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5. Mai 2010, 10:40 Uhr

Bombenleger von New York wäre fast entkommen

Es war ein Zugriff in letzter Minute und er war offenbar mehr als glücklich: Faisal Shahzad, der Bombenleger vom Times Square, saß bereits in einem Flugzeug, das ihn nach Dubai bringen sollte. Die Ermittler hatten seine Spur wegen einer Fahndungspanne sogar zwischenzeitlich verloren.

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Die obersten US-Sicherheitsbeamten geben Auskunft über Faisal Shahzad, den Bombenleger vom Times Square© Jewel Samad/AFP

Aufgrund einer Fahndungspanne und eines Fehlers bei der Fluggesellschaft hat der Bombenleger vom Times Square beinahe entkommen können. Nach Angaben der "New York Times" hatten die Ermittler die Spur des schon identifizierten Faisal Shahzad für einige Zeit verloren, bevor sie ihn auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen beim Versuch, das Land in Richtung Dubai zu verlassen, festnehmen konnten. Inzwischen wurde der 30-Jährige wegen mehrfacher Verbrecher angeklagt, unter anderem wegen Terrorismus und des versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe.

Die US-Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet, um zu klären, wie der Mann trotz eines Flugverbots in eine Maschine steigen konnte. Danach befragt, ob die Fluggesellschaft Emirates dafür verantwortlich sei, dass sich Faisal Shahzad bei seiner Festnahme an Bord eines Flugzeugs befand, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs, dies sei Gegenstand einer "aktuellen Untersuchung".

Nach Angaben von Emirates wollte sich Shazad über Dubai nach Pakistan absetzen. Sein Ziel sei Islamabad gewesen, sagte ein Sprecher der Airline.

Präsidentensprecher beschwichtigt

Shahzad war von den FBI-Beamten kurz vor Mitternacht in der Nacht zum Dienstag aus dem Flugzeug geholt worden. Die Ermittler selbst sprachen von einem Zugriff in buchstäblich letzter Minute. Gibbs sagte, es sei wichtig zu verstehen, dass das System der Flugverbotsliste mit wiederholten Kontrollen funktioniere. Selbst wenn das Flugzeug abgehoben hätte, wäre es den Behörden erlaubt gewesen, den Pilot zum Umkehren aufzufordern, sagte er.

Im Verhör gestand der Pakistaner, der seit vergangenem Jahr die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, die Tat. Er gab außerdem zu, in Pakistan eine Sprengstoffausbildung erhalten zu haben. Ein Polizist hatte am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Hinweis eines Straßenhändlers mitten auf dem Times Square einen Geländewagen entdeckt, in dem ein Karton qualmte. Die Polizei räumte den Platz, auf dem es stets von Menschen wimmelt, und ließ den Wagen von Bombenexperten untersuchen. Die Spezialisten fanden einen Sprengsatz aus Propangasflaschen und Benzinkanistern, der jedoch nicht explodiert war. Der Platz wurde stundenlang gesperrt, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Spur führt nach Pakistan

"Wir haben von ihm nützliche Informationen bekommen", sagte US-Justizminister Eric Holder am Dienstag. "Es war klar ein Terrorangriff, um Amerikaner zu töten. An einem der belebtesten Plätze sollten so viele unschuldige Touristen und Theaterbesucher wie mögliche ermordet werden", sagte Holder. "Er wollte Tod und Zerstörung in das Herz Manhattans bringen." In dem am Flughafen geparkten Auto des Terrorverdächtigen fand die Polizei eine Pistole und Munition. Der 30-Jährige beteuerte im Verhör, allein gehandelt zu haben. Shahzad war am 3. Juli vergangenen Jahres nach Karachi und am 3. August zurück in die USA geflogen.

In Pakistan hat die Polizei nach dem Anschlagsversuch mindestens drei Menschen festgenommen oder verhört. Als Hauptverdächtiger gilt der Schwager Shahzads, wie die pakistanischen Behörden mitteilten. Zudem seien seine in Karachi lebende Mutter und der Schwiegervater verhört worden. In Karachi leben nach pakistanischen Angaben auch die Frau und die beiden Kinder Shahzads. Kurz vor ihrer Festnahme hatte die Mutter Shahzads Reportern berichtet, dass ihr Sohn bei einem Besuch im Sommer 2009 zusammen mit einem Freund in den Nordwesten Pakistans gereist sei. Die Region gilt als Hochburg islamischer Rebellen und als Rückzugsgebiet der Taliban aus dem benachbarten Afghanistan.

"Sie werden wiederkommen"

Shahzad ist einer von einem Dutzend Ausländern mit US-Pass oder Greencard, die in den vergangenen zwei Jahren wegen Terrorverdachts festgenommen wurden. Unter ihnen ist der Pakistaner Daood Gilani, der in Chicago den Namen David Coleman Headley annahm und mit einem geplanten Anschlag auf eine dänische Zeitung in Verbindung gebracht wird, sowie der Busfahrer Najibullah Zazi aus Denver, der sich im Februar zu einem geplanten Attentat auf die New Yorker U-Bahn bekannte.

New Yorks Polizeichef Raymond Kelly sagte nach der Festnahme, die Stadt könne "heute etwas beruhigter" sein. "Aber New York ist Amerika. Und sie werden wiederkommen und versuchen, uns zu töten."

DPA/Reuters/AFP
 
 
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