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19. Juni 2009, 12:55 Uhr

EU rettet den Lissabon-Vertrag

Der Reformvertrag von Lissabon scheint gerettet. Um das Grundlagenpapier für europäisches Recht zu sichern, das an die Stelle der gescheiterten EU-Verfassung treten soll, hat die EU große Zugeständnisse an Irland gemacht. Die Iren hatten den Vertrag in einer Volksabstimmung abgelehnt. Im Oktober sollen sie erneut abstimmen.

EU, EU-Gipfel, Irland, Lissabon-Vertrag

Ernste Gesichter, harte Verhandlungen: Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy beraten das Irland-Kompromisspapier© Olivier Hoslet/DPA

Nach zwei Tagen voller harter Verhandlungen hat der EU-Gipfel einen Durchbruch auf dem Weg zur Rettung des Lissabon-Reformvertrages erzielt. Die Staats- und Regierungschefs der EU machten Irland am Freitag in Brüssel Zugeständnisse für eine zweite Volksabstimmung über den Grundlagenvertrag, der an die Stelle des bereits gescheiterten EU-Verfassungsvertrages treten soll. Das Vertragswerk wurde bisher von den Iren abgelehnt. Großbritannien, das sich lange gegen ein Entgegenkommen gewehrt hat, ziehe nun bei dem Kompromiss mit, hieß es.

Mit den Garantien soll der Weg für eine neue Volksabstimmung auf der Insel über den EU-Vertrag von Lissabon frei gemacht werden. Der Kompromiss sieht vor, den Iren ein Vetorecht in der Steuerpolitik zugestanden sowie die militärische Neutralität des Landes respektiert werden. Zudem soll das besonders strenge Abtreibungsrecht bestehen bleiben können.

Zugeständnisse in gesondertem Protokoll verankert

Die Zugeständnisse sollen später dem EU-Recht als Protokoll hinzugefügt werden. Dazu müssen sie von allen 27 Mitgliedstaaten ratifiziert werden - beispielsweise in einem Beitrittsvertrag für ein neues EU-Mitglied.

Die in den meisten Ländern bereits abgeschlossene Ratifizierung des EU-Reformvertrags von Lissabon soll durch dieses Verfahren nicht infrage gestellt werden - auch darum ging es den Diplomaten in den aktuellen Verhandlungen. Die Iren hatten den Lissabon-Vertrag im Juni 2008 bei einer Volksabstimmung durchfallen lassen. Nach heftiger Kritik innerhalb der EU an diesem Ergebnis steht nun eine weiteres Referendum Anfang Oktober an, wie der irische Premierminister Brian Cowen.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
mitlaeufer1it (19.06.2009, 17:50 Uhr)
EUKATASTROPHE
Ich hoffe das die Iren wieder mit nein dieser betrügerischer Lissabon unterdruckung vertrg stimmen .Die sind LEIDER die einzige der dieser glück zu geteilt wordrn ist.Die haben die schanse die EU schmarotzer und windbeutel wieder zu zeigen das das Europäischer volk sich nicht im einer SOVIETISCHER SYSTEM wie der im Bruxsel sich gefangen lassen will.
JohnnyCash (19.06.2009, 16:07 Uhr)
@SirExekutive
...das sind wir doch alle bereits schon... es werden seit Jahren nur noch gegen uns Gesetze erlassen!
.
Wach auf Deutschland!!!
SirExekutive (19.06.2009, 15:24 Uhr)
an dem tag wo lissabon-vertrag ratifiziert wird
erkläre ich mich zum staatsfeind...
markus1907 (19.06.2009, 14:30 Uhr)
Noch nicht sicher!!!
Diese Sache ist noch gar nicht durch. Mich wundert es, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere EU-Politiker von einer positiven Entscheidung unserer Verfassungsrichter ausgehen. Das Urteil ist nämlich für den
30 Juni angekündigt und überhaupt nicht gesichert. Sollten auch nur einige Punkte keine Zustimmung des BVG erhalten, dann sieht es nämlich für den Lissabonvertrag ganz, ganz düster aus. Dafür bete ich jeden Tag.
raptor-xl (19.06.2009, 14:09 Uhr)
@vegefranz
an uns gibt es nie zugeständnisse, weil man bei uns den bürger nicht fragt. und das macht man auch in vielen anderen ländern lieber nicht, denn sonst würden die sich in brüssel wundern, wer da noch so alles abgelehnt hätte!!!
denn brüssel ist für viele ein bürokratischer friedheof für einstmalspolitiker, die dringend eine aufgabe und noch mehr geld brauchen. entscheiden tun die ja nichts wirklich, denn wenn immer einem land der unsinn da zu heiß ist, fahren die regierungschefs so oder so selbst hin und biegen sich ihre vorstellungen wieder zurecht...
und wenn alle staatsoberhäupter hinter den türen was verhandelt haben, darf auch mal verheugen, schultz oder al die anderen marionetten das ergebnis (aber auch nur vielleicht) präsentieren. danach vermessen die dann wieter den krümmungsgrad einer gurke, die durchschnittsgröße eines euro-kondoms oder schlafen einfach noch ne runde im büro!
vegefranz (19.06.2009, 14:04 Uhr)
warum gibt es eigentlich nie Zugeständnisse an Deutschland?

ach ja: wir sind ja das ewige Tätervolk und dürfen für alles und jeden in der Welt blechen
dippegucker (19.06.2009, 13:21 Uhr)
Was für ein schönes Beispiel...
...für die Iraner:
Demokratie ist, wenn solange abgestimmt wird, bis es (wem???) paßt.
Prost Mahlzeit.
babylon (19.06.2009, 13:20 Uhr)
Auch wir wollen über den EU Unsinn
abstimmen, denn es kostet vor allem unser Geld! Aber in diesem Land wird das gemeine Volk ja mit Füßen getreten und nicht gehört.
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