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18. März 2008, 18:45 Uhr

Demokraten verzichten auf Nachwahl

Hillary Clinton ist enttäuscht: Sie muss die US-Vorwahlen ohne die Stimmen aus Florida gewinnen. Die Vorwahlen der Demokraten im US-Bundesstaat wurden von der Bundespartei nicht anerkannt. Wiederholt werden sie auch nicht.

Hillary Clinton ist enttäuscht. Sie muss auf wichtige Stimmen verzichten© Mark Wilson/Getty Images/AFP

Die Demokraten im US-Bundesstaat Florida wollen die von der Bundespartei nicht anerkannte Vorwahl über die Präsidentschaftskandidatur nicht wiederholen. Das Meinungsbild in der Partei sei eindeutig, heißt es in einem am Montag in Tallahassee veröffentlichten Schreiben der Vorsitzenden der Demokraten in Florida, die Kongress-Abgeordnete Karen Thurman. Weder eine Briefwahl noch Caucuses (Parteiversammlungen) oder eine neuerliche Vorwahl seien vorstellbar.

Unter den US-Demokraten wird angesichts des bislang fast unentschiedenen Duells zwischen den Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur die Wiederholung der Vorwahl heftig diskutiert; denn die Bundespartei hatte die Demokraten in Florida mit einer Nichtanerkennung der Vorwahl bestraft, nachdem dort die Abstimmung ohne Absprache willkürlich vorverlegt worden war.

Dementsprechend hatten weder Obama noch Clinton in Florida Wahlkampf geführt. Bei den Vorwahlen am 29. Januar bekam die Senatorin aus New York die meisten Stimmen, die aber auf dem Nominierungsparteitag Ende August in Denver nicht zählen sollen. Ähnlich wurde auch der US-Bundesstaat Michigan bestraft, wo es aber nach Berichten des Nachrichtensenders CNN am 3. Juni zu einer erneuten Vorwahl kommen könnte. Auch in Michigan hatte Clinton gesiegt, wobei Obama nicht einmal auf den Wahlzetteln aufgeführt war.

Das Wahlkampflager Clintons zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung in Florida. Schließlich würden damit 1,7 Millionen Wähler, die im Januar abgestimmt hatten, nicht gewertet, klagte der Sprecher der Senatorin, Phil Singer. Wiederholungen der Vorwahlen in den beiden Staaten, bei denen es um über 300 Delegiertenstimmen gehen würde, könnten den Kampf zwischen Obama und Clinton entscheiden. Bisher führt der schwarze Senator aus Illinois knapp vor Clinton; beide können aber bei den noch ausstehenden Vorwahlen rein rechnerisch nicht mehr die absolute Mehrheit der Delegierten erreichen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Reality (18.03.2008, 21:47 Uhr)
Merkwürdig...
Für einen Mitteleuropäer,
sind amerikanische Vorwahlen
eine etwas seltsame anmutende demokratische Praxis.
Eben wie vieles in Amerika.
Vielleicht empfindet man das so weil man nicht Amerikaner oder und auch nicht amerikanisch denkt.
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