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14. Juni 2008, 11:37 Uhr

Steinmeier fordert EU-Auszeit für Irland

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat mit Nachdruck dafür plädiert, trotz der Ablehnung Irlands das Ratifizierungsverfahren für den EU-Reformvertrag fortzusetzen. Dabei sei vorstellbar, dass sich Irland für eine Zeit aus dem Intergrationsprozess zurückziehe.

Steinmeier© Arno Burgi/DPA

Nach dem Nein der Iren zum EU-Reformvertrag hält Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier einen vorübergehenden Ausstieg Irlands aus dem europäischen Integrationsprozess für eine Möglichkeit. Es müsse nun über einen Ausweg aus einer rechtlich nicht einfachen Situation diskutiert werden. Dazu könnte gehören, dass Irland einen Weg für sich findet, "für eine Zeit lang" aus der europäischen Integration auszusteigen und den Weg freizumachen für das Inkrafttreten des Vertrages unter den übrigen 26 EU-Mitgliedsländern, sagte Steinmeier am Rande eines Besuches in China. Für ihn sei die Ablehnung des Lissabonner Vertrags durch Irland auch eine persönliche Enttäuschung, sagte der Vizekanzler. "Wir haben tage- und nächtelang und an Wochenenden einen schwierigen Kompromiss gebastelt."

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nahm unmittelbar nach dem Votum in Irland Krisengespräche mit europäischen Regierungen auf. Barroso werde das ganze Wochenende und die kommenden Tage mit den Staats- und Regierungschefs über Auswege beraten, sagte sein Sprecher Johannes Laitenberger. Am Freitagabend sei Barroso bereits bei der Eröffnung der Weltausstellung in Saragossa mit Vertretern der spanischen Führung zusammengetroffen. Weitere Telefonate sollten folgen. Der Kommissionschef wolle sich auch mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, besprechen.

Irlands Ministerpräsident Brian Cowen hatte es bis zuletzt abgelehnt, ein erneutes Referendum definitiv auszuschließen, betonte aber, es sei jetzt an der Zeit, die Lage zu analysieren. "Die Frage (eine zweite Volksabstimmung zu halten) stellt sich heute nicht, weil die Menschen gerade erst gesprochen haben", sagte er nach der Niederlage. Es sei nun seine Aufgabe, mit anderen europäischen Regierungschefs darüber zu beraten, wie weiter vorgegangen werden könnte.

Bei dem Referendum hatten am Donnerstag 53,4 Prozent der Iren gegen den Vertrag gestimmt, 46,6 Prozent waren dafür. Irland hatte als einziger der 27 EU-Staaten die Bürger um ihre Meinung gefragt. Das Treffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag und Freitag (19./20. Juni) in Brüssel wird zum Krisengipfel.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
ganzbaf (16.06.2008, 11:18 Uhr)
Kein Europa der Reichen....

und kriminellen Eliten!
Nur das Grundgestz zählt. Leider wird es z.Zt. in wesentlichen Teile permanent missachtet )-:
(Artikel 14)
ganzbaf (16.06.2008, 11:15 Uhr)
Wahlbeteiligung von 53,1 Prozent, mein lieber Manni...

Nächtens besser informieren, ok!? ;-)
Außerdem können wir ja auch gerne bei uns abstimmen! (-:
Wetten wir bekommen eine noch höhere Beteiligung zusammen? Und wetten bei der Ablehnung auch??
;-Pp
ganzbaf (16.06.2008, 11:10 Uhr)
Ich fordere Auszeit für Steineule !

;-PP
Is2a3bella (16.06.2008, 09:11 Uhr)
*Thema ist nachlesbar
Die derzeitige "Politik-Elite" sorgt sich um den Machterhalt.
Wirklich interessantes Thema* auf 3sat,
21 Uhr am 15.05.08
http://es.wikipedia.org/wiki/Imagen:Escudo_Reyes_Catolicos.png
http://www.youtube.com/watch?v=I540IM8nB-A
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Isabel_I_de_Castilla.jpg
utospatz (15.06.2008, 23:16 Uhr)
Wenn ein gewählter Armleuchter
nicht begreift, dass er eigentlich fürs Volk schon überreiff, wirds fürs Volk schon wie eine Banane,.
MamfredBuchholz (15.06.2008, 15:11 Uhr)
Steinmeier hat Recht
Der EU Vertrag hätte die Rechte des Parlamentes gestärkt und die EU somit deutlich demokratisiert. Nicht einmal 10% der Iren, deren EU-Beitritt eine einzige Erfolgsstory ist, kennen den Vertrag. Was hier im Forum als wahrhafte Demonkratie bejubelt wird, ist in Wirklichkeit ganz schön dekadent. Und angesichts von Wahlbeteiligungen unter 50% ist es einfach lachhaft, dass das Volk zu wenig befragt würde.
Hajuma (15.06.2008, 11:09 Uhr)
Volksentscheidung
Da sieht man was die Beteiligung des Volkes wert ist. Man sieht die Volksbefragung vor, fragt das Volk und dieses Dumme Volk entscheidet nicht so, wie es die Inhaber der Macht wollen. Jetzt versucht man mit Taschenspielertricks die Entscheidung des Volkes zu umgehen. Und dann wundert man sich und bedauert die Interesselosigkeit des Volkes. Es würde mich nicht wundern, wenn sich dann einmal der Volkszorn gegen die Inhaber der Macht wendet und diese hinwegfegt
German_by_nature (15.06.2008, 10:11 Uhr)
Das einzige demokrtaische Land dieser degenerierten EU und unsere Meinungsdiktatoren wollen es ausschliessen ...
wie jämmerlich unsere "Demokraten" doch sind.
Taurusfunk (14.06.2008, 23:57 Uhr)
Meineid?
"Zum Wohle des Volkes" hat dieser Herr
geschworen.
Georges13437 (14.06.2008, 21:16 Uhr)
Der Kanzlerkandidat outet sich!
Immer raus mit ihren Gedanken Herr Steinmeier, dann wissen die Menschen schon mal, was auf sie zukommen würde, sollten sie Kanzler werden. Ein Kanzler der ein lupenreiner Demokrat wäre. So sieht man doch wie nahe jener Herr aus Hannover doch in ihrer Nähe ist und ihren Geist belagert.
Georges13437
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