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20. November 2008, 16:58 Uhr

EU verzichtet auf Nackt-Scanner

Umdenken bei der EU nach heftigen Protesten: Die sogenannten Nackt-Scanner, mit denen Passagiere an Flughäfen bis auf die Haut durchleuchtet werden können, wird es nicht geben - zumindest vorerst. Die EU-Kommission will zunächst noch einmal den Nutzen der umstrittenen Geräte prüfen.

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Nackt-Scanner: Solche Bilder soll es auf Europas Flughäfen vorerst nicht geben© DPA

Nach heftigen Protesten unter anderem im Europaparlament hat die EU-Kommission ihre Pläne zur Zulassung sogenannter Nackt-Scanner an Flughäfen vorerst auf Eis gelegt. Die Nützlichkeit einer solchen Maßnahme müsse noch eingehender geprüft werden, sagte ein Sprecher der Kommission am Donnerstag in Brüssel.

An dem umstrittenenen Verbot der Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck von Fluggästen soll hingegen festgehalten werden. Mehrere Europaabgeordnete begrüßten ausdrücklich den vorläufigen Verzicht auf die Ganzkörper-Scanner.

Es handele sich dabei um eine "weise Entscheidung", sagte der Chef der sozialistischen Fraktion im Europaparlament, Martin Schulz (SPD). Die Kommission verzichte damit auf eine "entwürdigende Maßnahme". Der deutsche Grünen-Politiker Michael Cramer erklärte, er hoffe, dass die Kommission "dem Drängen der Industrie, die die Apparate um jeden Preis verkaufen wollen, nicht nachgibt und dieser Vorschlag endgültig vom Tisch ist". Die EU-Volksvertretung hatte die Pläne bereits im Oktober entschieden abgelehnt.

In Anfragen an die Kommission erkundigten sich mehrere Abgeordnete, wie die Brüsseler Behörde die "zudringliche Betrachtung" von Genitalien und anderen intimen Körperteilen verhindern wollte. Außerdem verlangten sie eine "wissenschaftliche und medizinische Bewertung" möglicher Gesundheitsrisiken durch die Ganzkörper-Durchleuchtungen.

Deutschland hatte sich bereits nach den massiven Protesten quer durch alle politischen Lager gegen den Einsatz der Nackt-Scanner ausgesprochen. Solange die Geräte zur Kontrolle der Passagiere "diese Bilder produzieren, werden sie nicht eingesetzt, jedenfalls in Deutschland nicht", hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) schon Ende Oktober nach einem EU-Innenministertreffen in Luxemburg unmissverständlich gesagt.

AFP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
DrMunzert (21.11.2008, 08:58 Uhr)
Nacktscanner für Häuser
Es gibt auch Durch-Mauern-Scanner mit denen man Menschen in ihren Häusern und Wohnungen unauffällig beobachten kann. Das gläserne Haus, in dem Menschen permanent überwacht werden können ist damit leider möglich und bedeutet das Ende des Privatlebens!
hharlekin (20.11.2008, 21:02 Uhr)
Doch Hirn da?
Oder zuminest rudimentäre Restbestände?
Bei den zuständigen Leuten?
Nicht zu fassen, daß sowas überhaupt bis zur Entscheidungsreife gelangen konnte. Ich hoffe, die endgültige Beerdigung dieses Schwachsinns dauert nicht wieder 20 Jahre wie bei der Gurken-Krümmung!
Nur die Flughafen-Mitarbeiter tun mir ein ganz klein wenig leid, daß sie dann doch nicht an eine von Arbeitgeberseite verordneten Peepshow kommen....aber nur ein gaaaanz klein wenig...
johnniedeamonic (20.11.2008, 19:08 Uhr)
ah sehr schön...
...das England endlich nichtmehr in Zusammenhang mit der EU gebracht wird, die Benutzen die Scanner nämlich schon
Gisella (20.11.2008, 18:13 Uhr)
Ich will
hier gar nicht sagen, was ich über die EU-Bonzen denke....... verschwenden Zeit und Geld für diesen Mist. Hoffe nicht, dass diese "GERÄTE" schon von dieser nutzlosen Behörde in Massen eingekauft worden sind?????
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