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23. Februar 2009, 18:53 Uhr

Binyam Mohamed erhebt Foltervorwürfe

Erstmals in der Präsidentschaftszeit von Barack Obama ist ein Gefangener aus dem Lager Guantànamo auf Kuba freigelassen worden. Binyam Mohamed flog in seine Wahlheimat Großbritannien. Der Äthiopier erhob schwere Vorwürfe gegen die USA und Großbritannien. Er sei solange malträtiert worden, bis er Terrorvorwürfe zugab.

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Der frühere Guantànamo-Gefangene Binyam Mohamed bei seiner Ankunft in London© Lewis Whyld/AP

Der erste seit dem Amstantritt von US-Präsident Barack Obama freigelassene Guantànamo-Häftling, der 30-jährige Äthiopier Binyam Mohamed, ist in seine Wahlheimat Großbritannien zurückgekehrt. Nach mehr als vier Jahren in dem umstrittenen US-Gefangenenlager auf Kuba landete der von einem Hungerstreik geschwächte Binyam Mohamed am Montag auf einem Militärflughafen bei London.

Nach seiner Entlassung bekräftigte der 30-Jährige frühere Foltervorwürfe gegen die USA und den britischen Geheimdienst. Damit verstärkte er den Druck auf die Regierung in London, die sich schon mehrfach Vorwürfen ausgesetzt sah, dass ihre Agenten in Folter von Terrorverdächtigen verwickelt sein könnten.

Außenminister David Miliband bezeichnete die Freilassung des gebürtigen Äthiopiers als den "ersten Schritt" auf dem Weg, Guantànamo komplett zu schließen. Der Tag der Freilassung fiel mit einem Besuch von US-Justizminister Eric Holder in Guantànamo zusammen, der sich ein Bild von der Lage und den zu lösenden Problemen bei der Schließung des Lagers machen wollte. Die kommenden Tage will Mohamed zurückgezogen mit seiner Familie und Rechtsberatern verbringen.

Das Schicksal des Mannes, der nach eigenen Angaben auf "mittelalterliche Art" gefoltert wurde, sorgt seit Wochen für Schlagzeilen in Großbritannien. Mohamed saß seit 2004 wegen Terrorverdachts in dem Lager und befand sich zuletzt im Hungerstreik. Er war 2002 in Pakistan festgenommen worden. Nach eigener Darstellung wurde er anschließend in Marokko, Pakistan und Afghanistan in US-Gefangenschaft gefoltert, bis er die Terrorvorwürfe zugab. Dabei hatte der britische Geheimdienst nach Darstellung Mohameds Fragen an seine Folterer weitergegeben. Die USA bestreiten alle Foltervorwürfe.

"Ich muss - mehr in Trauer als in Wut - sagen, dass sich viele an meinem Grauen in den vergangenen sieben Jahren mitschuldig gemacht haben", sagte Mohamed in einer Erklärung. "Ich will keine Rache. Nur soll die Wahrheit bekanntwerden, so dass niemand dasselbe aushalten muss wie ich."

Mohamed wurde beschuldigt, 2001 in einem El-Kaida-Lager in Afghanistan ausgebildet worden zu sein, um Terroranschläge in den USA auszuführen. Im vergangenen Oktober wurden sämtliche Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen. Die Regierungen der USA und Großbritanniens hatten sich vergangene Woche geeinigt, Mohamed nach Großbritannien zurückzufliegen. Obama will das Lager auf Kuba, den dem noch rund 245 Gefangene sitzen, innerhalb eines Jahres schließen.

Mohameds Foltervorwürfe sind auch Kern eines Rechtsstreits vor einem Londoner Gericht: Mohamed hatte dort die Veröffentlichung von Akten beantragt, aus denen die Folterbeteiligung des britischen Geheimdienstes hervorgehen soll. Außenminister Miliband hatte die Veröffentlichung abgelehnt, weil es sich bei den Akten um US-Geheimdienstinformationen handele, die nicht ohne Einverständnis der USA veröffentlicht werden dürften.

