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2. April 2009, 17:15 Uhr

Ein "fast historischer Gipfel"

US-Präsident Barack Obama spricht von einem "Wendepunkt", Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem "fast historischen Gipfel": Tatsächlich ist die Summe, die die G20-Staaten zur Bewältigung der Wirtschaftskrise investieren wollen, historisch. Mehr als eine Billionen Dollar sollen in die armen Länder und den Welthandel fließen.

G20 Welthandel Konjunktur Wirtschaftskrise London

Das geht's lang: Kennt US-Präisdent Obama den Weg aus der Krise? Den Gipfel nannte er einen "Wendepunkt"© Jason Reed/Reuters

Die stärksten Wirtschaftsnationen der Erde (G20) stützen in der schweren Wirtschaftskrise die ärmsten Länder und den Welthandel mit mehr als 1000 Milliarden Dollar - gut 817 Milliarden Euro. Das sagte der britische Premierminister Gordon Brown am Donnerstag zum Abschluss des G20-Gipfels in London. Es sei das größte Konjunkturpaket der Geschichte, betonten die Teilnehmer. Das Geld wird über die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds (IWF) verteilt.

Die Staats und Regierungschefs verständigten sich auf sechs Kernvereinbarungen. So sollen Hedgefonds global reguliert werden. Das Bankgeheimnis müsse beendet werden, fordern die 20 Staaten. Die Zentralbanken würden die expansionistische Politik fortsetzen, die Zinssenkungen und Milliardenspritzen für die Finanzmärkte beinhaltet. Laut Brown sollen auch Bezahlungen und Boni für Manager weltweit geregelt werden. Die Anleger reagierten hoffnungsvoll auf die Gipfel-Vereinbarungen: der Dax stieg um sechs, der britische FTSE um mehr als vier, der französische Cac um mehr als fünf Prozent und auch der Dow Jones sprang an - wenn auch verhaltener.

Nach den Gipfel-Beschlüssen sollen die Schwellenländer künftig mehr Mitspracherecht in der globalen Wirtschaftspolitik erhalten. Steuerparadiese, die nicht mit den Behörden anderer Länder zusammenarbeiten wollen, würden dagegen auf eine schwarze Liste gesetzt. Diesen Steueroasen drohten zudem Sanktionen, sagte Brown.

Die G20 machten hier schnell Ernst: Vier unkooperative Steueroasen wurden auf einer von drei Listen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht. Es handelt sich um die Staaten Costa Rica, Uruguay, Malaysia und die Philippinen, die sich bisher dem internationalen Steuerstandard verweigert haben. Die beiden weiteren Listen führen Staaten, die sich den Standards weitgehend und Staaten, die sich den Standards vollends verpflichtet haben. Die Listen sollen deutlich machen, "inwieweit Staaten gegen die OECD-Kriterien verstoßen oder sie noch nicht vollkommen erfüllen", sagte Bundeskanzlerin Angel aMerkel. Es sei mit britischer Hilfe gelungen, alle G20-Mitglieder davon zu überzeugen, dass die Listen schnell veröffentlicht werden müssten. "Auch der amerikanische Präsident hat dort aktiv mitgearbeitet", sagte Merkel. Die Schwarzen Listen betreffen im einzelnen mangelnde Zusammenarbeit im Kampf gegen Geldwäsche, gegen Steuerflucht sowie in Fragen der Finanzaufsicht.

Überraschend schnelle Einigung

Die schnelle Einigung auf die Schwarzen Listen war lange Zeit nicht absehbar. Vor allem China hatte sich in London gegen eine Veröffentlichung gewehrt. Deutschland und Frankreich hatten gemeinsam auf eine schnelle Veröffentlichung gedrungen. Ursprünglich sah es aber danach aus, dass allenfalls ein späteres Datum für die Veröffentlichung als Kompromiss möglich wäre.

