. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. Februar 2010, 13:03 Uhr

Warme Worte, aber zunächst kein Geld

Die EU gibt Griechenland vorerst kein Geld, um aus der Krise zu kommen. Bei einem Gipfel in Brüssel sicherte die Union allerdings zu, einen Bankrott des Landes auf jeden Fall zu vermeiden.

Griechenland, Deutschland, Hilfe, Euro, Schulden, Schäuble, Finanzminister, Brüssel, EU

Krisengipfel in Brüssel: Angela Merkel, Georgios Papandreou und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (v.l.)© John Thys/AFP

Beim Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott gewährt die EU Griechenland zunächst keine finanzielle Unterstützung, sondern nur politische Garantien. Die Mitglieder der Euro-Zone würden "falls notwendig entschlossene und abgestimmte Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität in dem gesamten Währungsraum sicherzustellen", erklärte EU-Präsident Herman Van Rompuy am Donnerstag auf einem Sondergipfel in Brüssel. Zur Bedingung für mögliche Hilfen macht die EU zudem größere Sparanstrengungen der Griechen.

Damit wurde die Hoffnung der Finanzmärkte enttäuscht, Europa greife Athen sofort mit einem Hilfspaket unter die Arme und wende so das Risiko des Staatsbankrotts ab. Der Euro-Kurs sackte um einen Cent auf 1,37 Dollar ab, auch die Börsen gaben leicht nach.

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte klar: Griechenland ist ein Teil der Europäischen Union und wird nicht im Stich gelassen. "Aber die Regeln müssen eingehalten werden." Was die Kanzlerin meint: Konkrete Finanzzusagen, etwa Garantien für Staatsanleihen, wären ein Verstoß gegen den gerade in Kraft getretenen Lissabon-Vertrag. Van Rompuy beteuerte zudem, Athen habe gar keine Finanzhilfe beantragt.

Stattdessen habe Griechenlands Ministerpräsident Georgios Papandreou am Donnerstag zusätzliche Anstrengungen zur Haushaltssanierung vorgestellt. Diese "ambitiösen und glaubwürdigen" Maßnahmen hätten die volle Unterstützung der 26 übrigen Staats- und Regierungschefs und der Kommission, sagte der EU-Präsident. Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen bei der Umsetzung des Programms helfen. Im März soll dann kontrolliert werden, wie weit die Griechen beim Sparen wirklich voran kommen. Ein Bankrott Griechenlands hätte dramatische Konsequenzen für den Euro-Raum.

Merkel und Sarkozy mahnen zum eisernen Sparen

Kurz vor dem Treffen hatte Merkel noch die Hilfsbereitschaft der EU signalisiert, allerdings unter Bedingungen. "Griechenland ist Teil der Europäischen Union. Griechenland wird nicht alleingelassen, aber es gibt Regeln, und diese Regeln müssen auch eingehalten werden", sagte die Bundeskanzlerin zu Beginn des Treffens.

Papandreou hatte bereits am Mittwoch angekündigt, "alles Notwendige" zu tun, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr von derzeit 12,7 zunächst auf 8,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken. Die EU erlaubt maximal drei Prozent. Einigen Ländern erscheinen die Zusagen aber nicht glaubwürdig genug.

Euro immer stärker unter Druck

Die Schulden Griechenlands liegen bei 113 Prozent des BIP, sind also größer als die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes. Die Regierung in Athen hatte die EU lange über das Ausmaß der Krise getäuscht. Erst nach den Wahlen im Oktober räumte die neue sozialistische Regierung ein viel höheres Haushaltsdefizit ein.

Auf Deutschland als größte Volkswirtschaft der Eurozone wäre bei Hilfen wahrscheinlich die größte Belastung zugekommen. Eine Übernahme der griechischen Rekordschulden ist mit EU-Recht unvereinbar. Möglich wären allerdings zwischenstaatliche Kredite.

In Zukunft vorstellbar ist auch eine mögliche Finanzspritze des Währungsfonds. Griechenland ist gegen solche Hilfen, da sie mit strikten Reformauflagen einhergehen.

