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16. Juni 2008, 10:24 Uhr

Irland fordert Respekt vor seinem Nein

Mit ihrem Nein zum EU-Reformvertrag haben die Iren die Europäische Union in eine schwere Krise gestürzt. Zudem fordert das Land Respekt vor der Entscheidung seiner Bürger. Bei ihrem Treffen in Luxemburg haben die Außenminister der 27 EU-Staaten deshalb alle Hoffnungen auf eine rasche Lösung vorsichtshalber gedämpft.

Irlands Außenminister Micheal Martin hat die EU aufgefordert, das Nein seiner Landsleute zu respektieren© Peter Muhly/AFP

Die Außenminister der 27 EU-Staaten rechnen nicht mit einem raschen Ende der schweren Krise in der Europäischen Union nach dem Nein der Iren zum "Lissabon-Vertrag". Es sei noch "viel zu früh", um eine Lösung zu finden, sagte Irlands Außenminister Micheal Martin am Montag zu Beginn eines Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg. Er lehnte die Idee eines "Europas der zwei Geschwindigkeiten" ab. "Es gibt einen aufrichtigen Wunsch in Irland, dass wir ein volles, begeistertes Mitglied der Europäischen Union und im Herzen Europas bleiben wollen".

Martin hat die Europäische Union aber auch aufgefordert, das Nein seines Volkes zum EU-Reformvertrag zu respektieren. Martin sagte, nach der Ablehnung Irlands sei die Zukunft der Union unsicher. Er warnte allerdings vor überstürzten Entscheidungen, um den Vertrag von Lissabon zu retten. Das irische Nein "war eine demokratische Entscheidung des irischen Volkes", sagte Martin.

"Ich weiß nicht, wie wir das praktisch lösen werden, aber wir werden es zweifellos lösen und wir werden unsere Arbeit fortsetzen", sagte der derzeitige Vorsitzende des EU-Außenministerrates, der slowenische Ressortchef Dimitrij Rupel. "Ich glaube, dass wir keine Zauberformel finden werden", sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn. Der Reformvertrag der EU kann nur in Kraft treten, wenn er von allen 27 Mitgliedstaaten ratifiziert wird. Die EU-Partner müssten Irland "helfen, wieder zurück ins Boot zu kommen".

Asselborn schlug eine Erklärung der EU vor, mit der Sorgen der Iren entkräftet und ein erneutes Referendum gerechtfertigt werden könnte. "Der Prozess der europäischen Einigung und Integration wird nicht aufhören, der Reformvertrag ist nicht tot. Die EU bedeutet ständiges Krisenmanagement", sagte der finnische Außenminister Alexander Stubb.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 48)
 
