich ungeeignet. Richtig sei aber, dass mehr Zelte gebraucht würden. Derzeit würden Plastikplanen zur Verstärkung der Zelte ausgeteilt, auch Öfen, Decken und warme Kleidung würden in Zusammenarbeit mit der pakistanischen Armee und internationalen Organisationen ausgegeben. "Der größte Feind ist nicht das Wetter, sondern Gleichgültigkeit und Pessimismus", sagte Vandemoortele. Die UN sei allen Nationen dankbar, die sich an der Hilfe beteiligten. Doch noch sei viel zu tun. "Wir befinden uns immer noch auf des Messers Schneide."

Schnee und Temperaturen unter Null erschweren die Arbeit der Rettungskräfte im pakistanischen Teil Kaschmirs, der vom Erdbeben am 8. Oktober besonders zu leiden hatte. Mindestens drei Menschen seien inzwischen erfroren, teilten die Behörden mit. Vor allem viele Kinder seien an Lungenentzündung erkrankt. Das Erdbeben hatte mindestens 73 000 Menschen getötet, weitere 100 000 verletzt und mehr als 3,5 Million Menschen obdachlos gemacht.

DPA
 
 
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