Auch Premierminister Gordon Brown stellte am Montag nochmals klar, dass Geheimdienstmaterial, das zwischen Ländern ausgetauscht werde, vertraulich behandelt werden müsse. Kate Allen, Direktorin von Amnesty International in Großbritannien, forderte am Montag eine unabhängige Untersuchung über die Rolle der Briten in dem Fall.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
verdad (25.02.2009, 00:35 Uhr)
aufwachen deutschland
wie kann man in eine so zivilisierte land wie in Deutschland so blind zu die Gerechtigkeit sein, meine gute!
verdad (25.02.2009, 00:24 Uhr)
die geschichte hat euch nicht gelernt
lügen über lügen das berühmte "wir wussten von nicht" komm danach
mitlaeufer1it (24.02.2009, 15:47 Uhr)
Guantanamo
für solche Terroristen ist Guantanamo wie Urlaub gewesen,er selber ist in Pakistan in einem al Qaida trainingslager ergriffen worden also ist er keinen eilige.
verdad (24.02.2009, 15:02 Uhr)
usa soll krieg verbot bekommen
Venezuela, Bolivien, Ecuador, KUBA, Chile, und mehreren Länder in Südamerikaner sin Sozialisten und da fölter die Leute nicht zumindest wurde bist jetzt nicht darüber gehört, das ist eine große unterschied mit experten wie Europa und USA
kralli19 (24.02.2009, 14:39 Uhr)
@ babylon
Es gibt Dokumente, die seine AUssagen beweisen. Anwälte und 2 Richter des britischen High Courts haben diese Dokumente gesichtet, dürfen jedoch auf Anweisung der Regierung diese nicht verwenden. Wieviel konkreter hätten sie die Beweise denn gern ? Oder verdächtigen sie jetzt die beiden High Court-Richter Sympathisanten der Taliban zu sein ?
jackiki (24.02.2009, 13:42 Uhr)
babylon
was hat denn die folter in kommunistischen ländern jetzt damit zu tun, dass dieser mann möglicherweise in guantanomo gefoltert wurde?
und bitte nur diese frage beantworten und nicht von gott und der welt quatschen!
babylon (24.02.2009, 08:04 Uhr)
Was für ein Geschrei der dunkelroten Zunft
Sie sollte nicht vergessen das gerade auch in kommunistischen Ländern gefoltert wurde und dort in den Lagern Millionen Menschen zu Tode kamen! Behaupten kann der mann viel, beweisen muß er es. Wenn das der Fall ist kann man auch Konsequenzen ziehen.
Aber mal wieder typisch rote Fraktion , erst schreien , dann polemisieren und das Denken kommt zuletzt (wenn überhaupt).
verdad (24.02.2009, 03:49 Uhr)
busch zum welt gericht
in alle armee von südamerikanische Länder da wo die USarmy instruiert hat da wurde dann gefohlter und getötet
verdad (24.02.2009, 02:48 Uhr)
busch und seine freunden sind auch welt terroristen
so lange die Folter von USA oder Europa kommt werden wir nie Gerechtigkeit bekommen
gmathol (24.02.2009, 02:10 Uhr)
Es gibt bereits US Kongress Papiere die Todesfolgen durch Folter in Gitmo dokumentieren.
In jedem Fall wird der Prozess in Grossbritannien soviel Aufsehen erreichen das sich Blair nicht mehr als EU Mitarbeiter empfehlen kann. Die Brown Regierung die toericht genug war weitere Kampfverbaende nach Afghanistan zu schicken oder zuzusagen wird ebenfalls politisch ins Abseits gestellt werden.
Am Ende koennte es sogar sein das der Laerm so gross wird das selbst die amtierende US Junta dies nicht mehr ignorieren kann und Gitmo, Bagram schliesst und Folter nicht mehr anwenden kann.
Gut auch das die USA wirtschaftlich schwach und dem Zusammenbruch nah sind.
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