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29. Juni 2010, 06:55 Uhr

FBI enttarnt mutmaßliches russisches Spionage-Netzwerk

Fast wie in Zeiten des Kalten Krieges: Das amerikanische FBI hat ein Netz von mutmaßlichen russischen Agenten ausgehoben. In mehreren Städten der USA wurden insgesamt zehn Verdächtige festgenommen. Offenbar arbeiteten die US-Ermittler bereits seit zehn Jahren an dem Fall.

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Fünf der mutmaßlichen Spione erschienen in New York vor einem Bundesgericht© Elizabeth Williams/AP

In den USA ist ein mutmaßliches Spionage-Netzwerk enttarnt worden, das bereits seit Jahrzehnten Informationen für Russland gesammelt haben soll. Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurden zehn Verdächtige festgenommen, fünf von ihnen erschienen in New York vor einem Bundesgericht. Den mutmaßlichen Spionen, die nach eigenen Angaben aus den USA, Kanada, Peru und Russland stammen, drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Die zehn mutmaßlichen Spione seien am Sonntag in den vier nordöstlichen US-Bundesstaaten New York, New Jersey, Massachusetts und Virginia festgenommen worden, teilte das Justizministerium mit. Neun von ihnen wird demnach auch Geldwäsche zur Last gelegt. Den Verdächtigen drohen fünf Jahre Haft wegen Spionage und weitere 20 Jahre Gefängnis wegen Geldwäsche. Ein elfter Verdächtiger blieb den Angaben zufolge auf freiem Fuß.

Die Bundespolizei FBI hatte die Männer und Frauen nach eigenen Angaben mehr als zehn Jahre lang überwacht, sie in ihren Wohnungen und in Hotelzimmern abgehört, ihre Anrufe mitgeschnitten und ihre E-Mails gelesen. Mitunter hätten sich US-Agenten auch als russische Regierungsbeamte getarnt und mit den Verdächtigten getroffen.

Noch keine Anklage vor Bundesgericht

Fünf der Verdächtigen wurden einem Bundesgericht in New York vorgeführt. Die anderen fünf Festgenommenen sollten Gerichten in Virginia und Boston im Bundesstaat Massachusetts vorgeführt werden. Der New Yorker Richter James Cott klagte Cynthia M., Juan L., Vicky P. und Anna C. zwar vorerst nicht offiziell an, ließ sie wegen Fluchtgefahr jedoch in Gewahrsam behalten.

Die Festgenommenen hatten laut Klageschriften angegeben, Bürger der USA, Kanadas oder Perus zu sein. Ihre tatsächliche Nationalität wurde zunächst nicht mitgeteilt. Der Anwalt der Verdächtigen Anna C. sagte nach der Anhörung, die 28-Jährige sei russische Staatsbürgerin. Sie sei erst seit Kurzem in den USA und habe eine Arbeitserlaubnis bekommen, die ihr am Samstag wieder entzogen worden sei, führte der Jurist Robert M. Baum aus.

Mutmaßliches Ziel: Infiltrierung regierungsnaher Kreise

Die Verdächtigen waren nach Informationen der Bundespolizei FBI auf einer langfristigen Mission in den USA. Sie sollten demnach dem Hauptquartier des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR Bericht erstatten. "Ihre Ausbildung, Bankkonten, Auto, Haus usw. - all dies dient einem Ziel: ihre Hauptmission zu erfüllen, das heißt Verbindungen in Politik-Kreise in den USA aufzutun und zu entwickeln", zitierte das FBI aus einer entschlüsselten Botschaft.

Die elf Verdächtigen sollten nach Angaben des FBI unter anderem Informationen über die US-Politik gegenüber Afghanistan und dem Iran sowie über einen damals geplanten Rüstungsvertrag zwischen Washington und Moskau sammeln. Sie sollten demnach regierungsnahe Kreise infiltrieren. Das FBI listete in seiner Klageschrift auch die Methoden des Netzwerks auf. Die Spione arbeiteten den Angaben zufolge mit verschlüsselten Botschaften, Bargeld sei ihnen von russischen Boten bei Aufenthalten in lateinamerikanischen Ländern übergeben worden. Bei Reisen nach Moskau und zurück in die USA seien die Spione zur Tarnung über Rom geflogen und hätten falsche Pässe benutzt.