"Ein Dokument des Handelns"

Die Kanzlerin wertete den Gipfel denn auch als Erfolg. Es sei ein "sehr, sehr guter, fast historischer Kompromiss" gefunden worden, sagte sie am Donnerstag im Anschluss an die zweitägige Konferenz. Die Abschlusserklärung sei ein "Dokument des Handelns". Man habe sich auf den Aufbau einer "klaren Finanzmarktarchitektur" verständigt. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy lobte Obama zeigte sich vom Gipfel-Ergebnis geradezu begeistert. "Wir haben eine neue Seite aufgeschlagen", sagte er. "Wir hätten nie gedacht, ein solch großes Übereinkommen zu erzielen."

US-Präsident Barack Obama, von Sarkozy als offen und kompromissbereit gelobt, hat die Ergebnisse des G20-Gipfels als "historisch", "sehr produktiv" und als einen "Wendepunkt im Streben nach wirtschaftlicher Erholung" bewertet. Die Führer der Welt hätten sich auf "beispiellose Schritte zur Wiederherstellung von Wirtschaftswachstum" geeinigt, sagte Obama am Donnerstag nach dem Ende des G20-Gipfels in London. Das "umfangreiche und abgestimmte" Maßnahmenpaket werde helfen, die Konjunktur in der Welt wieder anzukurbeln, die ärmsten Ländern zu unterstützen und künftig solche Wirtschafts- und Finanzkrisen zu vermeiden. Obamas Fazit war positiv, wenngleich es heißt, dass er gerne mehr Konjunkturhilfen für die US-Industrie erreicht hätte. Beobachter gehen ohnehin davon aus, dass der Teufel der Gipfel-Beschlüsse in der Detailarbeit liegen wird.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Administrator (03.04.2009, 10:58 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle. Das Thema können Sie hier weiter diskutieren:
http://www.stern.de/politik/ausland/:Krawalle-Nato-Gipfel-Auf-Rodeo-Polizei/659973.html?id=659973&rendermode=comment
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
MisterBrezeldent (03.04.2009, 10:13 Uhr)
Schreibfehler...
... Nicht "historisch", "hysterisch" muss das heißen.
ganzbaf (03.04.2009, 09:56 Uhr)
Eine Sondersteuer auf die Vermögen Vermögender...

