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29. Januar 2010, 12:48 Uhr

Blair verteidigt Einsatz im Irak

Dieser Vorladung konnte er nicht entgehen: Großbritanniens Ex-Regierungschef Tony Blair musste sich vor der Untersuchungskommission kritische Fragen zum Einsatz im Irak gefallen lassen. Blair tat, was er immer tut: Er verteidigte seinen Angriffsbefehl.

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Muss dem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen: Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair© EPA

Der ehemalige Premierminister Tony Blair hat die Entscheidung zum Irak-Krieg von 2003 mit der Absicht verteidigt, einen drohenden Terrorangriff zu verhindern. Es sei damals um "eine absolut machtvolle, klare und unablässige Botschaft" gegangen, dass nach den Anschlägen vom 11. September kein Regime mit Massenvernichtungswaffen mehr toleriert werde, sagte Blair am Freitag vor einer von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission in London.

Er räumte ein, dass sich die vom Regime des irakischen Staatschefs Saddam Hussein ausgehende Bedrohung nicht verändert habe. "Es war unsere Wahrnehmung des Risikos, die sich verschoben hat", fügte er hinzu. "Bis zum 11. September haben wir gedacht, er war ein Risiko", die Regierung hätte es aber bis dahin für möglich gehalten, die Gefahr einzudämmen, sagte Blair.

Der Ex-Premier betonte, er sei sich der "Kehrseite" eines Krieges bewusst gewesen. "Ein militärischer Einsatz ist immer der letzte Ausweg, den man in Erwägung zieht." Er sei jedoch immer noch der Meinung, dass "Schurkenstaaten" nicht erlaubt werden dürfe, Massenvernichtungswaffen zu entwickeln.

Verstieß Blair gegen das Völkerrecht?

Im Mittelpunkt des Ausschusses steht unter anderem die Frage, was genau Blair über angebliche Massenvernichtungswaffen des Iraks wusste, und ob die britische Regierung mit dem Krieg ohne UN-Mandat gegen das Völkerrecht verstoßen hatte. Die Entscheidung Blairs, im März 2003 an der Seite der USA in den Irak einzumarschieren und 45.000 britische Soldaten in das Land zu schicken, war die umstrittenste seiner zehnjährigen Regierungszeit.

Als Begründung für den Krieg hatte Blair in einem im September 2002 vorgelegten Dossier erklärt, Saddam verfüge ohne jeden Zweifel über Massenvernichtungswaffen. Solche wurden in dem Land jedoch nie gefunden. Umstritten war außerdem die Legitimität des Waffengangs. Führende Rechtsberater der Regierung hatten nach eigener Darstellung Zweifel an einem solchen Einsatz ohne die Autorisierung durch die Vereinten Nationen geäußert.

Blair vermeidet großen Auftritt

Normalerweise scheut Blair keine Kameras, doch vor seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss mied der britische Ex-Premierminister das Scheinwerferlicht. Schon zwei Stunden vor seinem mit Spannung erwartetem Auftritt fuhr Blair mit seiner Limousine durch eine Seiteneinfahrt in das Konferenzgebäude, in dem er dem Ausschuss Rede und Antwort stehen muss.

Mit seinem frühen Erscheinen ging er Hunderten Anti-Blair-Demonstranten aus dem Weg, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten. "Diese feige und hinterlistige Ankunft ist typisch dafür, wie der ehemalige Premier dem Land den Krieg verkauft hat - hinter dem Rücken der Öffentlichkeit", sagte der Friedensaktivist Andrew Murray.

APN/Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Aquarius2 (29.01.2010, 19:01 Uhr)
Er sollte sich dort feiern lassen
Tony könnte doch mal im Cabrio durch das u.a. von ihm befriedete Land fahren und sich für seine Ruhmestaten feiern lassen.
Aber wahrscheinlich kann er sich sogar im eigenen Land nur noch in gepanzerten Fahrzeugen bewegen, weil die Menschen ihm den Krieg nicht verzeihen.
Gerd kann sich ja auch nirgendwo mehr ohne massiven Schutz sehen lassen.
Das ist der verdiente Mindestlohn.
Auch wegen dem an der Sozialdemokratie angerichteten Kollateralschaden.
Oluja (29.01.2010, 17:44 Uhr)
@Gisella (29.01.2010, 16:54 Uhr)

Sie haben Recht was den Zeitraum bis 1990 angeht, da wurde Saddam für rd. 60 Mrd. aufgerüstet, auch von den USA und galt vor der Invasion Kuwaits als nach Israel stärkste Militärmacht der Region.

2 Golfkriege und 10 Jahre massive Sanktionen später war die iraksiche Armee auf 1/4 ihrer vorherigen Stärke dezimiert und wegen Mangel an Ersatzteilen total veraltet und mit nur geringem Einsatzgrad, nachweislich.

