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8. Juli 2008, 10:30 Uhr

Trippelschritt für das Klima

In Heiligendamm sollte sie nur "ernsthaft geprüft" werden, jetzt gehen die G8 bei der Halbierung ihres Treibhausgas-Ausstoßes einen Schritt weiter. Dank des Einlenkens von US-Präsident George W. Bush einigten sich die großen Industriestaaten auf das Ziel, die Emissionen bis 2050 zu halbieren. In trockenen Tüchern ist das Klimaabkommen aber beileibe noch nicht. Von Peter Ehrlich, Toyako

Noch einmal in der Mitte der Großen: Der scheidende US-Präsident George W. Bush versprüht gute Laune beim G8-Gipfel im japanischen Toyako© Pablo Martinez Monsivais/AP

Die mächtigsten Industriestaaten der Welt haben sich bei ihrem Gipfel darauf geeinigt, die Verhandlungen über ein neues Klima-Rahmenabkommen der Uno aktiv zu unterstützen. Grundlage für die Verhandlungen, die Ende 2009 in Kopenhagen abgeschlossen werden sollen, sei die "gemeinsame Vision", die Emissionen um "mindestens 50 Prozent" zu halbieren. Damit gehen die G8 über die Erklärung des letzten Gipfels in Heiligendamm hinaus. Damals hatten sie nach langem Ringen formuliert, sie würden eine Halbierung der Emissionen "ernsthaft prüfen". Die Zahl 50 Prozent wurde damals noch vermieden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis. Anders als in Heiligendamm machten die USA diesmal keine größeren Probleme. Sie akzeptierten auch eine Formulierung, nach der die Industriestaaten eine Führungsrolle übernehmen sollen. Die Industrieländer verpflichten sich außerdem, schon mittelfristig die Emissionen von CO₂ und anderen Gasen zu verringern oder zunächst den Anstieg zu stoppen, den es in einigen Ländern noch gibt. Das ist wichtig für die Uno-Verhandlungen, bei denen es um konkrete Reduktionsziele bis zum Jahr 2020 geht, also das Folgeabkommen für die Klimaschutzvereinbarung von Kioto.

"In Kopenhagen schlägt die Stunde der Wahrheit", hieß es in deutschen Regierungskreisen. Ziel ist, dass auch die Entwicklungs- und Schwellenländer am Klimaschutz mitarbeiten, auch wenn von ihnen zunächst keine Reduktion verlangt wird. Am Mittwoch treffen sich die G8 mit den anderen größten Verursachern von CO₂-Emissionen.

Die G8 bekennen sich auch zum Energiesparen und schließen sich entsprechenden Empfehlungen der Internationalen Energieagentur (IEA) an. Die Formulierungen zur Atomenergie blieben wie von Deutschland gewünscht eher unverbindlich. Wie bereits vor zwei Wochen ausgehandelt wird erwähnt, dass ein Teil der G8-Staaten Kernkraft als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz ansieht.

Es gibt aber keine Aufforderung, neue Kraftwerke zu bauen. Allen, die das tun wollen, wird wie schon vor einem Jahr in Heiligendamm eine Sicherheitspartnerschaft der G8 angeboten. Der Energieberater von US-Präsident George W. Bush, James Connaughton, der die Atomkraftnutzung am Montag noch als "Lackmustest" für Klimaschützer bezeichnet hatte, nahm nicht am Frühstück Merkels mit Bush teil.

Die G8 wollen für den Klimaschutz den Bau von 20 Pilotanlagen für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid bei Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken unterstützen. Sie heben außerdem hervor, dass Treibstoffe aus Pflanzen nicht die Ernährungssicherheit gefährden dürfen und setzen ihre Hoffnung daher auf Biotreibstoffe der zweiten Generation, die aus organischen Abfällen hergestellt werden können.

Von Peter Ehrlich, Toyako
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
ecomoc4u (08.07.2008, 22:11 Uhr)
da beisst sich die katze in den schwanz
ob china oder indien den gleichen beitrag leisten sollen, ändert nicht das klima. wirtschaftlich gesehen verstehe ich den standpunkt. aber solche länder verursachen aus sicht der bevölkerungsgrösse, immernoch nur 5 % der gift emissionen im vergleich zu den reichen nationen.
.
aber glas klar ist dann auch, das diese länder sich erst recht einen dreck ums klima kümmern, da sie ja von der alten schule sind, ehem. 3welt.
.
uns bleibt nichts anderes übrig, als hier vorreiter zu sein. selbst vorreiter, wie die g8 sind alleine grund genug, das diese welt was besseres verdient hat.
.
die idee der g8, den afrikanern essen zu spendieren für biodiesel ist ein solcher beitrag den wir leisten werden. so sehen wir unseren beitrag.
MamfredBuchholz (08.07.2008, 19:16 Uhr)
@Malt
...diese elitären und größenwahnsinnigen Politiker sind komischerweise von ihren jeweiligen Völkern gewählt worden.
felixhoffmeyer (08.07.2008, 17:37 Uhr)
Hier kann gar nichts
darmatisch sein, weil überhaupt ncihts beweisen ist!
Ständig neue Klima"thesen", mal wärnmer, mal eine Pause, mal eine Eiszeit!
Wer's glaubt!
Und Duetschland spielt mal weide die Vorreiterrolle, wobei sich alle anderen Staaten, allen voran China und Indien kaputtlachen!
Das Sahnehäzubchen ist immer noch der Widerspruch, dass die SPD lieber Kohlekraftwerke akzeptiert, als saubere Kernenergie!
Hier kann man gar nichts mehr glauben!
Blacky007 (08.07.2008, 16:47 Uhr)
Das zeigt doch, dass das Theater um den Klimawandel
naihct ansatzweise so dramitsch ist, wie es uns diese ganzen Politnasen immer vormachen wollen. DIese ganze Panik und Hysterie deint doch nur dazu, den Leuten mehr und mehr Geld aus den Taschen zu ziehen. Wäre es wirklich so dramatisch wie man uns immer versucht weißzumachen, dann würde man sicher etwas unternehmen. Aber beim Klima ist es wie beim Ende des Öls - medial und politisch verbreitete Hype zum Abgreifen ohne Ende.
Poelle (08.07.2008, 12:33 Uhr)
2050
Das kann den Herrn und der Dame ja wohl scheiss egal sein was in 42! Jahren dann ist, bis dahin werden wohl alle von denen Tod sein. Die brauchen dann nicht mal sagen, oh wir haben es leider nicht geschafft.
Asteriskina (08.07.2008, 12:27 Uhr)
@Malt
dem ist in der Tat nichts hinzuzufügen. Sie haben es auf den Punkt gebracht!
Malt (08.07.2008, 11:29 Uhr)
Oh man....
Am besten könnte man wohl den CO2 Ausstoß reduzieren wenn man solche absolut unnützen Reisen von ein paar elitären, größenwahnsinnigen Politikern unterbinden würde. Noch dazu der ganze Dampf der bei den G8 Gipfeln geplaudert wird... davon könnte man vermutlich 10 Braunkohlekraftwerke 10 Jahre lang laufen lassen...
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