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3. September 2008, 19:36 Uhr

EU will Frauen vom Herd verbannen

Mutter am Herd, Oma beim Kuchenbacken - geht es nach dem Europäischen Parlament, sollen solche Bilder aus der Fernsehwerbung verschwinden. Mit großer Mehrheit forderten die Abgeordneten, diskriminierende Geschlechterklischees aus der Reklame zu verbannen.

Schon Diskriminierung oder noch zulässig? Ein Reklamebild zeigt eine Frau am Küchengerät© obs/Miele

Die Hausfrau am Herd oder an der Waschmaschine soll nach dem Willen des Europa-Parlaments aus der Fernsehwerbung verschwinden. Mit großer Mehrheit forderten die Abgeordneten am Mittwoch in Brüssel ethisch oder rechtlich verbindliche Regeln für Reklamesendungen. Damit könnten Werbespots unterbunden werden, die diskriminierende oder entwürdigende Botschaften auf der Grundlage von Geschlechterklischees vermitteln oder zu Gewalt anstacheln, teilte die Parlamentsverwaltung mit.

Das Parlament wünscht zudem Aufklärungsaktionen und Bildungsprogramme, um gegen sexistische Beleidigungen und entwürdigende Bilder von Frauen und Männern in der Werbung und im Marketing vorzugehen. Klischeehafte Bilder oder Botschaften, die die menschliche Würde verletzen, sollen dem rechtlich nicht bindenden Beschluss zufolge auch aus Lehrbüchern, Videos, Computerspielen und dem Internet verbannt werden.

Die Initiative zur Fernsehwerbung unterstützten 504 Abgeordnete bei 110 Gegenstimmen und 22 Enthaltungen. Noch größer war die Zustimmung zum Vorstoß, den 22. Februar zum "Internationalen Tag für gleiches Entgelt" zu erklären. Noch immer verdienten Frauen im Durchschnitt 15 Prozent weniger als Männer, hieß es zur Begründung. Die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt führe zudem dazu, dass sie weniger eigene Rentenansprüche und andere Sozialleistungen sammelten. Hier müssten die EU-Staaten eingreifen.

Im Rentenalter lebten 21 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer in Armut, beklagte das Parlament. EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssten gegensteuern, um diese Tendenz abzuwenden. Die Abgeordneten betonten positive Auswirkungen von Quoten für den Anteil von Frauen auf Managerposten und an Hochschulen. Sie forderten zugleich, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erleichtern. Nur 62,4 Prozent der Frauen mit betreuungsbedürftigen Kindern seien berufstätig, aber 91,4 Prozent der Männer.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 36)
 
