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4. August 2011, 15:09 Uhr

Barroso plädiert für Erhöhung des Krisenfonds

Der europäische Krisenfonds soll nach Meinung von José Manuel Barroso erneut aufgestockt werden. Der EU-Kommissionspräsident hat die 17 Euro-Staaten dazu aufgefordert, den EFSF schnell zu überprüfen. Momentan befinden sich 440 Milliarden Euro in dem Fonds.

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EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso warnt die EU-Regierungschefs: "Die Krise ist nicht mehr nur an der Peripherie der Eurozone"© AFP

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat eine erneute Aufstockung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF ins Gespräch gebracht. In einem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Brief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten forderte Barroso die Regierungen zu einer "raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF" auf. Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds "über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen".

Eine Sprecherin Barrosos sagte am Donnerstag, mit "allen Elementen" sei auch die Finanzausstattung des bisher über ein Volumen von 440 Milliarden Euro verfügenden Krisenfonds gemeint. "Wir müssen überlegen, wie wir die Effizienz des EFSF und des (ab 2013 an dessen Stelle tretenden) ESM weiter verbessern können, um die derzeitige Ansteckung zu bekämpfen", schrieb Barroso. Seine Sprecherin sagte jedoch: "Die Diskussion über die Größe des Fonds hat keinerlei Bezug zu Italien oder Spanien, sondern ist Teil eines größeren Nachdenkens über die Stabilität der Eurozone.

Barroso forderte die Regierungen auf, die Ratifizierung der Gipfelbeschlüsse zu beschleunigen. Zugleich warnte er vor zusätzlichen Forderungen nach zu strikten Vorbedingungen für die Hilfe des EFSF, ohne irgendeinen Mitgliedstaat namentlich zu nennen.

Barroso sagte, die Entscheidungen des EU-Sondergipfels vom 21. Juli über die Aufstockung der Finanzhilfen für Griechenland und über die Ausweitung der EFSF-Aufgaben hätten "nicht die beabsichtigte Wirkung auf den Märkten". Der Gipfel hatte beschlossen, dass der EFSF auch vorsorglich zur Unterstützung von Staaten tätig werden darf, dass er Anleihen von Banken aufkaufen und Kapitalhilfen an Banken geben kann. Die Märkte verwiesen bei ihrer Skepsis vor allem auf "die undisziplinierte Kommunikation und die Komplexität und Unvollständigkeit der Beschlüsse vom 21. Juli", schrieb Barroso.

"Es ist klar, dass wir es nicht mehr nur mit einer Krise an der Peripherie der Eurozone zu tun haben", mahnte Barroso die Staats- und Regierungschefs. Deswegen müssten die beschlossenen Maßnahmen, vor allem die erweiterten Aufgaben des EFSF, "sehr rasch" wirksam werden.

Experten der Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Mitgliedsstaaten arbeiteten nun unter Hochdruck daran, die Gipfel-Beschlüsse im Detail auszuformulieren. In einem nächsten Schritt müssten diese den nationalen Parlamenten zur Verabschiedung vorgelegt werden. Schon in den kommenden Wochen solle es soweit sein, verlautete aus Kreisen der EU-Kommission. "Wenn nötig, müssen die Parlamente aus ihrer Sommerpause zurückgerufen werden", hieß es in der Kommission.

liri/DPA
 
 
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