ilduca (17.06.2008, 16:01 Uhr)
ich bin mir sicher...
dass sich die Mehrzahl der Iren die den Vertrag abgelehnt haben nicht die Mühe gemacht haben überhaupt den Vertragstext zu lesen. Man ist einfach den Populisten (in Irland gibt es bestimmt auch Lafo's und Gysi's) gefolgt. Zudem kann ich mir vorstellen dass es der irischen Mentalität entgegen kommt starrköpfig etwas abzulehnen ohne rechten Grund nur so um es denen in Brüssel mal zu zeigen. Okay Iren seit endlich mal konsequent und verlasst die ungeliebte EU der Rest wird euch nicht nachweinen.
marcaurel1957 (17.06.2008, 10:44 Uhr)
Respekt ja aber eine Lösung ist wichtig
Es wird ständig über das vermeidliche Demokratiedefizit fabuliert. Was ist damit eigentlich gemeint ? Sehen wir uns die Grundstrukturen doch mal an: in Deutschland wählen wir Parteilisten und – überwiegend ebenfalls nach Parteizugehörigkeit - Direktkandidaten für den Bundestag. Hier endet das Mitspracherecht des Volkes, denn Bundeskanzler und Minister wählt dann der Bundestag und ist nicht an ein Wählervotum gebunden.
Auf EU Ebene gibt es 3 Entscheidungszentren, einmal der Ministerrat/Rat der Regierungschefs, ein Gremium das mit den Vertretern der gewählten Nationalregierungen besetzt ist und daher seine demokratische Legitimation bezieht. Dann das Parlament, das direkt von der Bevölkerung gewählt wird und schließlich die Kommission, die vom Rat der Regierungschefs ausgesucht, vorgeschlagen und vom Parlament genehmigt wird. Wer diese Struktur gelesen und verstanden hat, kommt eigentlich nicht umhin festzustellen, dass die demokratische Legitimation auf EU Ebene erheblich höher ist als auf Bundesebene in Deutschland !!!
Fraglich ist natürlich, ob man Plebizite/Referenden als wichtigen Bestandteil der Demokratie sieht, denn zumindest in Deutschland sind diese ja nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Ich bin überzeugt, dass in einer Gesellschaft in der wohl informierte, gutwillige Bürger über Dinge abstimmen von denen sie was verstehen, Referenden ein sinnvolle Sache sind, doch haben wir in Deutschland eine solche Gesellschaft ? Hierzu ein Zitat eines ehrenwerten Mitkommentators
:ein haufen überzahlter stempelkartenfälscher(eu-parlamentarier) segnet ein gesetzeswerk ab, das KEINER von diesen daheim wegen unfähigkeit entsorgten politschranzen auch jemals verstehen wird, respektive ausser der präambel was davon gelesen hat.
und dieser haufen geschasster aussenposten mit maximalversorgung fürchtet nun um seine pfründe.
fragt mal euren "gesandten" was denn nu so schönes drinsteht in der neuen eu-verfassung HEHEHE !!!
zu 99% lobbygeschriebene sosse, da die erlauchten damen und herren zu faul waren, sich mal drum zu kümmern.
einkaufen und schlotzen ist denen wichtiger. deswegen gibt es ja auch die "arbeitsausschüsse" die von der industrie und kapital bestückt werden.
das ganze machwerk ist zugeschnitten auf machterhalt und weitergehende abzocke.
erleichterte abstimmungsregelungen, flottere vergabe von knete und natürlich das eine oder andere bonbon dem parlamentarier.
Sorry, aber eben deshalb habe ich wirklich Angst davor, was Plebiszite anrichten können !
Fazit unter den gegebenen Umständen halte ich das repräsentative System, die Demokratie in Deutschland und Europa für das Beste was derzeit möglich ist !
Wer sich systematisch informiert, wird am Sinn der EU, nicht zweifeln können. Damit meine ich noch nicht einmal die finanzielle Seite (Deutschland zahlt übrigens netto ca. 10 Mrd nicht 23 erhält aber über wirtschaftliche Vorteile von Standardisierung, Arbeitsteilung, ungestörter Handel, Kapitalfluss und Personenfreiheit das zigfache zurück) viel wichtiger ist die Möglichkeit legitimen (ausdrücklich legitime nicht imperialen) Interessen global Gehör zu verschaffen. Glaubt wirklich jemand, dass das – aus globaler Sicht - winzige Deutschland allein in Peking, Moskau, Washington irgendjemand interessieren würde. (Beispiel: Wer glaubt, dass das deutsche Kartellamt mit Microsoft ähnlich umgesprungen wäre wie das europäische Kartellamt ? Übertrieben gesagt: Microsoft hätte Deutschland aus einem Jahresgewinn gekauft und zugeschüttet !!!)
Dies ist die wichtigste Lehre der jüngeren Geschichte: wenn wir Europäer auch im 21. Jahrhundert eine Rolle spielen wollen, (keine imperiale, keine militärische) dann müssen wir zusammenrücken oder die europäischen Nationalstaaten werden zu Anhängseln der anderen globalen Entscheidungszentren. Ob dann das wichtigste was Europa auszeichnet, nämlich die Vielfalt von Kulturen, Ideen und Lebenseinstellungen erhalten wird, sollte sich jeder selbst fragen.
