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30. Juni 2009, 11:32 Uhr

Iraker feiern US-Abzug aus Städten

Die Iraker sind seit dem frühen Morgen in den großen Städten des Landes selbst für die Sicherheit verantwortlich. Die US-Truppen übergaben die Zuständigkeit an die irakischen Behörden. Die Menschen feierten dies mit einem Feuerwerk, Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte den Tag zum Feiertag. In Irkuk aber riss eine Autobombe 27 Menschen in den Tod.

Irak, US-Abzug, Sicherheit, Feuerwerk

Irakische Soldaten nehmen an einer Parade in Bagdad teil, um den Abzug der US-Truppen zu würdigen© Ali Abbas/DPA

Mit einem Aufruf zur nationalen Einheit und zur Wachsamkeit hat die irakische Führung am Dienstag den Abzug der US-Truppen aus den Städten und Dörfern des Landes gewürdigt. Präsident Dschalal Talabani sagte in einer Fernsehansprache: "Wir werden die Verluste durch Al-Kaida nicht vergessen." Ministerpräsident Nuri al-Maliki meinte: "Um der Märtyrer und der Verwundeten willen müssen wir als Land zusammenstehen."

Die Bevölkerung in Bagdad feierte den US-Abzug aus Städten und Dörfern mehr als sechs Jahre nach dem Einmarsch mit einem mitternächtlichen Feuerwerk. Tausende Iraker trafen sich am Montagabend in einem Park in Bagdad. Ministerpräsident Al-Maliki hatte den Dienstag zum Feiertag erklärt.

Die noch rund 134.000 im Irak stationierten amerikanischen Soldaten ziehen sich auf ihre Stützpunkte außerhalb der Ortschaften zurück. Die Sicherheit soll in den Städten künftig allein von den Einheiten der irakischen Polizei und Armee gewährleistet werden. Ihnen stehen außerdem noch Bürgerwehren zur Seite, die von den Amerikanern mit Hilfe von Stammesführern gegründet worden waren.

Allerdings ist nicht allen Irakern zum Jubeln zumute. Einigen Irakern, die kategorisch gegen die Präsenz der Amerikaner in ihrem Land sind, dauert es noch zu lange bis zum kompletten Abzug der von ihnen als Besatzer empfundenen Truppen Ende 2011. Andere Iraker befürchten, dass die Zahl der Terroranschläge nach dem Rückzug der Amerikaner zunehmen wird. Wie zum Beleg ereignete sich während des Tages in Irkuk im kurdischen Norden des Landes ein schwerer Anschlag. Mindestens 27 Menschen starben, als in der Nähe eines Gemüse- und Geflügelmarktes eine Autobombe explodierte.

Offiziell zeigt sich US-Militärführung zuversichtlich, dass die irakischen Sicherheitskräfte der Herausforderung nach jahrelanger Ausbildung gewachsen sind. Im Vertrauen argwöhnen viele, dass sie doch überfordert sein könnten. Diese Befürchtungen sind angesichts des Gewaltausbruchs in diesem Monat, bei dem mehr als 250 Menschen bei Bombenanschlägen und Schießereien getötet wurden, noch gewachsen.

Aber auch unter der Führung des US-Militärs gab es immer wieder Anschläge: So wurden am Vortag des Abzugs der US-Truppen aus irakischen Städten in Bagdad vier US-Soldaten getötet. Die Vier seien am Montag Verletzungen erlegen, die sie bei Kampfhandlungen erlitten hätten, erklärten die US-Streitkräfte am Dienstag. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
max67 (30.06.2009, 16:35 Uhr)
Überfordert
Wieso überfordert? Warum tun die Amis immer so, als hätten andere Staaten keine Polizei und Soldaten und wenn welche vorhanden sind, dann sind es Korrupte Polizisten und unfähige Soldaten. Vor dem amerikanischen Überfall auf Irak gab es in deisem Land Polizei und Richter und Soldaten und... dann kamen die Amerikaner und mit ihnen auch die Terroristen und das Land versank im Chaos. Dass die Amis die Anderen immer als Nichtskönner darstellen, ist ja nichts neues.
klabautermann79 (30.06.2009, 13:45 Uhr)
Hab gerade
vergessen, weswegen da ständig Anschläge passieren? War das nicht immer deswegen, weil die Amis sich dort breit gemacht haben? Und wieso sollten die Anschläge jetzt mehr werden, wenn sie abgezogen sind? Also ohne hier von Verschwörungstheorien anzufangen, aber ich habe letztens einen interessanten Artikel über private "Sicherheitsunternehmen", also Söldner-Firmen gelesen, die in allmöglichen Kriegsregionen der Welt tätig sind, meist in Auftrag von Regierungen. Das würde jetzt zuweit führen, das haarklein zu erklären. Jedenfalls werden verdeckt Konflikte geschürt, durch Söldner. Wie gesagt, diese ganze Maschinerie kann man schlecht in ein paar Sätzen erklären, aber im Endeffekt geht es wie immer um wirtschaftliche und politische Interessen. Daher würde ich es nicht ausschließen, wenn den Amis die Anschläge ganz gut in den Kram passen.
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