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20. Februar 2006, 13:56 Uhr

Rhythmische Geräusche in Trümmern

Drei Tage nach dem gewaltigen Erdrutsch gibt es widersprüchliche Berichte über die Rettung Verschütteter. Zunächst hieß es, 50 Überlebende seien gerettet, diese Meldung wurde wenig später dementiert.

Rettungskräfte bemühen sich mit einem Bulldozer, Überlebende aus dem Schlamm zu retten© Dennis M. Sabangan/DPA

Drei Tage nach dem schweren Erdrutsch auf den Philippinen haben Meldungen über die angebliche Rettung Verschütteter aus einer Schule kurzzeitig falsche Hoffnungen aufkommen lassen. Die Darstellung eines Vertreters des Innenministeriums, US-Soldaten hätten 50 Überlebende in der Dorfschule gefunden, wurden von der US-Armee umgehend dementiert. Stattdessen bargen philippinische Helfer fünf Leichen aus dem Gebäude. Seit dem Niedergang der Schlammlawine am Freitag werden noch immer mehr als 1300 Bewohner des Dorfes Guinsaugon in der Provinz Süd-Leyte vermisst. Bis zum Montag wurden mehr als 80 Leichen geborgen.

"Wir müssen erst noch Überlebende retten", sagte der Sprecher der US-Marineinfanterie, Hauptmann Burrell Parmer, dem TV-Sender ABS-CBN. Unmittelbar zuvor hatte ein Vertreter des philippinischen Innenministeriums im gleichen Sender gesagt, US-Soldaten hätten etwa 50 Überlebende aus der verschütteten Schule retten können. Rund 500 US-Soldaten wurden nach Guinsaugon abkommandiert, um bei der Suche nach den Verschütteten zu helfen.

Es werde erwogen bis zu 3000 Soldaten zur Verfügung zu stellen, sagte ein Armeesprecher in Washington. Die US-Soldaten sind zurzeit beim jährlichen Militärmanöver in den südlichen Philippinen im Einsatz. Die Chance Verschüttete noch lebend bergen zu können, bezeichnete der Chef des Rettungsteams der philippinischen Armee, Raul Farnacio, mit "ein bis 50 Prozent".

Die Helfer konzentrierten sich bei ihren Bemühungen auf die Schule des Dorfes. Farnacio sagte, in der Nähe der Schule seien rhythmische Geräusche zu hören. Unbestätigten Berichten zufolge sollen Verschüttete auch Text-Meldungen abgesetzt haben. In der Schule hielten sich zum Zeitpunkt der Katastrophe mehr als 250 Kinder und Lehrer auf. Soldaten, Feuerwehrmänner und Freiwillige kämpften teils mit bloßen Händen gegen die Tonnen von Schlamm und Geröll an. Behindert wurden sie durch anhaltenden Regen und völlig aufgeweichten Boden. Bei Anbruch der Nacht wurden die Arbeiten eingestellt, Geologen warnten vor weiteren Erdrutschen.

Der südostasiatische Inselstaat ist dieses Jahr immer wieder von schweren Stürmen und Regenfällen heimgesucht worden, die die Erde aufgeweicht haben. Jährlich fegen rund 20 Taifune über die Philippinen hinweg, die enorme Niederschlagsmengen mit sich bringen. Beim schlimmsten Unglück in der jüngeren Geschichte des Staates starben 1991 auf Leyte mehr als 5000 Menschen nach Überschwemmungen.

Reuters
 
 
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