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21. Januar 2009, 07:53 Uhr

Israel erklärt Truppenabzug für beendet

Israels Armee hat eine wichtige Voraussetzung für ein endgültiges Ende der Kämpfe im Gaza-Streifen erfüllt. Nach eigener Darstellung hat sie den Abzug aus dem Palästinensergebiet nun abgeschlossen. Zudem wurden Grenzübergänge nach Gaza eingeschränkt geöffnet. Der Waffenstillstand bleibt dennoch brüchig.

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Rast an der Grenze zum Gaza-Streifen: Israels Rückzug ist abgeschlossen© Uriel Sinai/Getty Images

Drei Tage nach Beginn einer Waffenruhe hat die israelische Armee ihre Truppen vollständig aus dem Gaza-Streifen abgezogen. Eine israelische Armeesprecherin sagte am Mittwoch, die letzten Soldaten hätten das Palästinensergebiet am Mittelmeer am frühen Morgen verlassen. Israelische Medien berichteten, die Truppen sollten noch am Rande des Gaza-Streifens in erhöhter Alarmbereitschaft verbleiben. Drei Grenzübergänge wurden für die Einfuhr humanitärer Hilfsgüter, Kochgas und Treibstoff geöffnet.

Der stellvertretende palästinensische Wirtschaftsminister Nasser al-Sarradsch sagte, Israel habe die Palästinensische Autonomiebehörde über diese Entscheidung informiert. Mehr als 110 Lastwagen mit Lebensmitteln sollten durch den Kerem-Schalom-Übergang im Südosten des Gazastreifen in das Palästinensergebiet einfahren. 60 weitere Lastwagen mit Futtermitteln und Getreide sollten den Karni-Übergang östlich der Stadt Gaza passieren. Die Öffnung der Grenzübergänge gelten nur eingeschränkt für Waren.

Nochmals schlagen Granaten ein

Der Waffenstillstand bleibt unterdessen brüchig. Am Dienstag hatten militante Palästinenser nach Armeeangaben noch zwölf Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, nach palästinensischen Angaben erschossen israelische Truppen einen Landwirt im nördlichen Gaza-Streifen. Die Waffenruhe, die beide Seiten einseitig erklärten, war am Sonntag in Kraft getreten.

Die israelische Armee hatte am 27. Dezember die Offensive "Gegossenes Blei" begonnen, um den ständigen Raketenbeschuss israelischer Städte vom Gaza-Streifen aus zu unterbinden. Bei dem Militäreinsatz wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza mindestens 1415 Palästinenser getötet und mehr als 5500 verletzt. Auf der israelischen Seite kamen zehn Soldaten und drei Zivilisten bei Raketenangriffen und Kämpfen ums Leben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich am Dienstag "entsetzt" über das Ausmaß der Zerstörung im Gaza-Streifen. Bei einem Besuch in der israelischen Grenzstadt Sderot verurteilte er anschließend auch die palästinensischen Raketenangriffe auf Israel.

Angeblicher Phosphor-Einsatz wird untersucht

Unterdessen haben die israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben interne Ermittlungen zu Vorwürfen über den Einsatz von weißem Phosphor eingeleitet. Israel reagiert damit auf internationale Vorwürfe. Die Chemikalie wird zum Erhellen von Zielen oder zur Bildung von Rauch als Sichtschutz verwendet. Internationales Recht verbietet den Einsatz von Phosphor im Krieg nicht, er kann aber schwere Verbrennungen hervorrufen. UN-Vertreter und Menschenrechtsorganisationen haben Israel vorgeworfen, Phosphor in der Gazaoffensive eingesetzt zu haben. Nach Ansicht von Amnesty International stellt das Abfeuern von Phosphorgranaten seitens Israels in dicht besiedelten Wohngebieten von Gaza ein Kriegsverbrechen dar. Israel hat öffentlich nicht bestätigt, weißen Phosphor eingesetzt zu haben.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
Julian2225 (24.01.2009, 07:31 Uhr)
Hoffentlich wird sich auch Obama die Pics ansehen muessen
...da er sich fuer eine der beiden Parteien entschieden hat. Wenn das gleiche in Israel geschehen waere wuerde die Welt aufschreien! Von der Relation her total unangemessene Massnahmen der Israelis!
Und was Kriegsverbrechen angeht, da gibt es eine Nation die jede UN Saktion blockieren wird! Aber es zeigt auch das gleiches nicht fuer alle gilt. In meinen Augen war dies ein geplanter und gezielter TERRORISTISCHER Angriff von Israel auf die Zivilbevoelkerung Gazas! Period! Und es wird wirklich interessant sein wie das ganze in den USA unter den Tisch gekehrt werden wird!
flyingfree (24.01.2009, 07:12 Uhr)
Ziel erreicht?
Israel hat also seine Ziele erreicht. Nun, wenn ich die Photos und die Opferzahlen sehe, dann glaube ich das gerne.
Und wenn ich dann noch OnceKnown Kommentare lese, muss ich vollends kotzen.
Oluja (22.01.2009, 18:34 Uhr)
@OnceKnown
"Nur die Spacken in den Stern.de-Kommentaren schwatzen was von Völkermord."
Nun, wenn man 750.000 Palästinenser vertreibt und in den letzten 60 Jahren weit über 200.000 tötet, dann kann man durchaus von Völkermord reden, von Okkupation, Apartheit, Landraub, illegaler Besiedlung (WEstjordanland), Ghettoisierung (Gaza) und Enteignung erst garnicht zu sprechen.
Oluja (22.01.2009, 18:28 Uhr)
Als ob das alles nicht reicht
und man heute weis das entgegen der zionistischen Propaganda, welche A. Merkel nachplapperte, es nicht die Hamas war welche den letzten Waffenstillstand brach, sondern Israel am 04.11.2008, als sie bei einem Militäreinsatz in Gaza trotz Waffenstillstand 6 Palästinenser töteten und nun brechen sie den Waffenstillstand erneut indem sie Fischerboote beschiesen um zu verhindern das diese Nahrung fangen und ein Haus beschossen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,602782,00.html
.
Oluja (22.01.2009, 18:24 Uhr)
Nicht nur einen Niederlage
sondern für Israel eine Katastrophe auf ganzer Linie, weil der völlig sinnlose und verbrecherische Mord an 1.300 Menschen un die Verwüstung halb Gazas absolut nichts brachte, ausser das Israel weltweit den Rest seines Ansehens und Sympathien eingebüst hat.
Selbst militärisch eine Totalpleite, denn wie man aktuell in diversen Berichten sehen konnte, viele Tunnel wurden nicht zerstört und selbst die beschädigten und zerstörten werden munter repariert und neu gebaut und der Schmuggel läuft auf Hochtouren.
Dazu kommt das die Hamas kaum geschwächt wurde weil nur rd. 400 ihrer rd. 20.000 Kämpfer getötet wurden und selbst nach 22 Tagen Krieg war die Hamas noch in der Lage 20 Raketen zu verschiessen und kleinlaut sagte ein IDF Sprecher das die Hamas wohl noch immer über 1.200 Raketen besitze.
Somit ist fast alles wie vor dem Krieg und daher die Frage warum und wofür Israel 1300 Menschen getötet, 5000 verstümmelt und halb Gaza verwüstet hat, für rein garnichts, ausser das sich Israel damit am meisten selbst geschadet hat.
freixen (22.01.2009, 15:58 Uhr)
Wie dumm müssen die Israelis sein...
wenn sie denken mit solchen Militäraktionen Gewalt einzudämmen und schliesslich ein friedliches Miteinander zu erreichen.
Oder ging es einmal mehr darum Waffen an menschlichen Objekten zu testen?
Interview mit einer Palistinänserin:
"Drei meiner Söhne und mein Mann fingen an zu brennen. Die Jungen haben gerufen 'Mama, Feuer, Feuer'...
Sabah wurde gegen die Wand geworfen, ihre einjährige Tochter Schahd fiel aus den Armen der Mutter in die Flammen. "Sie schrie 'Mama', dreimal. Dann habe ich sie nicht mehr gehört. ... Meine Schwiegertochter und meine Enkelin ...sind völlig verbrannt, buchstäblich geschmolzen."
Reality (21.01.2009, 23:55 Uhr)
UNO-Generalsekretär besichtigte die Verwüstungen in Gaza...
War in den Nachrichtensendungen des Fernsehens immer wieder auf allen möglichen Kanälen zu sehen.
Dabei hat er sich sehr unfreundlich über das Ausmaß der Zerstörung dort geäußert.
Er ist nachher nach Israel gefahren und lies sich diese Sammlung von (es sah aus als wären es krepierte Wasserleitungsrohren) zeigen.
Also ehrlich, dass sich Israel nicht schämte diese Dinger dem Generalsekretär überhaupt zu zeigen, nachdem er diese Verwüstungen mit schwerster Munition in Gaza gesehen hat.
Das müssen die Israelis doch gewusst haben wie so was wirkt.
Wie können die sich so was einfallen lassen und solche Geschosse vorführen.
Nach diesem Massaker, ist mir unverständlich.
Ich gebe ja zu, dass man damit auch etwas leichtere Schäden verursachen kann aber das hätten sie sich wirklich sparen können.
Da sind sie im Gesamtbild das dabei in der Öffentlichkeit im Inn u. Ausland erzeugt wurde, nun wirklich nicht gut weg gekommen.
Ich heiße es ja nicht gut, wenn man solche Geschosse auf Israels angeeignetes Staatsgebiet abfeuert,
aber dagegen hätte man auch leicht anders vorgehen können.
z.B. mal mit wirklich ehrlichen gemeinten Verhandlungen.
Aber dies wollten sie ja nicht.
Dann hätten sie eben auch damals die Hamas auch nicht zu unterstützen brauchen, wenn sie mit ihr heute nicht verhandeln wollen.
Damals wollte man diese Organisation als Gegenspieler zur Fatah aufbauen, der Schuss ging allerdings in die Hose.
Man wollte womöglich damit die beiden Gruppen gegeneinander ausspielen um möglichst selbst gut dabei abzuschneiden.
Wen wunderts ?
OnceKnown (21.01.2009, 17:49 Uhr)
@Reality
Schwätze ich hier was von Völkermord? Schwätze ich hier was von Mossad-Attentaten auf russische Bürgerrechtler? Links- und rechtsradikal in trauter Einsamkeit. Eine wahre Steilvorlage für jeden Israel-Hasser. Palästinensische Frauen und Kinder hier, palästinensische Frauen und Kinder dort. Nur palästinensische Männer scheint es nicht zu geben. Ganz besonders die nicht, die ständig Raketen abschießen und so eine wunderbare Rechtfertigung für den Militäreinsatz gegeben haben. Nur die Spacken in den Stern.de-Kommentaren schwatzen was von Völkermord. Wenn die Palästinenser auch weiterhin eine so hohe(!) Geburtenrate haben, weil jede Familie es als ihre Pflicht erachtet eine LKW-Ladung Märtyrer in die Welt zu setzen, dann wird es in Israel bald mehr Palästinenser als Israelis geben. Kein Wunder, dass der Gaza-Streifen aus allen Nähten platzt. Korruption und Endsieg-Mentalitat tun da ihr übriges, die Palästinenser in ihrer eigenen gewählten Hölle schmoren zu lassen.
Reality (21.01.2009, 17:43 Uhr)
@OnceKnow
Wissen sie eigentlich, dass sie wirklich geistig völlig irres Zeug hier abliefern ?
Kein normaler Mensch nimmt ihnen doch ihre Märchengeschichten ab.
Merken sie das denn nicht ?
OnceKnown (21.01.2009, 17:39 Uhr)
Hmmm...
"Aber Mord auf offener Strasse mitten in Moskau, das ist typisch Mossad oder CIA."
.
JA-HA!
.
Ich würde mir ja lieber Bilder von ermordeten Hamas-Milizionären angucken, aber leider hat die Hamas peinlichst genau darauf geachtet, dass die wenigen Reporter nur das photographieren, was die Hamas wünscht.
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