Necro (17.06.2008, 08:54 Uhr)
@manesse
Ach repraesentieren nicht die Politiker einer gewaehlten Regierung nicht die Stimme des Souveraen in einer Demokratie ??
Ansonsten sehe ich keinen Grund das nicht gleichzusetzen.
Achja und wenn Deutschland in der EU so gegaengelt wird und mehr zahlt als es einnimmt warum tritt es dann nicht aus ? EU ist ja keine Pflichtveranstaltung. Sie koennen nun auf und nieder huepfen Sie werden an der Tatsache nichts aendern das wir nun mehrheitlich mit "Nein" gestimmt haben. Und ein "Nein" gehoert nun mal auch zur Demokratie. Mal ganz nebenbei haben auch noch 8 andere Laender diesen Vertrag nicht ratefiziert.
Und immer schoen das Kreuz bei der "CDU" machen manesse ich bin sicher das Ihnen Schaeuble alias Stasi 2.0 auch demnaechst noch diesen Urnengang abnimmt
Gruss aus Irland
Necro
friedolin (17.06.2008, 07:57 Uhr)
bitte lesen, nachdenken, demokratie retten
Dem interresierten Europäer sei hier ein Zeitungsbeitrag des Herrn Dr. Peter Gauweiler, der derzeit gegen den Vertrag von Lissabon klagt, zitiert:
Bitte denkt mal drüber nach. Der Mann hat so was von Recht.
ABENDZEITUNG MONTAG. 16.6.2008 WWW.ABENDZEITUNG.DE
Die Abstimmung der Bevölkerung Irlands über den Vertrag von Lissabon war gut und nicht schlecht. Allein die Tatsache, dass die Iren in einer Angelegenheit europäischer Bedeutung frei abstimmen konnten und die Deutschen nicht zeigt den Unterschied. Hierzulande darf man vielleicht noch abstimmen, wenn es um die Meinungsäußerung des Rathauses zu einem Vorortzug namens Transrapid geht, nicht aber über die Grundsätze souveräner Staatlichkeit und die Abschaffung des Demokratieprinzips. In Irland haben offensichtlich nicht einmal die Drohungen des französischen Außenministers Kouchner gewirkt, der den Iren unverhohlen ankündigte, im Fall der Ablehnung würden sie „die ersten Opfer“ sein. So hat man früher mit Kolonien gesprochen. Ein anderer Franzose, Francois Fueret, Mitglied der Academie Francaise, sah dies ganz anders: „Wir sind in einem einmaligen Horizont der Geschichte eingeschlossen, werden im Strom einer immer größeren Uniformierung der Welt und einer größeren Versklavung des Individuums durch die Wirtschaft mitgeschleift und sind dazu verdammt. Lediglich die Wirkungen etwas bremsen zu können, ohne Zugriff auf die Ursachen zu haben.“ Oder auch nicht Warten wir ab, was das Bundesverfassungsgericht jetzt sagt.
Peter Cauweiler sitzt für die CSU im Deutschen Bundestag. Jeden Montag schreibt er einen Brief an die AZ.
bobbys (17.06.2008, 06:30 Uhr)
Raus mit den Iren...
Finde ich richtig...raus mit den Iren
Was faellt denen auch ein?
Stimmen die doch in einer freien Wahl gegen den Rest Europas...unglaublich...Moment
Wer in Europa stimmte denn dafuer???
Niederlande und Frankreich? Nein
Konnten wir aber geschickt umgehen indem wir den Vertrag einfach ein wenig aendern und die nicht mehr befragen...
Die anderen Bevoelkerungen befragen wir erst garnicht da wir wissen was passieren kann...
So dann waeren da noch Laender die nicht so wollen wie wir...z.B. Irland
Denen sollten wir einfach die freie Wahl lassen...
a) zahlt alle Subventionen zurueck und ihr habt wieder das Recht auf eine freie Meinung (Deutschland hat ja auch nie Subventionen -finanzielle Aufbauhilfe- erhalten...psst Marshall Plan...ups)
b) stimmt fuer was wir fuer Richtig halten
c) ihr fliegt raus
So dann muessten wir das aber auch mit den anderen machen...
1) United Kingdom - akzeptiert den Euro als einzige Waehrungseinheit oder ihr fliegt
2) Daenemark - siehe UK
3) usw
Was bleibt uns eigentlich noch wenn wir alle so denken wuerden???
Sollte wir nicht versuchen die EU durch Kommunikation und freie Meinungsbildung durch Gedankenaustausch und positivem Enthusiasmus zum bluehen zu bringen???
Hoffentlich akzeptieren wir die anderen Voelker und Ihre Meinungen wie diese auch die unsere...
Einige hier erinnern mich mit ihrem Verhalten an Kleinkinder...
Machst Du nicht was ich will, spiele ich nicht mehr mit Dir und Du darfst auch nicht mehr in mein Zimmer...
Ach und noch vielen Dank an die Schreiberlinge die meine Freunde & Familie, Bekannten und die restliche Bevoelkerung Europas sowie mich fuer zu Dumm halten um an einer wichtigen Wahl teilzunehmen. Vielen Dank fuer Euer Vertrauen ich werde mein Bestes geben um Euch nicht zu enttaeuschen.
