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19. Januar 2009, 13:31 Uhr

Wiederaufbau dauert ein Jahr

Drei Wochen hat Israel den Gaza-Streifen bombardiert und dabei in Schutt und Asche gelegt. Nach palästinensischen Angaben wurden mindestens 22.000 Gebäude zerstört, das soziale und wirtschaftliche Leben steht still. Die Schäden werden auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt, die Zeit für den Wiederaufbau auf mindestens ein Jahr.

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Der dreiwöchige Krieg in Gaza hat vor allem eins hinterlassen: Zerstörung© Hatem Moussa/AP

Die israelische Offensive im Gaza-Streifen hat nach palästinensischen Schätzungen einen Schaden von fast zwei Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) verursacht. Mindestens 22.000 private und öffentliche Gebäude - 14 Prozent aller Häuser - seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es in der Studie der palästinensischen Statistikbehörde (PCBS), die am Montag in Ramallah vorgestellt wurde. Die Infrastruktur und Wirtschaft in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer habe insgesamt schweren Schaden genommen. Das soziale und wirtschaftliche Leben im Gaza-Streifen sei gegenwärtig "total gelähmt", sagte der Leiter der Behörde, Loai Schabaneh. "Der Gaza-Streifen ist ein Katastrophengebiet geworden."

Die Wirtschaftsaktivitäten sind demnach um mehr als 85 Prozent zurückgegangen. Am schlimmsten betroffen sei die Landwirtschaft. Mehr als 80 Prozent der Anbaugebiete seien während der Militäroffensive verwüstet worden. Es werde vermutlich mindestens ein Jahr dauern, bis sich die Wirtschaft davon erholen könne, sagte Schabaneh.

Saudi-Arabien spendet eine Milliarde Dollar für Gaza-Streifen

Eine gute Nachricht übermittelte Saudi-Arabiens König Abdullah am Montag. Sein Land werde eine Milliarde Dollar (750 Millionen Euro) für den Wiederaufbau spenden. Zugleich kritisierte der Monarch Israel wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung: "Ein Tropfen palästinensisches Blut" sei wertvoller als alles Geld, sagte Abdullah am Rande eines arabischen Wirtschaftsgipfels in Kuwait. Saudi-Arabien wurde seit Beginn der israelischen Militäroffensive immer wieder von Muslimen kritisiert, weil das Königreich nur verhalten gegen den Krieg protestierte. Das Land steht der Hamas kritisch gegenüber und unterstützt den moderaten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas von der Fatah im Westjordanland.

Die von Israel und den militanten Palästinensergruppen verkündete Waffenruhe hat unterdessen am Montag weitgehend gehalten. Eine israelische Armeesprecherin sagte, in der Nacht habe es keine neuen Angriffe gegeben. Israel ziehe weitere Truppen aus dem Gaza-Streifen ab. Augenzeugen berichteten allerdings am Montagvormittag von neuen Scharmützeln im nördlichen Gaza-Streifen. Militante Palästinenser schossen demnach auf noch verbliebene israelische Truppen. Die israelische Kriegsmarine feuerte daraufhin mehrere Raketen auf die Positionen der Militanten ab.

In den Straßen von Gaza waren am Montag erstmals seit drei Wochen wieder Polizisten der radikal-islamischen Hamas zu sehen. Die Ordnungskräfte trugen Zivilkleidung und waren an ihren gelben Westen zu erkennen, berichteten Bewohner der Stadt. Die Zivilpolizei war zu Beginn der inzwischen beendeten israelischen Militäroffensive vor drei Wochen völlig aus dem Straßenbild verschwunden.

Nach Hamas-Angaben hat die israelische Armee bei ihren Angriffen nur 48 Kämpfer der Organisation getötet. Die Mitteilung vom Montag war die erste offizielle Erklärung zu Opferzahlen der Hamas seit Beginn des Krieges am 27. Dezember. Die Zahl liegt jedoch weit unter der von Israel angegebenen Größenordnung von mehreren hundert getöteten Hamas-Kämpfern.

Hamas-Sprecher Abu Obeida sagte, 80 israelische Soldaten seien getötet worden, lieferte dafür aber keine Beweise. Laut Israel wurden neun Soldaten getötet, vier davon durch Querschläger aus den eigenen Reihen. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge wurden im Gaza-Streifen mehr als 1200 Menschen getötet, etwa die Hälfte davon Zivilpersonen. 13 Israelis wurden getötet.

DPA/AP
 
 
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