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28. Januar 2008, 16:09 Uhr

Silberstreif im Sinai

Die Bewohner des Gazastreifens können wieder Hoffnung schöpfen. Nach Tumulten in den vergangenen Tage versucht Ägypten nun einen geregelten Grenzverkehr einzurichten. Die Versorgungslage hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert, nachdem Israel alle Grenzen geschlossen hatte.

Jugendliche sitzen auf Überresten des von der Hamas gesprengten Grenzzauns zu Ägypten© Mohammed Salem/Reuters

Die Grenze des Gazastreifens nach Ägypten bleibt vorerst offen. Fünf Tage nach der gewaltsamen Öffnung richteten die islamistische Hamas und Ägypten am Montag gemeinsam einen geregelten Grenzverkehr ein. Die EU sagte unterdessen zu, eine Rückkehr ihrer Beobachter in die Grenzregion zu prüfen.

Ägyptische Sicherheitskräfte und Hamas-Kämpfer riegelten die beiden größten Breschen in den Sperranlagen mit Betonwällen und Stacheldraht ab. Zwei weitere Durchbrüche wurden unter gemeinsamer Bewachung für die Aus- und Einreise über den einzigen nicht-israelischen Ausgang präpariert. Israels Blockade in Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss durch die Hamas ist damit weiter hinfällig.

Kairo zwischen den Fronten

Die Hamas stellte in Aussicht, den Übergang zu schließen, sollten ihre Gespräche mit der Regierung in Kairo zufriedenstellend enden. Die Extremisten verlangen eine Mitsprache bei der Grenzregelung, die bislang von Palästinenser- Präsident Mahmud Abbas und Ägypten vereinbart wurde. Auch Abbas wird in Kairo erwartet. EU-Chefdiplomat Javier Solana trifft am Wochenende den ägyptischen Staatschef Husni Mubarak.

Ägypten rief die EU und die USA auf, Israel zur Zusammenarbeit zu bewegen. Die Grenze solle von Kräften der Palästinenser-Regierung und EU-Beobachtern geschützt werden, erklärte Außenminister Ahmed Abul Gheit. Ägypten sei seinerseits bereit, "Schritt für Schritt die Kontrolle zu übernehmen und die Lage zu akzeptablen Bedingungen zurückzuführen". Nachdem die Regierung in Kairo am Sonntag den Nachschub für die wilden Märkte im Grenzgebiet radikal gestoppt hatte, waren Tausende Palästinenser freiwillig nach Hause zurückgekehrt.

EU verlangt Abkommen mit Hamas

"Die Europäische Union ist bereit, ihre Rolle zu übernehmen", sagte Solana in Brüssel. Als Voraussetzung für die Rückkehr der Beobachter verlangten die EU-Außenminister eine Vereinbarung zwischen der von Abbas geführten Regierung, Ägypten und Israel, in der der Personenverkehr geregelt werden müsse. Die EU brauche die Zusicherung, dass es keine Angriffe auf ihre Beobachter geben werde, sagten Diplomaten. "Die Lage muss mit der Hamas geklärt werden. Die Hamas muss zustimmen."

Die militante Gruppe, die eine Anerkennung des Existenzrechts Israels ablehnt, wird von den USA und der EU als Terror-Organisation eingestuft und boykottiert. Ägypten hielt deswegen seine Grenze zum Gazastreifen weitgehend geschlossen, nachdem die Hamas im Juni in dem Gebiet die Macht an sich gerissen hatte. Die EU-Beobachter zogen sich in der Folge zurück. Nachdem Israel vor mehr als einer Woche eine fast vollständige Blockade des Gazastreifens verhängt hatte, hatten die Extremisten Breschen in die Grenze gesprengt und die Schlupflöcher seit Freitag gegen ägyptische Versuche verteidigt, die versuchten das Gebiet wieder abzuriegeln

DPA
 
 
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