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Kamerun hat trotz Boko Haram 100 000 Nigerianer abgeschoben

Jaunde - Kamerun hat Menschenrechtlern zufolge trotz der Bedrohung durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram rund 100 000 Flüchtlinge zurück in den Nordosten Nigerias abgeschoben. Ihnen drohe dort neue Gewalt, Vertreibung und Not, warnte Human Rights Watch (HRW).

Opfer der Boko Haram

Christliche Mädchen aus Chibok, die nach drei Jahren aus der Hand der islamistischen Boko Haram befreit worden waren. Die Extremisten terrorisieren seit 2009 den Nordosten Nigerias. Foto: Sunday Aghaeze

hat Menschenrechtlern zufolge trotz der Bedrohung durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram rund 100 000 Flüchtlinge zurück in den Nordosten Nigerias abgeschoben. Ihnen drohe dort neue Gewalt, Vertreibung und Not, warnte Human Rights Watch (HRW).

Darum habe auch das UN-Flüchtlingshilfswerk bereits an Kamerun appelliert, die Abschiebungen einzustellen, bis sich die Sicherheits- und Versorgungslage im benachbarten verbessert habe.

Kamerunische Soldaten hätten immer wieder aus Nigeria gefoltert, sexuell missbraucht oder gewaltsam abgeschoben, erklärte HRW unter Berufung auf Gespräche mit mehr als 60 betroffenen Flüchtlingen. Das Verhalten komme einer kollektiven Bestrafung aller Nigerianer gleich und ziele wohl darauf ab, Nigerianer davon abzuhalten, in Kamerun Asyl zu suchen, hieß es weiter.

Die sunnitischen Extremisten der terrorisieren seit 2009 den Nordosten Nigerias und angrenzende Gebiete. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe sind seither mindestens 20 000 Menschen ums Leben gekommen, über zwei Millionen sind vor der Gewalt geflohen.  

dpa

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