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7. April 2011, 08:30 Uhr

China bezichtigt Ai Weiwei Wirtschaftsverbrechens

Seit vier Tagen gibt es kein Lebenszeichen vom festgenommenen chinesischen Künstler Ai Weiwei. Jetzt haben die Behörden den Grund für die Verhaftung nachgereicht: Angeblich soll sich der Kritiker der chinesischen Führung "Wirtschaftsverbrechen" schuldig gemacht haben.

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Sein Schicksal bewegt die Welt: der festenommene chinesische Künstler Ai Weiwei© Tobias Hase/DPA

Vier Tage nach der Festnahme des bekannten chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist erstmals etwas über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bekannt geworden. Gegen Ai werde wegen mutmaßlicher "Wirtschaftsverbrechen" ermittelt, hieß es am Donnerstag in einer knappen Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Seine Festnahme am Sonntag sei "in Übereinstimmung mit dem Gesetz" erfolgt. Die chinesische Polizei wollte weiter keine Angaben zu dem Fall machen.

Ais Frau Lu Qing sagte, sie habe immer noch keine offizielle Mitteilung zu den Ermittlungen erhalten. Außerdem wisse sie weiter nicht, wo ihr Mann festgehalten werde.

Der 53-jährige Künstler war am Sonntag von der Polizei am Flughafen von Peking festgenommen worden, als er ein Flugzeug nach Hongkong besteigen wollte. Er sieht sich wegen seiner Kritik an der kommunistischen Führung der Volksrepublik regelmäßig Repressalien ausgesetzt. Sein Anwalt Liu Xiaoyuan sagte, er habe seit Sonntag kein Lebenszeichen von Ai erhalten.

Erst am Mittwoch hatten Chinas Staatsmedien ihr Schweigen gebrochen und erstmals über den Fall berichtet. Der Bürgerrechtler sei ein "Außenseiter der chinesischen Gesellschaft", hieß es in einem in der Zeitung "Global Times" veröffentlichten Kommentar. "Ai Weiwei tut Dinge, die sich andere nicht herausnehmen. Er ist nah an die rote Linie des chinesischen Rechts gekommen", schrieb das englischsprachige Sprachorgan der Kommunistischen Partei.

kng/DPA
 
 
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