Wer Golf spielt, schießt nicht

11. März 2013, 13:19 Uhr

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea sind frostig wie lange nicht, die Alarmbereitschaft erhöht. Und was macht das südkoreanische Militär? Es spielt Golf! Das wird ein Nachspiel haben.

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Die Lage ist ernst, doch südkoreanische Generäle spielen lieber Golf, statt sich mit dem nordkoreanischen Nachbarn zu beschäftigen©

Obwohl die Lage auf der koreanischen Halbinsel derzeit äußerst angespannt ist, haben sich ranghohe südkoreanische Militärs am Wochenende offenbar ausgiebig auf einem Golfplatz verlustiert. Aufgrund entsprechender Presseinformationen seien Ermittlungen eingeleitet worden, teilte Präsidialamtssprecher Yoon Chang Jung am Montag mit. Mehrere Zeitungen berichteten, auf dem militärischen Golfplatz von Seoul habe es am Samstag und Sonntag von hohen Offizieren nur so gewimmelt. Auch Generäle seien beteiligt gewesen.

Das Verteidigungsministerium in Seoul bestätigte die Anwesenheit mehrerer Generäle auf dem Golfplatz. Unter diesen Golfspielern sei jedoch kein Kommandeur mit entscheidender Befehlsgewalt gewesen. Golfen ist in Südkorea sehr beliebt - als Sport - aber auch zum Knüpfen von Netzwerken. Dieses Networking scheint so wichtig zu sein, dass dafür mitunter bedeutende Risiken in Kauf genommen werden: Im Jahr 2007 musste der Chef der südkoreanischen Luftwaffe zurücktreten, weil er während der Staatstrauer für einen in Afghanistan getöteten Soldaten Golf spielte. Zwei Jahre später feuerte das Verteidigungsministerium den obersten Sanitätsoffizier und stellte 50 Armeeärzte vor das Kriegsgericht. Sie hatten während des Dienstes Golf gespielt.

Nordkorea bleibt auf Konfrontationskurs

Unterdessen hat Nordkorea seine Beziehungen zu Südkorea wie angekündigt auf Eis gelegt. Das kommunistische Land fühlt sich ab sofort nicht mehr an das seit 60 Jahren gültige Waffenstillstandsabkommen gebunden, wie die Staatsmedien am Montag berichteten. Nach dem Beginn neuer südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver unterbrach das kommunistische Land außerdem wie angedroht eine wichtige telefonische Grenzleitung zu Südkorea.

mlr/AFP/DPA
 
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