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US-Moderatorin ruft zu Mord an Islamisten auf

"Wir müssen sie töten!" Mit dieser Aussage im rechten Kampfsender Fox News sorgt die TV-Expertin Jeanine Pirro für Empörung. Sie ist damit nur eine von mehreren provokativen Stimmen des Mediums.

Nach den Beschimpfungen des Fox-News-Moderators Sean Hannity gegen einen Imam sorgt der US-Sender mit einer weiteren islamfeindlichen Sendung für Aufsehen: Die TV-Expertin Jeanine Pirro ruft in einem sieben Minuten langen Video zum Massenmord an Islamisten auf. "Wir müssen sie töten. Wir müssen SIE TÖTEN!", sagt die ehemalige Staatsanwältin und Richterin zu Beginn und warnt die Zuschauer: "Sie sind in Gefahr. Ich bin in Gefahr. Wir sind im Krieg. Und es wird nicht aufhören."

Anlass der Wutrede sind die Anschläge dreier Terroristen auf das Pariser Satire-Magazin "Charlie Hebdo". "Nach den brutalen Terrorattacken in Frankreich versteht es hoffentlich jeder", sagt die 63-Jährige. Auch bietet sie gleich eine Lösung für die globale Gefahr. "Es gibt nur eine Gruppe, die diesen Krieg beenden kann. Die Muslime selbst. Unsere Aufgabe ist es, die Muslime bis an die Zähne zu bewaffnen, ihnen alles zu geben, was sie brauchen, um die islamistischen Fanatiker auszuschalten", lautet ihr radikales Konzept. Und wo bleibt dabei die westliche Welt? "Lasst sie (die Muslime) den Job machen, und wenn sie es tun, müssen wir einfach… in die andere Richtung sehen."

Pirro fürchtet "umgekehrten Kreuzzug"

Dann redet sich Pirro weiter in Rage und offenbart, dass sie anscheinend zu oft in andere Richtungen gesehen hat – sonst würde sie nicht so viele falsche Informationen verbreiten. „Es ist Zeit aufzuhören, Geld an die arabischen Länder zu schicken, die diese Mission nicht unterstützen“, sagt Pirro. Pakistan sei dabei ganz oben auf der Liste. Abgesehen davon, dass Pakistan nicht zur arabischen Welt gehört, bekämpft das Land extremistische Gruppen seit Jahren.

Dafür, dass ihre Strategie aufgehen kann, führt Pirro das Beispiel des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi an. "Ein Muslim." Sein Regime habe das Land von islamistischen Fanatikern befreit. Davon ist das Land jedoch weit entfernt. Zu den radikalen Extremisten zählt Pirro zudem die Muslimbrüderschaft. Sie wurde in Ägypten zwar als Terrororganisation eingestuft, doch fordern junge Vertreter der Bewegung beispielsweise die Einführung einer Demokratie mit islamischen Elementen. Der Muslimbruderschaft gehören allein in Ägypten etwa 100.000 Menschen an. Sie gilt als eine der ersten revolutionären islamischen Bewegungen.

Pirro fürchtet einen "umgekehrten Kreuzzug" und einen Genozid an Christen. Muslime seien eingeladen worden, in der Washington National Cathedral zu beten. Die Kathedrale wird als Nationales Haus des Gebets der USA bezeichnet. Zu viel für die erzkonservative Fox-News-Sprecherin: "Sie haben uns durch Immigration erobert. Sie haben uns durch interreligiösen Dialog erobert", sagt Pirro. Dialog hört sich nicht nach einem extremistischen Mittel des Terrors an. Der Aufruf Andersgläubige zu töten doch schon eher.

Spott für Fox-News-Experten

Damit ist Pirro bereits die dritte Fox-News-Moderatorin, die in letzter Zeit mit verstörenden Äußerungen für Empörung sorgt. Fox-News-Moderator Sean Hannity hatte den radikalen britischen Islamprediger Anjem Choudary als "bösartigen Hurensohn" beschimpft. Erst gestern erntete Fox-News-Experte Steven Emerson Spott und Häme im Internet, nachdem er sagte, die britische Stadt Birmingham sei angeblich durch und durch muslimisch geprägt. Premierminister David Cameron schaltete sich ein und nannte den US-Sicherheitsexperten einen "totalen Idioten".

Ein Nutzer namens @chris_wilde twitterte unter #foxnewsfacts ein Foto eines Konvois mit Anhängern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat unter schwarzer Flagge und schrieb dazu: "Aus Birmingham wird heute hohes Verkehrsaufkommen gemeldet". Etwa 22 Prozent der eine Million Einwohner Birminghams sind Muslime.

mka mit AFP
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