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16. September 2007, 13:21 Uhr

Vier Deutsche verletzt gerettet

In einem schweren Unwetter ist in Thailand am Sonntag ein Ferienflieger mit Dutzenden Europäern an Bord verunglückt und in Flammen aufgegangen. Mehr als 80 Menschen kamen bei der Bruchlandung ums Leben. An Bord des Passagierflugzeugs sind auch vier Deutsche gewesen.

Ein ausländischer Passagier, der bei dem Flugzeugabsturz in Thailand verletzt wurde, wird in einem Krankenhaus auf Phuket behandelt© AP

Katastrophe auf der Ferieninsel Phuket: In einem schweren Unwetter ist in Thailand am Sonntag ein Ferienflieger mit Dutzenden Europäern an Bord verunglückt und in Flammen aufgegangen. Mehr als 80 Menschen kamen bei der Bruchlandung ums Leben. An Bord des am Sonntag bei der Landung verunglückten thailändischen Passagierflugzeugs sind unbestätigten Angaben zufolge auch vier Deutsche gewesen.Wie durch ein Wunder konnten sich fast 40 Menschen aus dem brennenden Wrack retten. Darunter waren nach Angaben der örtlichen Krankenhausverwaltung vier Deutsche. Über deutsche Todesopfer lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Verletzt gerettet wurden auch ein Niederländer, zwei Schweden, drei Iraner, drei Australier, sechs Briten, sechs Iren und elf Thailänder. Fünf der Überlebenden befanden sich nach Medienberichten in kritischem Zustand.

Überlebende berichteten von einem ungewöhnlich holprigen Landeversuch. Die Maschine der Billigfluggesellschaft One-Two-Go sei schwer geschüttelt worden. Über den Flughafen zog zu dem Zeitpunkt ein Unwetter mit starken Regenfällen und heftigen Windböen. Die Sicht war schlecht, als die in Bangkok gestartete Maschine mit der Flugnummer OG269 um 15.35 Uhr Ortszeit (10.35 Uhr MESZ) zur Landung ansetzte. «Der Pilot entschied durchzustarten, aber das Flugzeug geriet aus der Balance und stürzte ab», sagte Chaisak Angsuwan, Generaldirektor der thailändischen Luftverkehrsbehörde.

Maschine brach auseinander und fing Feuer

Die Maschine raste über die Landebahn hinaus und bohrte sich mit dem Cockpit in einen Erdwall. Sie brach auseinander und fing sofort Feuer. "Das ganze Flugzeug brannte", sagte der stellvertretende Gouverneur von Phuket, Worraphot Ratsrimaa, am Unglücksort. Passagiere, die im hinteren Teil des Flugzeugs saßen, stemmten die hinteren Türen auf und sprangen ins Freie. Viele erlitten dabei Verletzungen. Einige der Überlebenden trugen Brandwunden davon.

Nong Khaonual, ein Überlebender, berichtete im Fernsehsender Nation TV: "Ich habe zuvor schon in vielen Flugzeugen gesessen und ich kann sagen, unsere Landung ist seltsam verlaufen. Wir haben abscheinend zu schnell an Höhe verloren."

Wrackteile sind überall verteilt

Am späten Nachmittag drang aus dem ausgebrannten Wrack noch immer Qualm. Die Maschine war der Länge nach aufgerissen. Wrackteile waren im Umkreis von mehreren hundert Metern verteilt. Bis in die Nacht arbeiteten Helfer unter Flutlicht, um Opfer zu bergen. Der Flughafen wurde bis auf weiteres geschlossen. Im Süden Thailands geht im Oktober die Regenzeit zu Ende. Das ist die Hauptreisezeit. Phuket ist ein Ferienparadies mit hunderttausenden Besuchern aus aller Welt. Aus Deutschland fliegt unter anderem die nationale thailändische Fluggesellschaft Thai Airways auf die Insel. Pauschaltouristen nutzen Billigflieger wie One-Two-Go in der Regel nicht.

