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Zypern gerettet - und nun?

Die Euroretter meinen, das Richtige getan zu haben, auch wenn Zypern ein Tal der Tränen durchlaufen wird. Doch viele Probleme bleiben. Bange Blicke richten sich auf Spanien, Griechenland und Italien.

Eine Analyse von Thomas Schmoll

  Zypern gerettet. Aber auch der Euro?

Zypern gerettet. Aber auch der Euro?

Auch die komplizierte Welt der Euroretter ist manchmal ziemlich simpel. "Das Geschäftsmodell war einfach nicht brauchbar", stellt EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso fest und rät: "Zypern muss neue Quellen für Wachstum finden." Leicht gesagt, schwer getan. Um nicht zu sagen: extrem schwierig. Zypern ist vor der Pleite bewahrt worden. Aber wie nun weiter mit dem Land? Und wie weiter mit Europa und seiner Gemeinschaftswährung? Sicher ist: Das war's noch lange nicht mit der Krise. Wieder einmal ist Zeit gewonnen worden für dringend notwendige Reformen. Mehr aber auch nicht. Die Probleme in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland sind geblieben.

Der Preis, den Zypern - und Europa - dafür zahlen muss, den Bankrott der Insel verhindert zu haben, ist immens. Man muss kein Schwarzseher oder Eurohasser sein, um vorherzusagen, dass das Eiland begrenzte Möglichkeiten hat, Ersatz für sein "einfach nicht brauchbares" Geschäftsmodell aus üppigen Zinsen, Steuerdumping und laxer Finanzaufsicht aufzutun. Die Hoffnung steckt in einigen tausend Meter Tiefe: milliardenschwere Gasvorkommen im Mittelmeer. Der Abbau kann jedoch erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts beginnen.

Bis dahin wird der Inselstaat ein Tal der Tränden durchlaufen. Er wird in eine harte Rezession abrutschen. Allein die Schließung und Zerschlagung der zwei größten Banken und die damit verbundene Neuordnung der Finanzbranche des Landes wird Tausende Arbeitsplätze kosten. Sehr wahrscheinlich verlassen Hunderte Millionen oder Milliarden Euro die Insel ersatzlos, als Folge wird der Sektor weiter schrumpfen. Die Regierung in Nikosia muss sparen, was Einschnitte im Sozialsystem und Stellenabbau im ziemlich aufgeblähten öffentlichen Dienst nach sich ziehen wird. Staatliche Investitionen: Fehlanzeige.

So wird Zypern nun das durchmachen, was Portugal , Irland, Griechenland und Spanien längst erleiden: den Teufelskreis aus jahrelangem Sparen und tiefer Rezession. Die französische Großbank Société Générale sagt der Mittelmeerinsel eine mehrjährige schwere Wirtschaftskrise voraus: Bis Ende 2017 soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 20 Prozent schrumpfen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erklärt: "Euphorie ist fehl am Platze."

Die Warnung muss sich auch der Rest Europas zu Herzen nehmen. Optimisten werten es als gutes Zeichen, dass die Märkte im Zuge der Zypern-Krise nicht so hypernervös auf eine drohende Staatspleite reagierten wie im Ringen um Griechenland. Italien und andere finanzschwache Länder können sich momentan über sinkende Zinsen freuen, Investoren stoßen Staatsanleihen der Eurozone nicht mehr panikartig ab. Schon preisen die Anhänger der Gemeinschaftswährung den Kurs von Politik und Europäischer Zentralbank (EZB) als "wirksame Schutzmauer". Doch taugt Zypern - es steuerte weniger als ein Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone bei und ist wirtschaftlich ohne Bedeutung für den Währungsraum - wirklich zum Maßstab?

Noch wirkt Draghis Beruhigungspille

Noch wirkt die Beruhigungspille, die EZB-Präsident Mario Draghi im Herbst 2012 der Weltwirtschaft verabreichte, als er ankündigte, Staatsanleihen der Eurokrisenländer immer dann zu erwerben, wenn die Zinsen in den roten Bereich steigen. Die Fragen lauten: Wie lange noch? Und wie lange geht das noch gut? Die damit verbundenen Risiken sind nicht weg. Zwar gibt es keine Anzeichen für gravierende Inflation. Aber die Welt ist voll von billigem Geld, weil der Kurs der EZB von jahrelangen Leitzinsen zum Nulltarif flankiert wird. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) verfährt ebenso: Sie kauft US-Staatsanleihen und versorgt somit das Land mit Frischgeld. Kritiker sehen darin ein hochgefährliches Schneeballsystem. Die Flut an billigem Geld birgt die Gefahr von Blasen, also Kursstürze an den Börsen oder Einbrüche im Immobiliengeschäft, weil der Wert bestimmter Anlagen sich als künstlich aufgebläht erweist.