Russland will Vorwürfe prüfen

Russland will die Vorwürfe nun prüfen. Die US-Informationen seien "widersprüchlich", teilte das russische Außenministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit. "Wir werten alle Informationen aus", hieß es in Moskau. Der russische Auslandgeheimdienst SWR lehnte einen Kommentar zu den Anschuldigungen ab.

Auch die US-Regierung gab zunächst keine Stellungnahme zu den Festnahmen und möglichen Auswirkungen auf die Beziehungen zu Moskau ab. Erst am Donnerstag waren im Weißen Haus US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew zusammengetroffen. Dabei vereinbarten sie eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie eine stärkere Kooperation der Geheimdienste sowie im Kampf gegen den Terror. Obama hatte den Kremlchef dabei als "Freund und Partner" bezeichnet. Medwedew sei "solide und verlässlich".

kng/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
BodoGiertz (01.07.2010, 11:04 Uhr)
Ein gezielte Intrige
10 jahre wurden diese Personen beobachtet und ausgerechnet jetzt,
nach dem Treffen zwischen Obama und Medwedjew wurden sie festgenommen.
Das FBI ist anscheinend durchsetzt von Hardlinern die die neue Russland-Politik von Präsident Obama torpedieren wollen.

Wenn wir nur wollten
oder uns trauen würden ; -)
dann könnte auch Deutschland
10 solche "Spione" festnehmen,
die dann aber für die USA arbeiten !
kb26919 (01.07.2010, 00:21 Uhr)
Es ist doch kein Geheimnis
dass in deutschen Firmen auch russische und chinesische Spione arbeiten und Betriebs-Geheimnisse in ihre respektive Heimat bringen. Also ist es doch gut moeglich dass in der BRD auch ein paar Kuckucks Eier sitzen .Nur hat man die noch nicht enttarnt.
j_w_s (29.06.2010, 14:45 Uhr)
Wie man's sieht
RIAN:
Mit der angeblichen Zerschlagung eines russischen Spionagerings versuchen die Hardliner in Washington,
den von Barack Obama eingeleiteten Neuanfang mit dem Kreml zu vereiteln, sagte Nikolai Kowaljow,
Ex-Chef des russischen Geheimdienstes FSB.
Das die Zerschlagung des angeblichen Agentennetzes ausgerechnet jetzt bekannt gegeben wurde,
ist nach Auffassung von Kowaljow kein Zufall.
Dies schade dem Image von Barack Obama und sei ein Versuch, dessen Russland-Politik negativ zu beeinflussen.
Die Falken in den US-Geheimdiensten seien daran interessiert, denn sie bräuchten einen ?äußeren Feind?, um mehr Finanzierung zu bekommen.
Für dieses Feindbild passe Russland am besten: ?Es gibt natürlich auch den Iran, das wäre dann aber nicht allzu beeindruckend?.

?Elf Personen, die einander gekannt und zusammen gearbeitet haben?
Jeder Profi wird darüber lachen?, so der frühere FSB-Chef und derzeit Angeordneter der Duma (Unterhaus des russischen Parlaments).
Als Spionagering sei vielleicht eine Gauner-Gruppe ausgegeben worden, die Geldwäsche betrieben habe.
jo--jo (29.06.2010, 10:21 Uhr)
Hat nicht jedes Land seinen Geheimdienst?
Auch die USA.

Deren ist z. B auch in unserem Land tätig. Bei so genannten Freunden!
also_ne... (29.06.2010, 09:40 Uhr)
@ Arioffz
...wenn ich mir solche Kommentare hier durch lese, wohl anscheinend in Absurdistan.
Arioffz (29.06.2010, 09:32 Uhr)
Retten die LINKE
wo Leben Sie denn??
also_ne... (29.06.2010, 09:21 Uhr)
Arioffz (29.06.2010, 08:55 Uhr)
-.-
und retten kann uns nur noch die Linke, gell...
Arioffz (29.06.2010, 08:55 Uhr)
Wir wurden schon vor Jahren infiltriert
die jetzige Regierung vollendet das Werk und arbeitet gegen uns. Zum Wohle des Volkes geschieht hier nichts mehr. Siehe Aufsichtsrat von NEGP!
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