Griechen wehren sich mit Streiks gegen Sparprogramm

In Griechenland stößt das geplante Sparprogramm der Regierung weiter auf Widerstand. Einen Tag nach einem Streik im öffentlichen Dienst legten die Taxifahrer die Arbeit nieder. Sie protestieren vor allem gegen eine Erhöhung der Mineralölsteuer und gegen die Einführung einer allgemeinen Quittungspflicht - die Regierung will damit der Steuerhinterziehung entgegenwirken.

Die tiefe Finanzkrise in Griechenland wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosenquote erreichte im November mit 10,6 Prozent den höchsten Stand seit fünf Jahren.

APN/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
n8g8 (11.02.2010, 21:54 Uhr)
@jomimo
Gründliches Lesen und Denken kann und will ich Ihnen nicht abnehmen. Sie kommen schon drauf, was ich meine.
Ich gebe Ihnen als Verständnishilfe noch das Wort Staats-Bank-rott mit auf den Weg nach unten. :-)
jomimo (11.02.2010, 21:35 Uhr)
@n8g8
Bitte erklären Sie einfach Ihren Gedanken etwas näher.
Nicht jeder ist Politik - oder Wirtschaftsspezialist doch ich denke, sie wollen sich so äußern, dass jeder Sie versteht.
jomimo (11.02.2010, 21:27 Uhr)
Nun, mein vorausgehender Beitrag war fundierter,
aber wer schreibt schon jeden Tag 8x das gleiche gern ?

Seit heute misstraue ich Stern.online ein wenig mehr.
Obwohl, ist es Stern selbst oder sind es selbstgefällige Admins, die niemand kontrolliert ?

n8g8 (11.02.2010, 21:20 Uhr)
Warme Worte für die Börsenzocker!
Die Hinhaltetaktik für die Bankster ist doch offensichtlich. Die EU ist ein Fass ohne Boden. Wegen dem Euro. Wer erinnert sich noch an eine stablie Währung namens D-Mark? Aber damals durften sich die Börsenzocker auch noch nicht alles erlauben und schamlos im Staatshaushalt rumwildern. Heute ist das sicher ganz anders, da sind gesposorte Geburtstagsfeten für den Mannesmann-Victory-Man noch billig, dicke Bretter wurden mit den Banksterrettungspaketen gebohrt und weitere, noch dickere Löcher werden in den Staatshaushalt beim nächsten zu erwartenden Börsencrash von den ReGIERenden gebohrt werden.
Alles natürlich zur Rettung des Staates und der Gesellschaft, versteht sich von selbst!
Weitere EU-Staaten droht die Pleite. Bei der Staatsverschuldung (bei den Bankstern wegen der Bankster-Schulden *lol*) sind wir auch dabei, juhei!!!!
I like den lobbyistischen, antidemokratischen Wirtschaftsdiktator EU!
Ganz ehrlich, besonders den sympathischen und integren Yachtfan Barroso.
Man muss die Gesichter, die über den TV-Bildschirm flirren, nur mal anschauen, dann weiß man genau, welche Machtoptionen sie vertreten. Mit Legalität und Demokratie haben die allerings nichts zu tun, da guckt man im wahrsten Sinne des Wortes durch die Bank ins Leere.
jomimo (11.02.2010, 21:19 Uhr)
Bin gerade während des Schreibens ...
schon wieder rausgeflogen - - wie das funktioniert, möchte ich gerne wissen, ist ein Stern - Spezial ; - ))

Nun, ich meine - schon wegen des ständigen Rausfliegens - eher befürchte ich einen Konflikt zwischen Griechenland und Türkei und ich befürchte abhängige Admins, weil nichts mit Sinn und Verstand mehr durchkommt zum Leser.

Es wird ein wenig komisch hier.
dilematu (11.02.2010, 19:10 Uhr)
Eine Ahnung erst mal haben.......
Welche sind die Verhältnisse in Griechenland???Der jenige der etwas kommentiert der sollte wissen, dass die Probleme Griechenlands sind ähnlich wie Deutschlands es geht nicht nur um Geld aber um andere Sachen auch !! Die Franzosen kennen es aber besser.
Corazito3333 (11.02.2010, 18:15 Uhr)
in dem Fall sind warme Worte das Beste
und die Spezialität unserer Angela, sitzen - tee trinken - warme worte....