Grundlegende Probleme sind geblieben

Die grundlegenden Probleme Europas und vor allem der Länder am Rande des Bankrotts sind geblieben - trotz aller Bemühungen, das Ruder herumzureißen. Italien erweist sich mal wieder als unregierbar, Spanien leidet unter seinen maroden Banken, Portugal und Griechenland brauchen mehr Zeit zum Erreichen der Sparziele und Frankreich drückt sich weiter vor Privatisierungen und zieht Reformen hinaus.

"Es hat deutlichen Fortschritt gegeben, aber ein paar Fragen stehen noch aus", erklärten kürzlich Vertreter einer Delegation der Euroretter in Athen. Seit 2010 hängt Griechenland am Finanztropf seiner Partner. Seit 2010 lauten die Befunde zum Zustand Griechenlands stets so: Besserung erkennbar, Nachhaltigkeit fraglich. Es wird noch Jahre brauchen, bis die Regierung in Athen wieder am Kapitalmarkt Kredite zu vernünftigen Bedingungen aufnehmen kann. Der Weg bis dahin ist ein Hürdenlauf. Jeder vierte Grieche ist arbeitslos. Seit Mitte 2008 gingen 800.000 Stellen verloren, Hellas durchlebt das sechste Rezessionsjahr in Folge. Der Sparkurs, den die Europartner als Gegenleistung für ihre Milliardenkredite fordern, bremst die Konjunktur. Es ist genau der Teufelskreis, vor dem Zypern jetzt steht.

Schrumpfen auf das nötige Maß

Kein Wunder also, dass die Einwohner zwischen Riga und Lissabon Euro-müder werden und zunehmend fragen: Wie teuer wird die Operation? Kann die Währung überleben, wenn es das kleine Zypern schafft, den Kontinent an den Rande des Crashs zu bringen? Was wäre, träfe es Spanien? Oder Italien? Was der Bankenlandschaft Zyperns bevorsteht, erlebt Spanien seit Monaten - mit allen schlimmen Folgen. Das iberische Land leidet an einer Rezession und Massenarbeitslosigkeit, die Zentralbank in Madrid geht von einem Anstieg der Arbeitslosenquote bis zum Jahresende auf 27,1 Prozent aus. Die Bankenbranche wird nach dem Platzen der Immobilienblase zusammengestutzt. Der Finanzkonzern Bankia machte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 19 Milliarden Euro. Das Institut hatte nach eigenen Angaben Rücklagen von 26,8 Milliarden Euro gebildet - Geld, das dem Wirtschaftskreislauf fehlt. 18 Milliarden Euro sind aus dem Eurorettungsfonds verplant, die Bank vor dem Untergang zu bewahren. Bankia muss Tausende Stellen streichen und Geschäftsbereiche verkaufen oder schließen.

Der Zypern-Kompromiss ist kaum gefunden, da lenkt Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem den Blick auf die kleinen Länder der Währungsunion mit - gemessen an ihrer Größe - extrem breitaufgestellter Bankenlandschaft. "Klärt das, bevor es zu Schwierigkeiten kommt. Stärkt Eure Banken, repariert die Bilanzen und seid Euch im Klaren darüber, wenn Banken in Probleme geraten, kommen wir nicht automatisch, um sie zu lösen", sagte der Niederländer der Nachrichtenagentur Reuters. Eine deutliche Ansage in Richtung Anleger.

Schon zeichnet sich ab, dass das Modell Zypern Schule machen könnte. Der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen hält die Beteiligung privater Anteilseigner oder Kontobesitzer an den Kosten eines Untergangs ihrer Bank grundsätzlich für eine richtige Idee. "Ganz Europa sollte zu einer normalen Marktwirtschaft werden, wobei sowohl Eigentümer als auch Investoren im Falle einer Bankenpleite Verluste hinnehmen müssen", sagte er. Das wiederum enthält das Risiko massenweiser Kapitalflucht aus der gesamten Eurozone. Bisher gibt es außerhalb von Zypern keine Anzeichen dafür, obwohl das Vertrauen in die Politik sinkt, dass Sparguthaben sicher sind. Aber was, wenn es neue Hiobsbotschaften aus Italien, Spanien oder Frankreich gibt und die Nervosität wächst?

Italien wirklich "schon raus" aus dem Euro-Klub?

Beppe Grillo, der umstrittene Überraschungssieger der italienischen Parlamentswahl, hat das Projekt "Eurorettung" für gescheitert erklärt. Der Euro- und Deutschland-kritische Chef der Bewegung "Fünf Sterne" sagte kürzlich dem "Handelsblatt": "De facto ist Italien doch schon aus dem Euro raus." Die Bundesrepublik und andere nordeuropäische Staaten wollten Italien nur noch so lange in der Währungsunion halten, "bis sie die Investitionen ihrer Banken in italienische Staatsanleihen wieder reingeholt haben", mutmaßte er. "Dann werden sie uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel."

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