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23. März 2009, 18:57 Uhr

Welt empört über Einreiseverbot für Dalai Lama

Es soll um Frieden und Fußball gehen: Südafrika stimmt sich zunehmend auf die Fußball-WM 2010 ein. Der Dalai Lama würde da nur ablenken, so der Sprecher des Präsidenten. Kurzerhand luden sie das Oberhaupt der Tibeter von einer Friedenskonferenz aus. Die Welt reagierte mit heftigen Protesten.

Dalai Lama, Südafrika, Friedenskonferenz, weltweite Proteste, Nobelkomitee

Ein Treffen, das es jetzt wohl nicht geben wird: Bischof Tutu und der Dalai Lama in Kapstadt, 1996© Sasa Karlj/AP

Die Weigerung der südafrikanischen Regierung, den Dalai Lama zu einer internationalen Friedenskonferenz einreisen zu lassen, hat am Montag weltweite Proteste ausgelöst. Unter anderem sagte das norwegische Nobelkomitee, das den Friedensnobelpreis alljährlich vergibt, seine Teilnahme an dem Treffen ab. Auch der frühere südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Frederick Willem de Klerk zog seine Zusage zur Teilnahme zurück. Ebenso drohte Erzbischof Desmond Tutu mit einer Absage, sollte Präsident Kgalema Motlanthe nicht einlenken. Bei der zweitägigen Konferenz sollten die demokratischen Errungenschaften Südafrikas im Mittelpunkt stehen - ebenso wie die einigende Kraft des Sports mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010.

Motlanthes Sprecher Thabo Masebe bekräftigte indes die ablehnende Haltung seiner Regierung. Diese sei der Ansicht, dass eine Einladung des im Exil lebenden geistlichen Oberhaupts der Tibeter gegenwärtig nicht im Interesse des Landes sei, da er nur von Südafrikas Vorbereitungen für die WM ablenken würde. Ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Südafrika, Dai Bing, hatte am Vortag der Sonntagszeitung "Sunday Independent" erklärt, seine Regierung habe die Südafrikaner vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen gewarnt. Der Kap-Staat stellt knapp 21 Prozent des chinesischen Handels auf dem Kontinent.

Auch Charlize Theron sollte teilnehmen

Der Dalai Lama war von den Friedensnobelpreisträgern Tutu, De Klerk und Ex-Präsident Nelson Mandela im Auftrag des organisierenden Fußballverbands PSL zu der zweitägigen Friedenskonferenz am Freitag nach Südafrika eingeladen worden. An ihr sollten neben Tutu und De Klerk auch das Nobelkomitee aus Norwegen und die in Südafrika geborene Schauspielerin Charlize Theron teilnehmen. Ihr US-Kollege Morgan Freeman, der zur Zeit bei Filmarbeiten Mandela verkörpert, hatte sich ebenfalls angesagt.

In Oslo begründete der Chef des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, die Absage mit der "Verweigerung der Einreisegenehmigung für einen früheren Nobelpreisträger". Jagland sagte weiter: "Wir werden nicht kommen, wenn die Verweigerung des Visums für den Dalai Lama nicht sehr schnell zurückgezogen wird."

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Oetker333 (24.03.2009, 13:51 Uhr)
Tja so ist es halt
Ahmadinedschad durfte zur Fußball-WM in Deutschland auch nicht einreisen, weil der von uns allseits geliebte Zentralrat der Juden etwas dagegen hatte. Südafrika hat Angst vor der Wut Chinas und Deutschland hat Angst vor der Wut des Zentralrats. Die Angst vor China kann ich verstehen aber der vor dem Zentralrat? Außerdem: Was ist denn eine ehrenwerte Behandlung? Soll man ihn etwa von Indien nach Südafrika mit einem goldenen Thron tragen oder ihn Toilettenpapier aus Silber anbieten? Wenn man alles boykottieren müsste nur weil eine Person ausgeladen würde, dann gebe es keine Parties und Treffen in dieser Welt!
ganzbaf (24.03.2009, 11:56 Uhr)
Das tibetische Großreich...

umfasst fast halb China.
Wie kann man das Oberhaupt einer solchen wichtigen Supermacht einfach so ausladen...?? ;-Pp
Anemone (24.03.2009, 10:47 Uhr)
Kinder, Kinder!
Pitiplatschi!
Hier meldet sich eine vom „Renter- und Abzockerclub“:
Die Entscheidung, diesen buddhistischen Selbstdarsteller auszuladen ist mutig und richtig.
„Friedensnobelpreisträger“ zählt bei vernünftigen Menschen nicht mehr seit Arafat!
Vincent_Vega (24.03.2009, 09:24 Uhr)
Kotau vor Gott "Mammon" aus China
China investiert derzeit sehr viel Geld auf dem afrikanischen Kontinent, dass schon einige afrikanische Politiker gewarnt haben, den Kolonialismus der Europäer nicht gegen den der Chinesen zu tauschen.
Süd-Afrika ist KEIN unbedeutendes Land in Afrika, sondern eines der handelsstärkten und am weitest entwickelten Länder dort. Und sie hatten mit Nelson Mandela jemanden an der Spitze, der sich für die Rechte, die für uns selbstverständlich sind, hat ca. 30 Jahre einsperren lassen.
Ugly (24.03.2009, 08:27 Uhr)
Peinlicher geht nicht
Der Dalai Lama erhält den Friedensnobelpreis. Eine Regierung eines unbedeutenden Staates in Afrika, der jahrzentelang um Frieden gekämpft hat, hält sich für kompetent genug einen Friedensnobelpreisträger auszuladen.
Wie zu Olympia, man lässt sich willfährig erpressen. Peinliche Leute, die sich erpressen lassen.
AnakinDouglas (23.03.2009, 21:46 Uhr)
Wie bei Olympia
gilt die Regel: Erst das Geld dann die Moral.
Leider lässt sich die Welt von der chinesischen Regierung immer wieder erpressen.
pitiplatsch (23.03.2009, 20:35 Uhr)
Na da bin ich
mal gespannt wie unser Schleimhaufen in Berlin reagiert, welche Ausflüchte der Rentner und Abzockerclub erfindet.
Blacky007 (23.03.2009, 20:17 Uhr)
Diese Konferenz sollte nun von allen boykottiert werden
dies wäre die einzig wünschenswerte Reaktion auf diese mehr als unehrenwerte Behandlung des Dalai Lama.
FlyingDutchman (23.03.2009, 20:14 Uhr)
Hoffentlich sagen ...
... konsequenterweise neben dem Nobelkomitee auch Tutu, Le Klerkund Frau Theron sowie viele andere ab.
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