ecomoc4u (16.06.2008, 22:57 Uhr)
da es alles sehr konfus ist,
plädiere ich für eine zwischeninstanz, aus bürgern, die gewicht hat und veto recht besitzt. so könnte mann direkt einen grossen teil eurokraten entsorgen. angefangen mit den morgendlichen trickstemplern, dann die lobbyisten, die parteitreuen, und zu guter letzt die käuflichen, die eine mischung aus allen ergeben.
.
was bleibt sind ein paar handvoll politiker, die ernsthaft, und mit vollem einsatz, sich nur auf europa konzentrieren.
utospatz (16.06.2008, 20:13 Uhr)
Ist doch schön für das irische Volk,
wenn es die seit 35 Jahren erhaltenen Subventionen an die Geberländer zurückzahlt, hat niemals jemand von Ihnen etwas gewollt!
Es ist allerhöchste Zeit, das die BRD ihre Beiträge zurückfährt, denn bei 3 Millionen in Armut lebender Kinder, plus 500 Tausend Rentnern die unterhalb der Armutsgrenze leben, sollten alle Parteien eigentlich ihre eigenen Konten dem deutschen Volk als Notopfer bringen!
heiner5362 (16.06.2008, 17:59 Uhr)
schwachmaten
es wird gewählt, bis das erwünschte ergebnis herauskommt... mugabe will auch mit waffengewalt die macht behalten.
ein haufen überzahlter stempelkartenfälscher(eu-parlamentarier) segnet ein gesetzeswerk ab, das KEINER von diesen daheim wegen unfähigkeit entsorgten politschranzen auch jemals verstehen wird, respektive ausser der präambel was davon gelesen hat.
und dieser haufen geschasster aussenposten mit maximalversorgung fürchtet nun um seine pfründe.
fragt mal euren "gesandten" was denn nu so schönes drinsteht in der neuen eu-verfassung HEHEHE !!!
zu 99% lobbygeschriebene sosse, da die erlauchten damen und herren zu faul waren, sich mal drum zu kümmern.
einkaufen und schlotzen ist denen wichtiger. deswegen gibt es ja auch die "arbeitsausschüsse" die von der industrie und kapital bestückt werden.
das ganze machwerk ist zugeschnitten auf machterhalt und weitergehende abzocke.
erleichterte abstimmungsregelungen, flottere vergabe von knete und natürlich das eine oder andere bonbon dem parlamentarier.
der ganze laden stinkt nach korruption und misswirtschaft(unterstützung der olivenbauern in italien : da war auf einmal soviel anbaufläche, das hätte bis afrika und mallorca gereicht !)
wer soll denn verdenken, dass es da einen kritischen blick gibt solches eben nicht gutzuheissen.
deutschland als oberzahlmeister hatte getreu seiner gesinnung gleich wieder die rechte hoch erhoben als es ums abstimmen ging.
ja klar, haben immer noch nichts dazugelernt.
HEIL EURO !!!
Kommentator21 (16.06.2008, 17:08 Uhr)
@manesse
meinen Sie die anderen wären besser? Nehmen wir die Briten, die Franzosen, die Spanier, die Polen, die Rumänen, die Bulgaren, die tschechen etc. pp , allo greifen voll ab. D hingegen ist der größte Nettozahler und hat am wenigsten davon, außer das zu alimentierende Unteschichten aus Vorderasien und sonst wo sich hier breit machen. Und die Eu ist nur eine Baustelle von vielen, an denen Millairden versickern.
http://www.welt.de/politik/article1440022/Deutschland_zahlt_hat_aber_wenig_zu_sagen.html
EU-HAUSHALT
Deutschland zahlt, hat aber wenig zu sagen
Niemand zahlt mehr für Europa als Berlin. Mehr als 23 Milliarden Euro zahlt
die Bundesregierung jährlich an Brüssel. Doch weil 58 Referate um ihren
Einfluss streiten, werden viele EU-Gesetze an den Deutschen vorbei
gemacht. Das soll sich nun ändern. Vor allem durch den neuen Botschafter.
Kommentator21 (16.06.2008, 17:06 Uhr)
@manesse
meinen Sie die anderen wären besser? Nehmen wir die Briten, die Franzosen, die Spanier etc. pp , also greifen voll ab. D hingegen ist der größte Nettozahler und hat am wenigsten davon, außer das zu alimentierende Unteschichten aus Vorderasien und sonst wo sich hier breit machen. Und die Eu ist nur eine Baustelle von vielen, an denen Millairden versickern.
http://www.welt.de/politik/article1440022/Deutschland_zahlt_hat_aber_wenig_zu_sagen.html
EU-HAUSHALT
Deutschland zahlt, hat aber wenig zu sagen
Niemand zahlt mehr für Europa als Berlin. Mehr als 23 Milliarden Euro zahlt
die Bundesregierung jährlich an Brüssel. Doch weil 58 Referate um ihren
Einfluss streiten, werden viele EU-Gesetze an den Deutschen vorbei
gemacht. Das soll sich nun ändern. Vor allem durch den neuen Botschafter.
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