Gaddafi-Sohn setzt sich nach Niger ab

12. September 2011, 09:13 Uhr

Der Clan bricht auseinander - Gaddafi-Sohn Al-Saadi setzt sich nach Niger ab. Vom Ex-Diktator fehlt jedoch weiter jede Spur. Bald soll eine neue Übergangsregierung stehen. Weiter gibt es keinen ernsthaften Versuch der Anti-Gaddafi-Kämpfer, die Wüstenstadt Bani Walid einzunehmen.

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Al-Saadi al Gaddafi, Sohn des gestürzten und untergetauchten libyschen Diktators Muammar al Gaddafi©

Ein Sohn des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ist am Sonntag im südlichen Nachbarland Niger entdeckt worden. Nach Angaben von Nigers Justizminister Maru Adamu handelt es sich um Gaddafis Sohn Al-Saadi. "Er befand sich in einem Konvoi mit neun Leuten", sagte Adamu auf einer Pressekonferenz.

Mittlerweile sei der 38-Jährige mit einem Militärflugzeug in die Hauptstadt Niamey weitergereist, hieß es in Berichten örtlicher Behördenvertreter. Dort sei er "in guter Obhut" der nigrischen Sicherheitskräfte, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen. Die US-Regierung hatte zuvor seine Bewachung in Agadez mit einer Art Hausarrest verglichen. Die nigrischen Behörden stellten aber klar, dass es sich nicht um einen "Arrest" handele, sondern um eine "Bewachung".

Al-Saadi ist bereits das vierte von acht Kindern Gaddafis, das sich ins Ausland abgesetzt hat. Zuvor war Ende August die zweite Ehefrau des untergetauchten Ex-Machthabers, Safija al-Gaddafi, mit der Tochter Aischa und dem Sohn Hannibal nach Algerien geflüchtet. Mit dabei war auch Gaddafis ältester Sohn Mohammed, der aus erster Ehe stammt. Wo sich Ex-Diktator Gaddafi aufhält, ist weiterhin unklar.

In das Nachbarland Niger waren in den vergangenen Tagen bereits ranghohe Generäle Gaddafis geflüchtet. Die Regierung des Landes gibt an, dass sie die Wüstengrenze zu Libyen nicht vollständig überwachen könne. Eine neue libysche Übergangsregierung soll innerhalb von zehn Tagen gebildet werden. Mahmud Dschibril vom Übergangsrat sagte am Sonntag in Tripolis vor Journalisten, in der neuen Übergangsregierung sollten auch Repräsentanten der unterschiedlichen Regionen Libyens vertreten sein.

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