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9. Juli 2008, 07:42 Uhr

Schwellenländer lehnen Klimaziel ab

Die größten Schwellenländer China und Indien sind zwar grundsätzlich bereit, den CO₂-Ausstoß zu verringern, doch auf die von den G8-Staaten beschlossenen Ziele wollen sie sich nicht festlegen.

Der indischer Premier Singh, Australiens Premier Rudd und der chinesische Präsident Hu Jintao© Romeo Gacad/AFP

Die größten Entwicklungsländer haben es abgelehnt, sich auf konkrete Ziele im Kampf gegen den Klimawandel festzulegen. Nach Beratungen von Teilnehmern des G8-Gipfels in Japan mit den Staats- und Regierungschefs mehrerer Schwellenländer wie China und Indien teilten US-Delegationsmitglieder in Toyako mit, dass beide Seiten eine Zusammenarbeit bei Maßnahmen gegen die globale Erwärmung vereinbart hätten. Die Entwicklungsländer seien aber nicht bereit gewesen, das am Vortag von der G8 beschlossene Ziel zu übernehmen, die Emission von Treibhausgasen bis 2050 zu halbieren.

In einer beim Gipfel veröffentlichten Stellungnahme der 16 Länder hieß es, es seien "tiefe Einschnitte" beim globalen Ausstoß von Treibhausgasen nötig, um die Erderwärmung zu stoppen. Die Staatengruppe drang zudem darauf, die Szenarien von UN-Experten zum Klimawandel ernsthaft zu berücksichtigen. Diese sehen Einschnitte entweder zwischen 50 und 85 oder zwischen 30 und 60 Prozent bis zum Jahr 2050 vor. Konkrete Zielmarken für eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes wurden in der gemeinsamen Erklärung allerdings nicht genannt.

In dem Papier hieß es weiter, die großen Industriestaaten würden mittelfristige Reduktionsziele anstreben, während die größeren Schwellenländer dem Wachstum ihrer Emissionen gegensteuern sollten. Das US-Präsidialamt teilte mit, die 16 Staaten würden im kommenden Jahr in Italien erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Neben den sieben führenden Industriestaaten und Russland zählen zu der Gruppe China, Indien, Südafrika, Mexiko, Brasilien, Australien, Südkorea und Indonesien. Auf diese Länder entfallen insgesamt rund 80 Prozent des weltweiten Schadstoffausstoßes.

China und Indien gegen Halbierung

China und Indien signalisierten einem hochrangigen Vertreter Frankreichs zufolge, dem von den G8 ausgegebenen Ziel einer Emissionsminderung um 50 Prozent derzeit noch nicht folgen zu wollen. Die beiden asiatischen Länder hätten sich jedoch bereit gezeigt, zu einem späteren Zeitpunkt Maßnahmen zur Drosselung des Treibhausgas-Ausstoßes zu ergreifen.

Die G8-Staaten hatten sich am Dienstag zu dem Ziel bekannt, bis Ende 2009 ein internationales Abkommen auf den Weg zu bringen, das die Schadstoffminderung um mindestens die Hälfte bis 2050 vorsieht. Dabei hatten sie deutlich gemacht, dass die Industrieländer den Löwenanteil der Emissionsminderung leisten müssten. Ohne bedeutsame Beiträge auch der großen Schwellenländer wie China und Indien könne das Problem aber nicht gelöst werden.

AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
tripex (09.07.2008, 14:30 Uhr)
Made in China
@garnet: Volle Zustimmung! Es macht Arbeit und kostet sogar noch mehr. Unglaublich! Leider haben die Leute immer weniger Zeit und Geld und Muße, sich darüber aufzuregen. Früher konnte man wenigstens einfach "Made In China"-Aufkleber an den Waren sehen. Die sind heute aus gutem Grund meistens komplett verschwunden. Ich behandle diese Waren genauso wie "Made In China"-Waren.
@AchazIII: Wie klug Chinas Elite ist sieht man daran, daß sie möglichst pummelige Kinder haben wollen und alles dafür machen, damit sie noch pummeliger werden, z.B. 2 mal tgl. zu McDonalds gehen. China hängt einfach Jahrzehnte in allem zurück. Die haben noch keine negativen Erfahrungen gemacht und sehen nur den "Luxus" der Wohlstandsgesellschaft, aber nicht deren Gefahren.
ecomoc4u (09.07.2008, 12:24 Uhr)
g8 treffen.
ich kann leider auch nur sehen, dass hier machtgierige bonzen a la bilderberg ihre eigenen interessen durchsetzen. diese menschen sind eine gefahr für die demokratie.
Silbador (09.07.2008, 12:10 Uhr)
Den Katastrophen ist es sowieso egal
aus welchen CO2-Quellen sie entstanden sind. Wenn es erst einmal richtig los geht wird der CO2-Ausstoss von ganz alleine abgestellt. Die Natur korrigiert die Fehler die wir machen ganz automatisch.
Kleine Eiszeit gefällig?
cba38 (09.07.2008, 11:33 Uhr)
Die Zeche bezahlen wir
Wenn es nicht so ernst wäre, dann könte man nur noch lachen.
Kürzlich schloss die chinesische Regierung 40 (!) Fabriken, die grössten Dreckschleudern, die sich in der Nähe der olympischen Spielstätten befinden, um der unglaublich starken Luftverschmutzung Herr zu werden. Bilder zeigen, das man dort vor lauter Smog glauben könnte, irgendwo in der Großstadt sei ein Grossfeuer ausgebrochen und drohe nun, alles abzufackeln. Bei solchen Wettkampfbedingungen kämen z.B. Laufsportler vor Hustenanfällen warscheinlich keine 10 Meter weit.
Hinsichtlich solcher Auswüchse dieses gravierende Umweltproblem kleinreden zu wollen, macht einfach nur wütend.
Das wir Europäer diesen Wahnsinn auch noch mit den astronomischen Spritpreisen mitbezahlen, ist nicht zuletzt ein Verdienst grosser europäischer , nicht zuletzt auch deutscher Konzerne, die ihr Heil im Export suchen, denen es sehr recht ist, daß das chinesische Wirtschaftswachstum steil nach oben zeigt und die ALLES tun werden, das das auch so bleibt. Die Zeche dafür bezahlen wir zur Zeit an den Tankstellen. Verkaufen, koste es was es wolle. Wenn die Binnennachfrage schwächelt, dann wird ebend mehr exportiert, egal wie und egal wohin.
master_of_chaos (09.07.2008, 11:29 Uhr)
Über die Schwelle schubsen..
aber in die andere Richtung.
Also den Handel mit Ländern, in welchen die Kinderarbeit herrscht, Niedrigstlöhne gezahlt werden und sich um die Umwelt einen feuchten Dreck gekehrt wird, komplett einstellen. Wer nicht will der hat gewollt.
Ganz einfach..
Wären da nicht die allseits bekannten Lobbyisten, Politker und Geschäftstycoone, welchen das alles herzlich egal ist, hauptsache die Kohle auf ihrem Konto stimmt.
Das armselige Geblubber von "da oben" kann man sich ja eigentlich nicht mehr anhören.
Ach ja, und einen G8 Gipfel kann man auch per Videositzung abhalten, da müssen nicht Hunderte von leuten um die Welt jetten..
Styx2007 (09.07.2008, 11:16 Uhr)
Nur dummes Geschwätz!
Wie immer handelt es sich bei den Treffen der G8 lediglich um dumm glotzende Schwätzer, die nichts bewirken. Was ist denn seit Heilgendamm und Bali ausser den ewig gleichen dämlichen Versprechen passiert?? GAR NICHTS! Aber immer mal schön so weiter - schwätzen, schwätzen und noch einmal schwätzen, bis der A... noch fetter ist! Eine jämmerliche Mischpoke von überflüssigen Gestalten, die ausser Kosten zu produzieren und noch mehr Schadstoffe in die Umwelt zu blasen, nichts, aber auch gar nichts hervorbringen. Also-wieso über diese Mischpoke und ihr Kffeekränzchen überhaupt berichten - diese idioten können doch ausser labern und lamentieren eh nichts!
Polaris (09.07.2008, 10:32 Uhr)
Na und ?
Chinesen und Inder handeln völlig richtig. Warum sollten gerade sie sich den Spaß am Leben verbieten lassen, den die westliche Welt schon lange bedenkenlos genießt ? Selbst optimales Energiesparen und Umweltschutz werden nichts daran ändern, daß diese Erde in wenigen Jahrzehnten ein für Menschen unbewohnbarer Planet sein wird.
Garnet (09.07.2008, 10:19 Uhr)
Man kann den Chinesen und den Indern
beim Energiesparen helfen. Seit Jahren kaufen wir nichts was Made in China ist. Das geht schon machmal ins Geld, buergt aber dafuer das wir Qualitaet kaufen. Man kann sich dem Einkaufen im Internet informieren. Das geht wirklich, wenn man nur moechte. Man kauft weniger Mist und unterstuetzt die Indusdrie in Europa und Suedamerika, gleichzeitig straft man Unternehmen welche in China produzieren und den Mist in Europa verkaufen,ab. Alle grossen und positiven Veraenderungen in der Welt gingen nie von der Politik aus. Es waren die Voelker welche diese Aenderungen vollbrachten. Warum den Indern und den Chinesen mal keine Lektion erteilen? Die werden schnell ganz zahm wenn die ihren Schrott nicht mehr loswerden.
AchazIII. (09.07.2008, 10:19 Uhr)
...aber das kleine Deutschland will die Welt retten
Spätestens jetzt müsste auch der letzte Dummkopf hellhörig werden, wenn Völker mit Milliarden Einwohnern den Klimaschutz nicht so dramatisch sehen wie das kleine Deutschland.
Entweder ist es um die Welt so schlecht nicht so schlecht bestellt, wie uns Merkel und Co. glauben machen wollen und den deutschen Steuerzahler mit immer mehr Klimaschutzauflagen (Biosprit, Energiepass, Solarrechnik etc.) drangsalieren oder diese großen Völker sind lebensmüde. Nachdem Lezteres eher unwahrscheinlich ist - China und Indien sind hochintelligente Länder - dürfte wohl Ersters zutreffen.
Das kleine Deutschland, das zu früheren Zeiten mittels Feldzügen fast die ganze Welt vernichten wollte, will sie nun alleine retten. Beides ist gleich lächerlich.
manndernichtdaist (09.07.2008, 10:06 Uhr)
was uns das sagt?
dass gar nichts sicher ist. aber wenn die USA sagt, es ist doch total dooooooof von den deutschen atomkraftwerke abzustellen, sagt frau merkel: ja, da hat der bush recht, der olle stier. deshalb bauen wir weiter akws solangs gut geht. und ob der chinamann weiter noch mehr co2 (immer mehr haben dort jetzt auch autos, zahl drastisch steigend) produziert, interessiert erst unsere urenkel, wenn die ozonschicht komplett weg ist - dann sind wir schon laaange tot und der urenkel kann uns alle verfluchen was er will. nach uns die sintflut. so denken die lobbyisten.
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