An Bord der Unglücksmaschine waren nach Angaben der Luftfahrtbehörde 130 Menschen, darunter 78 Ausländer. Die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD-82 gehört dem Billigflieger One-Two-Go, einer Tochter der thailändischen Fluggesellschaft Orient Thai Airlines. Die rund 45 Meter lange Maschine vom Typ MD-82 ist ein zweimotoriges Kurz- und Mittelstreckenflugzeug mit einer Kapazität von bis zu 172 Passagieren. One-Two-Go besaß sieben Maschinen vom Typ MD-82. Sie bedient unter anderem die 600 Kilometer lange Strecke Bangkok-Phuket.

Die deutsche Botschaft in Bangkok hat einen Krisenstab eingerichtet, der in Kontakt mit den zuständigen Stellen steht. Werden Angehörige oder Freunde als Passagiere auf der Maschine vermutet, können sich Bürger unter folgender Rufnummer an die Botschaft wenden: 00 66 2 287 9000. (Internet: www.bangkok.diplo.de)

 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Aurum (17.09.2007, 04:16 Uhr)
Amanzing Thailand?
Aus der Versicherungsabteilung der Airline gab eine Dame namens Chantra Purnariksha sofort bekannt, daß die Maschine nicht versichert gewesen sei. Selbstverständlich würden aber die Krankenhauskosten für die verunglückten Thais bezahlt. Die Ausländer seien sowieso anderweitig versichert.
Trotz der bekannt patriotischen Einstellung der jetzigen Machthaber könnte man aber vielleicht damit rechnen, daß für die ausländischen Opfer keine Verbrennungsgebühren in Rechnung gestellt werden oder etwa eine Luftverschmutzungs-Gebühr, obwohl man plant, die bösen Touristen als Verursacher des Fluglärms am neuen Flughafen Suvannaphum in Bangkok zur Kasse zu bitten.
Man wird an den Flugzeugabsturz in Surat Thani vor einigen Jahren erinnert. Böse Zungen behaupten, daß der Pilot den Landebefehl bekommen habe, nachdem er zwei Landeversuche abgebrochen hatte. Man scheute vielleicht die Verlegungskosten.
042020 (17.09.2007, 02:07 Uhr)
@AURUM/Nada-Mucho
Warscheinlich auch nicht anders in Deutschland, doch die final decision zum fliegen/landen ist sache des uberbezahlten Herrn Flugkapitan.
nada-mucho, man wo bist du den,ein
deutscher ist viel wichtiger usw
wie andere menschen.
wenigsten glauben die deutschen das ?
Aurum (16.09.2007, 18:28 Uhr)
Grob Fahrlässig!
Der Thailändische Wetterdienst gab schon gestern eine Unwetterwarnung für etliche Provinzen im Süden heraus, da sich ein starkes Tiefdruckgebiet von Indonesien nährte. Trotz dieser widrigen Wetterumstände, welche heute in Phuket herrschten wurde der Flug nicht anuliert oder umgeleitet. Von Bangkok nach Phuket ist es nur ca. 1 Flugstunde. Bei diesm schlechten Wetter wäre es ein leichtes gewesen, den Flug auszusetzen. Meiner Meinung nach trägt die Hauptschuld an diesem Desaster der Tower bzw. die Verantwortlichen in Phuket. Die Start und Landebahnen in Phuket liegen direkt am Meer, wo es grade in dieser Jahreszeit zu heftigen Tropenregen und starken Winden kommt. Es wäre auch nicht das erste Mal, daß ein Flugzeug in Phuket wassert. Im übrigen war es nicht wie in der Bildstrecke bezeichnet ein Ferienflieger, sondern ein normaler Inlandsflug, welcher mehrmals täglich von "One Two Go" bedient wird.
Meine aufrichtige Anteilnahme an alle Hinterbliebenen und eine baldige Genesung an die Verletzten.
Nada_Mucho (16.09.2007, 17:55 Uhr)
Egoismus
Ich finde es super-egoisisch. In diesem Horror-Unfall sind vielleicht hundert Menschen umgekommen. Aber die Überschrift heißt: "Ein Deutscher verletzt gerettet" Das ist ja super für denjenigen, aber pietätslos für die anderen Nationen. Sind die denn nicht wichtig?
 
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