Systeme müssen sich ändern und die Zeit ist gekommen - der Feudalismus namens Kapitalismus hat nicht funktioniert!!
gokahe (11.02.2010, 18:12 Uhr)
Ach Tempelhofer es fällt schwer soviel,
......? zu lesen. Wenn ich es auch ein bißchen verstehe bei den Ergebenheitsbotschaften an Merkel und Ackermann. Extra für Sie herausgesucht.
Zitat
"Bleibt der Problemfall Griechenland.
Griechenland ist gar nicht in einem katastrophalen Zustand. Seine Haushaltsschuld ist nicht höher als die deutsche. Ich sehe nicht ein, warum Griechenland ein Problem sein soll.
Weil die Finanzmärkte die griechische Wirtschaft teils heftig angreifen?
Sie vergessen, dass die Finanzindustrie ihre eigene Rettung den Staaten verdankt. Ich verstehe nicht, warum man aus Griechenland eine solche Affäre macht. Das Land wiegt bloß drei Prozent der Eurozone und hat weniger Schulden als Deutschland."
komplett unter http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2296372_Interview-mit-Jean-Paul-Fitoussi-Ich-verstehe-nicht-warum-man-aus-Griechenland-eine-solche-Affaere-macht.html
Zitat
"Angeblich überlegt die Bundesregierung, ob die deutsche staatseigene KfW-Bank Griechenland helfen kann. Interessant dabei: Weil Griechenland vor allem bei hiesigen Geldhäusern Schulden hat, würden damit indirekt Steuerzahler deutsche Banken stützen."
komplett unter
http://www.fr-online.de/top_news/2300009_EU-Gipfel-zu-Griechenland-Deutsche-KfW-als-Retterin-im-Gespraech.html
Links-Rechts-Phobie ablegen und einfach lesen.
mit freundlichen Grüßen gokahe
Administrator (11.02.2010, 17:01 Uhr)
@suleiman
Ihr Beitrag wurde gelöscht. Sie können gern Kritik üben - aber mittels sachlicher Argumente nicht über Beleidigungen.
silver-quattro3.0 (11.02.2010, 16:33 Uhr)
Berlin will Griechenland retten??
Berlin will Griechenland retten??
Ja, sind denn wir Deutsche noch zu retten ?? Wieviel Baustellen wollen wir noch aufmachen? Kriegseinsätze im Ausland. Betrügerbanken retten. Marode ausländische Autokonzerne sanieren. Steuern runter. Sozialleistungen rauf. Da brauche ich kein Rechengenie sein um zu wissen daß dann Deutschland pleite gehen wird. Ein Europa an deren Spitze nun jene Personen als Kommisare wüten, die von den Mitgliedsstaatenauf ein Pöstchen geschoben wurden, weil m,an die im eigenen Land nicht brauchen kann. Sozusagen in´s Austragshäusl.Nehmen wir nur einmal den Oettiger aus Baden-Württemberg.Der ist auch mit seinen Englischkenntnissen ein Tölpel der besonderen Art.So etwas braucht kein Land.Seit wir Europa haben geht es bergab und zwar in jedem Euro-Land.Anscheinend merkt das niemand oder will es nicht warhaben.
MEHR ZUM ARTIKEL
Hilfe für EU-Land Berlin will Griechenland retten

Spektakuläre Wende: Deutschland stellt den klammen Griechen Hilfen in Aussicht. Finanzminister Wolfgang Schäuble treibt einen Rettungsplan voran. Der Kapitalmarkt reagiert euphorisch. mehr...

Schuldenkrise Sparzwang führt zu Spannungen in Griechenland

Die EU zwingt Griechenland zu einem rigiden Sparkurs. Der öffentliche Dienst wird dies als erster spüren - und schon gibt es erste Proteste gegen die Sparpläne der Regierung in Athen. Der bleibt angesichts genauer EU-Kontrollen keine Wahl. Weitere Spannungen sind absehbar. mehr...

Schuldenkrise EU nimmt Griechenland an die Kandare

Die EU zieht die Notbremse: Da die schwere Schuldenkrise in Griechenland nachhaltig auf den Euro drückt, hat die Union den Griechen ein Ultimatum gestellt. Bis 2012 muss die Krise gemeistert sein, die Regierung in Athen muss regelmäßig über Fortschritte berichten. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe