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US-Senat gibt 225 Millionen Dollar für Israels "Eisenkupppel"

Die Waffenruhe dauerte keine zwei Stunden. Die Entführung eines israelischen Soldaten beendete sie. Israel kündigt harte Gegenmaßnahmen an. Die Ereignisse des Tages in der Rückschau.

  Rauch steigt über der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen auf. Eine zwischen den Kriegsparteien vereinbarte Waffenruhe hielt gerade mal drei Stunden, ehe die Hamas und Israel ihre Kampfhandlungen wieder aufnahmen

Rauch steigt über der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen auf. Eine zwischen den Kriegsparteien vereinbarte Waffenruhe hielt gerade mal drei Stunden, ehe die Hamas und Israel ihre Kampfhandlungen wieder aufnahmen

+++ 21.37 Uhr: Auch Obama fordert Freilassung +++

US-Präsident Barack Obama hat die radikal-islamische Hamas zur bedingungslosen Freilassung eines verschleppten israelischen Soldaten aufgefordert. Wenn es die Gruppe mit einer Lösung des Konfliktes ernst meine, dann müsse der 23-Jährige sofort freikommen, sagt Obama am Freitag in Washington. Er räumt ein, dass es nun "sehr schwierig" geworden sei, eine neue Waffenruhe auszuhandeln, aber die USA würden es dennoch versuchen. "Wenn Hamas keine Kontrolle über all die palästinensischen Gruppen hat, dann ist es schwer für die Israelis, darauf zu vertrauen, dass eine Feuerpause hält", sagt er.

+++ 18.40 Uhr: Ban Ki Moon ruft Hamas zur Freilassung des entführten Soldaten auf +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Hamas zur "sofortigen und bedingungslosen" Freilassung des entführten israelischen Soldaten aufgefordert. Nach Angaben seines Sprechers verurteilt Ban "aufs Schärfste" die "berichtete Verletzung" der Waffenruhe im Gazastreifen durch die radikale Palästinenserbewegung. Der Generalsekretär sei "schockiert und zutiefst enttäuscht" über die neue Gewalt und rufe beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

+++ 18.05 Uhr: US-Senat sagt Millionenhilfen für Flugabwehr in Israel zu +++

Der US-Senat beschließt Hilfen für das israelische Flugabwehrsystem "Eiserne Kuppel" im Umfang von 225 Millionen Dollar. Noch am Vortag hatten Republikaner in der Kammer das Vorhaben blockiert. Die Mittel müssen noch vom Repräsentantenhaus freigegeben werden.

+++ 17.40 Uhr: Penelope Cruz rudert nach heftiger Kritik zurück +++

Oscar-Preisträgerin Penelope Cruz (40) rudert zurück, nachdem sie einen Gaza-Appell unterschrieben hatte und dafür heftig kritisiert wurde. "Ich wünsche einfach Eintracht und Frieden", schrieb sie in einer Erklärung. Cruz hatte ebenso wie ihr Ehemann Javier Bardem ein spanisches "Kommuniqué der Kultur gegen den Völkermord an Palästinensern" unterzeichnet, um "die Bombardements gegen die palästinensische Zivilbevölkerung" anzuklagen.

"Ich möchte bei dieser wichtigen Frage nicht missverstanden werden", schreibt Cruz jetzt. "Ich bin keine Expertin für die Situation und mir ihrer Komplexität bewusst." Sie wolle einfach Frieden für beide, Israel und Gaza. "Ich hoffe, dass sich alle Seiten auf eine Waffenruhe einigen können und es keine unschuldigen Opfer mehr gibt, auf keiner Seite der Grenze." Sie glaube an eine zivilisierte Welt, in der Menschen Seite an Seite leben könnten.

+++ 17.25 Uhr: Verschleppter Soldat soll kein Brite sein ++

Das britische Außenministerium hat bisher keine Informationen darüber, dass der in Gaza verschleppte israelische Soldat britischer Staatsbürger ist. Das teilt Außenminister Philip Hammond mit. Zuvor hatten Medien berichtet, der entführte Hadar Goldin sei gebürtiger Brite und habe mehrere Jahre mit seiner Familie in Cambridge gelebt. "Wir haben keine Informationen, die diese Berichte bestätigen. Wir haben sie gehört, wir prüfen sie, aber wir haben keine Information, die nahelegt, dass er ein britischer Staatsbürger ist", sagt Hammond.

+++ 16.30: Hamas bestätigt Gefangennahme +++

Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, bestätigen die Gefangennahme eines israelischen Soldaten, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldet. Die militanten Islamisten betonen aber zugleich, dass ihnen der Soldat bei Kämpfen eine Stunde vor Inkrafttreten der Waffenruhe in die Hände gefallen sei.

  Israel veröffentlicht ein Foto, das den entführten Leutnant Hadar Goldin zeigt

Israel veröffentlicht ein Foto, das den entführten Leutnant Hadar Goldin zeigt

+++ 16 Uhr: USA geben Hamas Schuld für Bruch der Waffenruhe +++

Die USA machen die Hamas für das Scheitern der Waffenruhe im Gazastreifen verantwortlich. Militante Palästinenser hätten die Feuerpause offenbar für die Entführung eines israelischen Soldaten genutzt, sagt der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, dem Nachrichtensender CNN. Das wäre eine "barbarische Verletzung" der Waffenruhe. Obamas stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater Tony Blinken ergänzt auf dem Sender MSNBC: "Das ist eine empörende Aktion, und wir schauen auf den Rest der Welt, sie mit uns zu verurteilen."

+++ 15.40 Uhr: Israelischer Offizier entführt +++

Bei einem Einsatz im Gazastreifen könnte am Freitag ein israelischer Offizier entführt worden sein. Demnach handelt es sich bei dem mutmaßlich Verschleppten um einen 23-jährigen Leutnant. Auf Twitter veröffentlichte die israelische Armee die Meldung. Israel verdächtigt die Hamas der Entführung. Gegenwärtig finde eine großangelegte Suchaktion statt.

+++ 15 Uhr: Israel: Palästina hat Waffenruhe gebrochen +++

Israel macht einen Angriff von palästinensischen Kämpfern auf Soldaten für das Scheitern der Waffenruhe im Gazastreifen verantwortlich. Etwa 90 Minuten nach dem Inkrafttreten der Feuerpause am Freitagmorgen um 7 Uhr seien Soldaten bei Rafah im Süden des Küstenstreifens aus einem Tunnelsystem heraus angegriffen worden, sagt ein Militärsprecher. Mindestens einer der Angreifer sei ein Selbstmordattentäter gewesen, der sich in die Luft gesprengt habe. Es habe einen Schusswechsel gegeben. Zwei Soldaten seien getötet worden, ein weiterer sei allem Anschein nach von den Angreifern entführt worden.

+++ 14.35 Uhr: Kerry telefoniert mit Netanjahu +++

US-Außenminister John Kerry nimmt angesichts der jüngsten Eskalation Kontakt zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf. Ein Sprecher des US-Präsidialamtes sagt in Washington, sollten sich die Berichte über den Hamas-Angriff bewahrheiten, wäre dies eine "barbarische Verletzung" der Waffenruhe. Kerry hatte die Feuerpause mit vermittelt, die Israel nach dem Hamas-Angriff für gescheitert erklärt hat.

+++ 14.28 Uhr: Saudi-Arabien kritisiert internationale Gemeinschaft +++

Der saudiarabische König Abdullah wirft der internationalen Gemeinschaft Untätigkeit gegen die israelische Gaza-Offensive vor. Das Vorgehen Israels bezeichnet er als Kriegsverbrechen.

+++ 14.26 Uhr: Armee nennt Namen von verschlepptem Soldaten +++

Die israelische Armee nennt Namen und Rang des Soldaten genannt, der verschleppt wurde. Es handele sich um den 23-jährigen Leutnant Hadar Goldin. Ein ranghohes Hamas-Mitglied sagt der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, der Soldat sei vor Inkrafttreten der Waffenruhe um 7.00 Uhr (MESZ) gefangen genommen worden. Daher habe Israel nicht das Recht, die Waffenruhe zu brechen, so Mussa Abu Marsuk weiter. Israel bestreitet das. Nach Angaben des Militärs ist Goldin erst um 8.30 Uhr (MESZ) verschleppt worden.

+++ 14.22 Uhr: In Ägypten geplante Gaza-Gespräche abgesagt +++

Die in Ägypten geplanten Gespräche über eine dauerhafte Waffenruhe in Gaza sind vorläufig abgesagt. Das schreibt die staatliche ägyptische Zeitung "Al-Ahram" unter Berufung auf den Vizechef der Hamas-Exilorganisation, Mussa Abu Marsuk. Grund sei, dass die israelische Delegation ihre Teilnahme abgesagt habe, heißt es. Die ägyptische Führung habe die Hamas darüber informiert.

+++ 14.08 Uhr: Neue Gefechte nach Entführung eines Soldaten +++

Die mutmaßliche Entführung eines israelischen Soldaten nahe der Stadt Rafah löst neue Gefechte aus. "Terroristen griffen israelische Streitkräfte an, die an einem Tunnel im Einsatz waren. Ein Soldat wurde vermutlich entführt", teilt der israelische Militärsprecher Peter Lerner über Twitter mit.

+++ 13.53 Uhr: Zahl der Toten bei Rafah steigt auf 50 +++

Die Zahl der durch israelischen Beschuss bei Rafah getöteten Palästinenser steigt auf 50. Weitere 220 Menschen seien verletzt, teilt das Gaza-Gesundheitsministerium mit.

+++ 13.16 Uhr: UN ruft Hamas zur Einhaltung der Feuerpause auf +++

Die Vereinten Nationen rufen die radikalislamische Hamas auf, sich an die mit Israel vereinbarte Feuerpause im Gazastreifen zu halten.

+++ 13.13 Uhr: Israel sucht nach vermisstem Soldaten +++

Militante Palästinenser verschleppen vermutlich einen israelischen Soldaten. Es gebe erste Anzeichen dafür, dass ein Soldat während eines Einsatzes gegen Tunnel verschleppt worden sei, teilt die israelische Armee mit. Das Militär suche nach dem Vermissten. Der Angriff habe sich eineinhalb Stunden nach Inkrafttreten einer humanitären Feuerpause ereignet.

Der UN-Vermittler Robert Serry sagt, Israel habe ihn über den "schwerwiegenden Vorfall" informiert. Es seien auch zwei israelische Soldaten getötet worden.

+++ 12.49 Uhr: Israels Militär erklärt Waffenruhe für gescheitert +++

Die für den Gazastreifen am Freitagmorgen in Kraft getretene dreitägige Waffenruhe ist gescheitert. Die Feuerpause sei vorbei, erklärt das israelische Militär.

+++ 12.44 Uhr: Israel befürchtet Entführung von Soldaten ++

Israel befürchtet, dass militante Palästinenser einen israelischen Soldaten im Gazastreifen verschleppt haben könnten. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigt, es bestehe die Sorge, ein Soldat könnte entführt worden sein.

+++ 12.27 Uhr: 27 Tote bei Gefechten nahe Rafah +++

Durch den israelischen Beschuss in der Nähe der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens werden mindestens 27 Menschen getötet und mehr als 150 weitere verletzt, teilt ein Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte mit.

+++ 11.41 Uhr: Israel erklärt Waffenruhe für gescheitert +++

Israel erklärt die dreitägige Waffenruhe für gescheitert. Ein israelischer Repräsentant habe den UN-Gesandten Robert Serry darüber informiert, berichtet ein Reporter der Zeitung "Haaretz". Beide Seiten werfen sich vor, die von den Vereinten Nationen und den USA ausgehandelte Waffenruhe gebrochen zu haben.

+++ 10.15 Uhr: Palästinenser melden acht Todesopfer +++

Palästinensischen Ärzten zufolge haben die die israelischen Streitkräfte bei ihrem Granatangriff auf Rafah acht Menschen getötet. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, dass israelische Panzer trotz der Waffenruhe das Feuer eröffnet hätten. Die israelische Regierung wirft ihrerseits der Hamas-Bewegung und ihren Verbündeten einen "flagranten Bruch" der Waffenruhe vor.

+++ 9.46 Uhr: Berichte über Verstöße gegen Waffenruhe +++

Wenige Stunden nach Beginn der 72-stündigen Waffenruhe werden erste Verstöße gemeldet. Israelische Panzergranaten hätten in Rafah im Süden des Gazastreifens sechs Palästinenser verletzt, einen von ihnen schwer, teilt der Sprecher das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Ein israelischer Armeesprecher erklärt, der Vorfall werde vom Militär geprüft.

Eine Mörsergranate, die aus dem Mittelmeergebiet auf Israel abgefeuert wurde, verfehlte ihr Ziel und ging noch im Gazastreifen nieder, wie das Internet-Portal "ynetnews" berichtet.

+++ 9.37 Uhr: Erdogan wirft Israel "Hitler-artigen Faschismus" vor +++

Erneute Verbalattacke von Recep Tayyip Erdogan gegen Israel: Der türkische Ministerpräsident wirft dem jüdischen Staat einen "Hitler-artigen Faschismus" vor. "Der Völkermord Israels erinnert an den Völkermord Hitlers", zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu aus einer Rede Erdogans am Donnerstag im osttürkischen Van. Die Schreie getöteter palästinensischer Kinder "werden nicht unbeantwortet bleiben."

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der türkische Ministerpräsident Israel wegen seiner Militäroffensive im Gazastreifen Grausamkeiten vorgeworfen, die sogar "Hitler" überträfen. Zugleich betonte er damals: "Der Ärger und Abscheu der Türkei richtet sich gegen den Unterdrücker Israel, nicht gegen das jüdische Volk."

+++ 7 Uhr: Dreitägige Waffenruhe beginnt +++

Ab jetzt wollen Israel und die Hamas für drei Tage die Waffen ruhen lassen. Unter UN-Vermittlung hatten beide Seiten neben einer Feuerpause auch sofortigen Verhandlungen in Ägypten über eine dauerhafte Waffenruhe zugestimmt. Delegationen der Israelis und der Palästinenser sollen heute nach Kairo reisen, hieß es. Mehrere Versuche einer Waffenruhe in dem blutigen Konflikt waren zuvor bereits gescheitert.

+++ 4.44 Uhr: Weitere Tote bei Kämpfen +++

Bei neuen Angriffen und Kämpfen werden 14 Palästinenser und fünf israelische Soldaten getötet. Sechs Palästinenser kamen bei Luftangriffen auf Chan Junis im Süden des Gazastreifens ums Leben, wie der Sprecher der Rettungskräfte Aschraf al-Kudra sagt. Zuvor waren ebenfalls in Chan Junis acht Menschen, darunter drei Kinder, durch Panzerbeschuss ums Leben gekommen.

Die israelische Armee teilt mit, dass an der Grenze zum Gazastreifen fünf Soldaten durch Granatenbeschuss getötet worden seien. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Offensive Anfang Juli getöteten israelischen Soldaten auf 61, zudem starben drei Zivilisten. Auf palästinensischer Seite wurden rund 1450 Menschen getötet.

mad/kis/mka/DPA/Reuters/AFP/DPA/Reuters
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