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2. Juni 2003, 14:49 Uhr

Bush will Terror zum zentralen Thema machen

Den Staats- und Regierungschefs der G 8 bleiben bei ihrem Gipfel im französischen Evian nur noch wenige Stunden, um Wege aus der weltweiten Krise der Wirtschaft und eine gemeinsame Linie im Kampf gegen den Terrorismus zu finden.

Gruppenbild ohne Dame: die Regierungschefs der G 8 posieren gemeinsam mit den Staatschefs weiterer Gastländer für ein Foto© dpa

Den Staats- und Regierungschefs der G 8 bleiben am heutigen Montag bei ihrem Gipfel im französischen Evian nur wenige Stunden, um Wege aus der weltweiten Krise der Wirtschaft und eine gemeinsame Linie im Kampf gegen den Terrorismus zu finden. US- Präsident George W. Bush will das Treffen schon am frühen Nachmittag verlassen, um sich im ägyptischen Scharm el Scheich mit arabischen Spitzenpolitikern zu treffen.

Es ist der erste Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G 8 - USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Japan, Italien, Kanada und Russland - nach dem tiefen Zerwürfnis in der Irak-Krise.

Das Treffen beginnt offiziell am Vormittag mit Gesprächen über die desolate Weltwirtschaft. Anschließend sollen auch die Gefahr durch Massenvernichtungswaffen und der weltweite Terrorismus zur Sprache kommen.

Bush will Terrorbedrohung zum zentralen Thema machen, Chirac sieht Weltwirtschaftskrise im Vordergrund

Wie es aus Kreisen der US-Delegation hieß, will Bush die Bedrohung durch Terror zum zentralen Thema des G-8-Gipfels machen. Dabei wollten die USA eine Reihe von Initiativen zum Kampf gegen den Terror ankündigen.

Frankreichs Staatspräsidenten Jacques Chirac sieht die Weltwirtschaftskrise als wichtigstes Problem. "Evian soll das Vertrauen in die Wirtschaft fördern", sagte eine Sprecherin Chiracs. Dagegen wollen sich die USA nach den Delegationsangaben bei dem Thema zurückhalten.

Die deutsche Seite unterstrich den Willen zum gemeinsamen Wiederaufbau des Irak. "Wir arbeiten in allen einschlägigen Bereichen sehr konkret zusammen", hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Diese Zusammenarbeit solle noch weiter vertieft werden. In St. Petersburg sei von den USA das Signal ausgegangen, "wieder miteinander ins Geschäft zu kommen". Jetzt sei angesagt, "dass wir alle nach vorne schauen".

Ausschreitungen in Genf

In der Nacht zum Montag kam es in der Innenstadt von Genf zu neuen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem G 8-Gipfel. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete, wurden in einem Geschäftsviertel Schaufenster eingeschlagen. Die Polizei habe gegen die mehreren Dutzend Randalierer Tränengas eingesetzt. Die Lage beruhigte sich im Laufe der Nacht auf Grund der starken Polizeipräsenz jedoch wieder.

Am Sonntag hatte es teilweise gewalttätige Demonstrationen gegeben. In Lausanne und Genf wurden mehrere hundert Menschen vorläufig festgenommen. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt. Nach unterschiedlichen Schätzungen gingen in der Schweiz und Frankreich zwischen 40 000 und 100 000 Demonstranten auf die Straße.

Erste Annäherung: Schröder und Bush gaben sich die Hand© dpa

Regierungsvertreter aus Schwellen- und Entwicklungländer waren eingeladen

Die G 8 kamen vor dem offiziellen Gipfel mit 13 Schwellen- und Entwicklungsländern aus Afrika, Südamerika und Asien zusammen. Chirac würdigte den Meinungsaustausch als fruchtbar und kündigte an, dass Frankreich seine Hilfe für den internationalen Anti-Aids-Fonds verdreifachen werde. Er gehe davon aus, dass die Europäische Union so wie die USA eine Milliarde Dollar jährlich für den internationalen Kampf gegen Aids bereitstellen werde.

Die G 8 wollen Afrika künftig zu eigenen Friedenseinsätzen auf dem Schwarzen Kontinent befähigen, geht aus einem am Sonntag vorab veröffentlichten Entwurf über den bisherigen Stand der Afrika-Hilfe hervor. Zu dem gemeinsamen G-8-Afrika-Plan gehört auch die Aufstellung und Ausbildung "multinationaler Bereitschafts-Brigaden".

Bush und Schröder: gleich zwei Mal Hände geschüttelt

Bei einem Treffen am Sonntagabend gratulierten die Staats- und Regierungschefs der G 8 Bundeskanzler Gerhard Schröder zu seinem Erfolg auf dem SPD-Sonderparteitag. Dabei gab Bush Schröder erneut die Hand. Der Kanzler lächelte und strahlte sichtlich gelöst. Nach dem tiefen Zerwürfnis wegen des Irak-Krieges war schon das erste Zusammentreffen der beiden am Samstag bei den 300-Jahr-Feiern im russischen Sankt Petersburg mit Spannung erwartet worden. Auch hier hatte Bush Schröder die Hand gereicht.

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