Hagen-von-Tronje (04.09.2008, 13:36 Uhr)
eu
Ich bin ein Mann und finde es diskriminierend das ich keine Kinder bekommen kann, wen kann ich deswegen verklagen?
famissimo (04.09.2008, 12:29 Uhr)
Es lebe der Genderwahn
Wow - die Zensur ist zurück. Doch diesmal hübsch und verlockend verpackt - hinter der Fassade politischer Korrektheit. Ist als nächstes die Mutterrolle dran? Diese zwängt die Frau schließlich auch in eine einseitige und damit (folgt man der EU-Argumentation) diskriminerende Rolle. Da gibt es doch ständig diese Babyglück-Reportagen im Fernsehen, die werdende Eltern bei Schwangerschaft und Geburt begleiten.
Diese Sendungen müssen wir UUUUUNBEDINGT verbieten. Oder wir wenden uns gleich der Wurzel allen Unheils zu und debattieren darüber, ob Geschlechtlichkeit, Mutter- und Vater-Rollen überhaupt noch in unsere politisch ultrakorrekte Zeit passen sprich: ob das Geschlecht nicht einfach abgeschafft werden sollte. Die Gentechnik sollte dies möglich machen.
undjetztnochder (04.09.2008, 12:21 Uhr)
Lautstärke
Wenn die EU-Gauner schon wieder etwas verbieten müssen, dann doch bitte, dass der Fernseher bei den Werbespots lauter wird (oder ist das nur bei meinem Fernseher so?). Das nervt wirklich, da müsste das Gerät leiser werden, damit würde meine (Fernseh-) Lebensqualität deutlich gesteigert. Das mit den Geschlechterrollen in der Werbung ist doch nur lächerlich, hier braucht niemand eine Regelung!
Palatine (04.09.2008, 10:01 Uhr)
machtlos
Was mir Bauchschmerzen verursacht, ist die Tatsache, dass keiner diesen von Steuergeldern hochbezahlten Clowns auf die Finger klopfen kann. Die haben offentlichtlich komplette Narrenfreiheit.
botoxia (04.09.2008, 08:17 Uhr)
Meine Güte
Wie diskriminierend, KOCHEN! Leckeres Essen kochen ist eine der wichtigsten Sachen des ganzen Tages, wie kann das als diskriminierend erscheinen? Viel schlimmer ist doch die tägliche nackte Titte auf Seite 1, um die Verkaufszahlen eines nicht näher genannten Boulevardblattes zu steigern.
endbenutzer (04.09.2008, 08:02 Uhr)
Und was ist mit Frauen...
...die wirklich gerne kochen? Sowas soll es ja wirklich geben. Im Gegenzug sollte man dann aber auch biertrinkende Männer aus der Werbung verbannen.
Mitleserin (04.09.2008, 07:35 Uhr)
Schwachsinn
Glaube den Herren ist ziemlich langweilig und die verdienen zuviel um sich um so einen Scheiss Gedanken zu machen.
Die sollen sich um nützliche Dinge kümmern.
tripex (04.09.2008, 07:09 Uhr)
Pearl-Katalog
Realitätsverdrängender als diese EU-Parlamentarier sind nur noch die Macher des Pearl-Katalogs. Dort posieren ausnahmslos die geilsten Frauen mit allen möglichen technischen Krimskrams wie Fernbedienungen, Fernsteuerungen, Softwarepakete, Motherboards und Werkzeug in der Hand. Dabei tragen sie nur die edelsten mehr als nur Disco tauglichen Kleider.
Justizius (04.09.2008, 02:25 Uhr)
Typisch EU-Parlament
Hier muß man sich fragen, welche Daseinsberechtigung dieses EU-Parlament hat, das nahezu ein Schrottgesetz nach dem anderen auf den Weg bringt. Die Leute, die dort sitzen, betreiben professionelle Inkompetenz auf hohem Niveau. Insbesondere bestechen die Abgeordneten durch ihre professionelle Abwesenheit bei der Gesetzgebung. Das paradoxe daran ist, dass sie sogar dafür sehr viel Geld bekommen...
umpapah (04.09.2008, 02:16 Uhr)
Mal weg von der Werbung zum Resttext
Zitat:
"... den 22. Februar zum "Internationalen Tag für gleiches Entgelt" zu erklären. Noch immer verdienten Frauen im Durchschnitt 15 Prozent weniger als Männer, hieß es zur Begründung. ..."
Ja, warum eigentlich den Tag des gleichen Entgeltes?? Wenn Frauen weniger verdienen, dann ist das halt ein vollkommen unnützer Tag!!
Mich nervt es unheimlich, wenn die Damen und Herren in Brüssel - aber auch bei der schreibenden Zunft (egal ob Spiegel, Stern, focus usw.) einfach den Unterschied zwischen *verdienen* und *erhalten* nicht kennen oder kennen wollen.
Wenn Frauen - sehr geehrte Redaktion - 15% weniger verdienen, dann ist es auch gut so wenn sie 15% weniger bekommen!
Es ist aber nicht in Ordnung, wenn sie bei gleicher Leistung weniger bekommen, dann ist auch der 22.2. gerechtfertigt.
Andererseits ... schon wieder ein Gedenktag, an dem(n) keiner (ge)denkt?
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