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29. März 2008, 10:45 Uhr

Olympia-Boykott nicht ausgeschlossen

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner schließt einen Boykott der Olympischen Spiele nicht aus. Die Spiele müssten in einem Umfeld stattfinden, das den olympischen Geist widerspiegele. Dazu gehörten die Einhaltung der Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner schließt einen Boykott der Spiele nicht aus© Dominique Faget/AFP

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat für eine genaue Betrachtung des chinesischen Verhaltens vor einer Entscheidung über einen Olympia-Boykott plädiert. "Wir sollten uns genau anschauen, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält - und dann über Boykottmaßnahmen entscheiden", sagte Ferrero-Waldner der "Bild am Sonntag. "Die Olympischen Spiele können nach meiner festen Überzeugung nur in einem Umfeld stattfinden, das den olympischen Geist widerspiegelt. Dazu gehört die Respektierung der Menschenrechte, ebenso die uneingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit."

Der Dalai Lama rief die internationale Gemeinschaft auf, bei der Bewältigung der Krise in Tibet zu helfen. Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, forderte eine unabhängige Untersuchung der UNO zu den Ereignissen.

Diskriminierung des tibetischen Volkes beenden

Zur Tibet-Frage sagte Ferrero-Waldner, die chinesische Regierung müsse Verhandlungen mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen - "mit dem Ziel, die Diskriminierung des tibetischen Volkes zu beenden". Die EU-Kommissarin rief dazu auf, die Tibeter weltweit durch Demonstrationen zu unterstützen.

Ferrero-Waldner erinnerte zugleich an die Verantwortung der Wirtschaft. "Unternehmer, die in China tätig sind, sollten in besonderer Weise die Achtung der Menschenrechte einfordern", sagte sie. "Man kann Geschäfte nicht von heute auf morgen abdrehen. Aber in einer Situation, wie sie in Tibet herrscht, haben auch Unternehmen eine Verantwortung."

Der Dalai Lama sagte in der indischen Hauptstadt Neu Delhi: "Wir haben keine Macht außer der Gerechtigkeit, Wahrheit, Aufrichtigkeit... Deshalb rufe ich die Weltgemeinschaft auf, bitte zu helfen." Zugleich betonte der Dalai Lama erneut, dass er zu einem Dialog mit China bereit sei. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 hatte bereits am Freitag betont, dass er einen Boykott der bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking ablehne.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
albundy69 (31.03.2008, 22:32 Uhr)
Mit welchem Recht .......
..... nimmt diese feine Dame mit ihrem 27.000 Euro Gehalt sich das Recht für Sportler aus aller Welt zu reden. Frau Waldner, bleiben sie weg, Ihre überbezahlten PR-Manager werden dies als "Supercoup" verkaufen. Sie waren ind er Presse, alles wird gut !
Nuvla (29.03.2008, 14:26 Uhr)
Der olympische Geist ...
... bestand in erster Linie in der Beendigung resp. Einstellung ALLER Feindseligkeiten.
"Aller" wohlgemerkt, nicht nur jener der Chinesen.
Die EU ist wohl langsam stinksauer, dass ihr Kosovo-Modell sich nicht zum Exportschlager entwickelt.
Reality (29.03.2008, 14:18 Uhr)
Die entscheidende Frage für mich ist die...
Wer könnte daran Interesse haben, daß Tibet gesellschaftlich instabil wird.???
Gedanklich geht mir da so einiges durch den Sinn...
CeeTo (29.03.2008, 13:52 Uhr)
-.-
Ich empfinde einen generellen Boykott doch etwas zu hoch gegriffen.
Vielmehr sollte man während der
Veranstaltung Flagge zeigen. Eröffnungsfeier fernbleiben, Tibet Fahne zeigen etc. Ich könnte mir denken sowas trifft China noch mehr.
Was ich allerdings befürchte ist, dass man alle Vorfälle unter den Teppich kehren wird.
Bumpinger (29.03.2008, 13:44 Uhr)
Die Sportler selbst müssen sich verweigern!
Wer hat bei Olympia mehr Macht als die Sportler selbst? Getreu dem Motto: "Es ist Olympia, aber kein Sportler geht hin".
Polaris (29.03.2008, 13:38 Uhr)
Sport oder Politik
Leider geht aus dem Artikel nicht hervor, in welcher Disziplin
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner bei den Spielen antreten wollte.
waldi22 (29.03.2008, 12:07 Uhr)
Na endlich!
Zumindest in Lippenbekenntnissen wird endlich mal diese "diplomatische" Möglichkeit Karte gespielt, wenn sie nicht schon durch die vorherigen Aussagen gegen jeden Boykott stumpf ist. Aber ein Anfang, der einen hoffen läßt, dass nicht nur noch der Kommerz zählt. Auch wenn es schade um die Sportler ist, aber wenn China weiter in dieser Rasanz auf dem Weg zur wirtschaftlichen und politischen Weltmacht ist, dann hat man nicht mehr viele Gelegenheiten, seiner politischen Führung deutlich zu machen, bis hierhin und nicht weiter. In wenigen Jahren haben wir uns China derart ausgeliefert, dass sie nur noch müde lächeln über westliche Politiker, wenn das nicht schon der Fall ist.
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