in Höhe von 25% hätten beschlossen werden können!
Dann hätte man ausgeglichene Haushalte und niemand hätte leiden müssen...;-Y
L.Gleichmann (03.04.2009, 00:07 Uhr)
Unfassbar
Die haben doch den Arsch offen. Mehr fällt einem dazu nicht ein.
Kasperltheater (02.04.2009, 23:36 Uhr)
Ich habs geahnt
eigentlich wäre dieser Gipfel eine einmalige Gelegenheit gewesen, den bisherigen Kurs zu ändern und endlich gegenzusteuern. Stattdessen: Weiter wie bisher. Es werden nun Gelder die faktisch nicht existieren in Länder transferiert um der lahmenden Wirtschaft hierzulande neue Kunden zu bescheren. Das auch nur, weil hierzulande oder generell in den westlichen Ländern, der Konsum nicht die wahnwitzigen Erwartungen der geistesgestörten Manager erfüllt. Nun stehen sie da und grinsen, unsere Volksvertreter und lassen sich für etwas feiern, was fern jeder Realität, keinen Bezug mehr zur selbigen hat. Schade, es wäre eine Chance gewesen den Menschen sowas wie Hoffnung zu geben. Anscheinend haben unsere Volksvertreter vergessen, dass 90% aller Informationen frei im I-Net verfügbar sind.
Ach ja. Hauptsache die Sonne scheint. Ob es Zufall ist, dass es warm wird, genau am Tag des Gipfels?
Ich merke schon, ich werde paranoid.
Schnell mal "The Garbage" anwerfen.
Helmers (02.04.2009, 23:07 Uhr)
Nur noch Betrüger sind hier am Werk mit der Politik
Wer bekommt hier in unserem Lande seine Gelder zurück, niemand?
Ob Schefenacker Anleihen, eines Autozulieferers aus Schwaikheim in Baden Württemberg, ob Aktionär der IKB und damit ein sog. Förderer des Mittelstandes, man wird in unserem Lande nur noch vorgeführt und diese Manger kommen sich noch recht clever dabei vor! Und dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, werden die betreffenden Chefs demnächst merken, was es heißt, Leute um ihre Altersvorsorge gebracht tzu haben! Die SPD sagt, sie will von Atomkraftwerken weg, Investoren, die nun in Biogasanlagen investieren werden betrogen, siehe Mecklenburg Vorpommern ! Es werden Millarden an IWF bezahlt, die Gelder schlüfen in undeff. Kassen, unsere Vorsorgen für das Alter sind in den Wind geschrieben, Investitionen in altern Energien ein Hohn, dank SPD?
Es ist eine Schande, dass sich die SPD nun auch noch auf das Urteil des Verfassungsgerichts i.s. Bioenergie beruft, obwohl dies nicht eindeutig hierzu Stellung bezieht. Wir werden uns daher nun leider in Zukunft wieder für die Atomindustrie entscheiden müssen, weil wir als Investoren mit unserer Altersrücklage keine Risiken mehr eingehen können.
Nagin (02.04.2009, 22:56 Uhr)
Ämmm da gabs doch diesen Indianerhäupling
der sagte nachdem er die Weißen kennengelernt hatte.
Eines Tages werdet Ihr sehen das Ihr Geld nicht essen könnt.
Johann58 (02.04.2009, 22:42 Uhr)
ist geld nicht eh nur bedrucktes Papier?
Ich frage mich ist nicht der Geldkreislauf laengst unkontrollierbar und wird da wieder wie bei der Bankenkriese mit Luftschloessern gehandelt? Jetzt bilde ich mir ja nicht ein ein Wirtschftsfachmann zu sein aber wo sind die Kontrollorgane, die das in Umlauf gebrachte beduckte Papier sorgsam verwalten, etwa die Papiertiger oder besser gesagt Pappnasen, die das jetzt auch tun? Warscheinlich wird es so sein, dass wir wirder ganz ganz unten anfangen muessen statt auf hohem Niveau einzugreifen.
jeanclaude (02.04.2009, 22:41 Uhr)
börse-las vegas wo liegt der unterschied?
super es wird geld irgendwohin hineingeblasen...
die börse steigt und fällt nicht mehr aufgrund fundamentaler daten...
der dax heute über 6% plus.????°°°°
warum??????
bald knallts ganz fürchterlich.
instutitionelle anleger muten wie dinosaurier aus prähistorischen zeiten an...
der kannibalismus ist im gange...
jetzt werden die felle verteilt...
was passiert morgen?
geht der dax 10%
in die knie?
oder steigt er noch weiter...
warum auch immer???
confused (02.04.2009, 22:36 Uhr)
Hurra Hurra
"Mehr als eine Billion Dollar wollen die großen Industriestaaten und Schwellenländer in die ärmeren Länder und den Welthandel investieren."........
ist das nicht wirklich geil, genial, ja vom allerfeinsten ? EINE Billion Dollar wollen die Industriestaaten.. wo wir dann mit an erster Stelle stehen in die ärmeren Länder Pumpen zumin. einen Grossteil der Summe, besser geht es doch nicht, uns wird man das letzte Hemd ausziehen und demnächst können wir uns wenn es hochkommt einmal die Woche eine Scheibe Wurst leisten, damit diese Durchgeknallten Realitätsfremden Deppen UNSER GELD in die ärmeren Länder Pumpen können, nach dem Motto dort kann man billiger Produzieren euch brauchen wir nicht mehr. KLASSE SAG ICH NUR !!! Und wie an anderen Stellen auch schon von mir erwähnt, ES IST ZEIT AUFZUSTEHEN, AUFZUWACHEN !! Zeit das wir uns das nicht mehr gefallen lassen, daher am We nach Baden Baden auf zur Demo gegen diese kranken Hirnverbrannten arroganten Weltfremden Möchtegernpolitiker.
WIR SIND DAS VOLK wacht auf in diesem Land !!
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