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7. Juli 2005, 08:02 Uhr

Schwierige Gespräche in Gleneagles

Während Großbritannien den größten Polizeieinsatz seiner Geschichte erlebt, kommen die G8-Staats- und Regierungschefs zu ihren ersten Beratungen im schottischen Gleneagles zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Klimawandel und die Entwicklungshilfe.

Teilnehmer des G8-Gipfels mit Gastgeberin Königin Elizabeth II. in Gleneagles© Richard Lewis/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der führenden sieben Industriestaaten und Russlands kommen heute (Donnerstag) zu ihren ersten Arbeitssitzungen beim G8-Gipfel zusammen. Zur G8 gehören die USA, Deutschland, Kanada, Japan, Russland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Im Mittelpunkt der Beratungen im schottischen Luxushotel Gleneagles steht zuerst die Lage der Weltwirtschaft angesichts des hohen Ölpreises. Danach will sich die Gipfelrunde mit dem Kampf gegen den Klimawandel beschäftigen.

Dieses Thema ist zwischen US-Präsident George W. Bush und seinen europäischen Partner heftig umstritten. Die USA sind die einzige Nation in der G8, die das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz nicht unterzeichnet haben. Großbritanniens Premierminister und Gastgeber Tony Blair hofft, eine gemeinsame Gipfelerklärung erreichen zu können.

Streit um Höhe der Afrika-Hilfe

Ebenfalls umstritten ist weiter die Höhe der Afrika-Hilfe. Auch in diesem Punkt sperrt sich Bush. Er will den Europäern nicht folgen, die die Hilfe bis 2010 deutlich auf schätzungsweise 50 Milliarden Euro erhöhen wollen. Die Unterhändler ringen auch in diesem Punkt noch um eine gemeinsame Erklärung des Gipfels. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan wird bei dem Treffen erwartet. Es sei unerlässlich für die Länder Afrikas das Schweigen zu brechen, um die Glaubwürdigkeit in der Welt zu erhalten, sagte Annan der "Financial Times" am Donnerstag. "Was wichtig ist - und das fehlt auf dem Kontinent - ist (die Bereitschaft) eine falsche Politik eines Nachbarlandes zu kommentieren."

Zur Gipfelrunde stoßen an diesem Donnerstag die Staats- und Regierungschefs aus China, Indien, Mexiko, Südafrika und Brasilien. Die Gruppe der Acht sucht den Dialog mit diesen Ländern, um unter anderem in internationalen Handelsfragen voranzukommen. Die G8 beschäftigen sich zudem mit den internationalen Krisenherden im Nahen Osten und den Nuklearprogrammen in Iran und in Nordkorea.

Zum Auftakt des Gipfels kamen die Staats- und Regierungschefs am Mittwochabend zu einem Galadinner mit der britischen Königin Elizabeth II. zusammen. Parallel zum königlichen Empfang spielten bei einem großen Konzert in Edinburgh zahlreiche Pop- und Rock-Stars vor etwa 50.000 Menschen. Live-8-Initiator Bob Geldof hatte auch dieses Konzert organisiert.

Ausschreitungen von G8-Gegnern

Elite-Polizisten mussten erneut wegen gewalttätiger Ausschreitungen von G8-Gegnern eingreifen. Bei einem Protestmarsch zogen etwa 3000 bis 4000 Teilnehmern am Mittwochabend Richtung Tagungshotel. In der Nähe der Anlage durchbrachen einige Demonstranten einen Sicherheitszaun. Etwa 100 Demonstranten wurden festgenommen. Es ist der größte Polizeieinsatz in der Geschichte Großbritanniens. Die 10.000 Sicherheitskräfte haben sich in Edinburgh und auf den Straßen zu dem 70 Kilometer entfernten Tagungsort postiert.

AP/DPA
 
 
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