Ein Grund warum die USA und die Briten anfangs leichtes Spiel hatten, allerdings haben sie illusorischer Weise nicht daran gedacht das sich von der auflösenden iraksichen Armee ein Teil dem Wiederstand anschliesst.
jetrabbit (29.01.2010, 16:54 Uhr)
blair, brown, miliband
nichts gesehen, nichts gehört, nix gewusst.
Gisella (29.01.2010, 16:54 Uhr)
Und oluha-
Saddam und sein regime wurden mit allem versorgt, was sie brauchten-als es um den Krieg gegen den Iran ging...... Rumsfeld hat Saddam als seinen guten FREUND erklärt und das ist alles belegbar,
Gisella (29.01.2010, 16:50 Uhr)
Bei vielen US-TV
Auftritten des Bushs, Cheneys, Rumfelds-haben alle genannten wiederholt gesagt, dass Saddam NICHTS mit den Angriffen zutun gehabt hätte. Ist dem Blair das nicht bekannt??? Warum können diese LEUTE die Wahrheit verleugnen????
Oluja (29.01.2010, 15:19 Uhr)
-1 Mio Tote Iraker

-ca. 4 Mio. Verwundete, davon viele verkrüppelt oder amputiert

-ca. 5 Mio. Flüchtlinge welche alles verloren haben

-weitflächige Verseuchung des Iraks mit abgereichertem Uran das tonnenweise eingesetzt wurde und shcon heute jedes Jahr hunderte Kinder im Irak schwerstbehindert zur Welt kommen lässt

- rd. 1.000 Mrd. Kriegskosten

-rd. 7.000 Tote und 60.000 Verwundete der Amerikaner und der sog. Koalition der Willigen.

-nie Massenvernbichtungswaffen gefundne wiel es keine gab

-ohne UN Beschluss einen Agressionkrieg begonnen und den einst relativ stabilen Irak ins Chaos und beinahe Bürgerkriegg gestürzt

-Krieg verursache Separationsbewegung der Kurden und Suniten und zog Terroristen und Al Quida an.
...

Nur ein Geisteskranker, Lügner oder Unverbesserlicher Kriegstreiber kann heute behaupten es wäre die Sache wert gewesen und es sei richtig gewesen.

Blair gehört nach Den Haag, neben Busch, Chaney, Rumsfeld, Wolfowitz, Powel, Rice...uva.
jeanclaude (29.01.2010, 15:15 Uhr)
ich finde es einfach klasse was heutzutage in der politiklandschaft abgeht..
sicherlich gab es auch vor you tube trottel wie oettinger,nur spielte es damals keine rolle.

jetzt wird diesen pfeifen auf die hände geschaut!
alles was sie irgendwann zum besten gegeben haben,ist gespeichert und wird hoffentlich gegen sie verwendet....

das "was interessiert mich das geschwätz was ich früher abgelassen hab"

gibt es nicht mehr.
all die gebrochenen versprechen,all die lügen werden gnadenlos im internet blossgestellt...

die "lügenlanti" aktion in hessen wird sicherlich der letzte eingriff unlauterer presse auf die wählerschaft sein...



Oluja (29.01.2010, 15:09 Uhr)
"Blair verteidigt Einsatz im Irak "

190 Tote und 2.000 Verwundete Briten für diesen sinnlosen und illegalen Krieg, basierend auf zahllosen Lügen.

"dass nach den Anschlägen vom 11. September"

welche anschläge?, das war ein mord an der eigenen bevölkerung und ein inside job, das wird jeden tag klarer.

"kein Regime mit Massenvernichtungswaffen mehr toleriert werde"

Er lügt unverschämt und ungeniert und windet sich, wie bisher, denn es gibt zahlreiceh militärische analysen welche bestätigen das der irak weder massenvernichtungswaffen hatte, noch irgend eine gefahr darstellte, weil er duch die vorhergehenden kriege und sanktionen massiv geschwächt war und der irak galt als eines der militärisch schwächsten ländre der region, was man dann auch an den sehr schwachen wiederstand sehen konnte.
Alexander0815 (29.01.2010, 14:38 Uhr)
Engländer und Nazi-Vergleich
Das muss man sich mal auf der Zunge vergehen lassen, der Premier des Landes, dass Deutschland wegen seiner WM-Trikots mit Nazis vergleicht, verteidigt seinen eigenen Angriffskrieg mit dem 11. September?

Das ist ja genauso krank wie damals die Begründung der Nazis für den Angriff auf Polen.
rainermissalek (29.01.2010, 14:31 Uhr)
Irak
Das ist so ziemlich die Höhe,den Irakkrieg mit dem Attentat vom 11. September 2001 zu begründen. Saddam Hussein hatte nie Kontakte zu Al Kaida. Vielmehr handelt es sich be dem Vorgang um einen Krieg zur Ressourcensicherung. Was übrigens dem ganzen "Krieg gegen den Terror" auch nachgesagt werden kann.
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