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Zahlen, Daten und Fakten

Die prekäre Räumung des Gazastreifens hat begonnen. Aber was ist der Gazastreifen überhaupt, wer übt dort die Kontrolle aus, wie groß ist das Gebiet und wer lebt unter welchen Bedingungen dort?

Der weitgehend von Sandwüsten geprägte Gazastreifen ist seit 1967 von Israel besetztes palästinensisches Gebiet an der Mittelmeerküste. Israel hat den Gazastreifen im Sechs-Tage-Krieg vor 38 Jahren besetzt. Bis 1967 stand das 40 Kilometer lange und fünf bis zehn Kilometer breite Gebiet unter ägyptischer Kontrolle. Im Gaza-Jericho-Abkommen von 1994 wurde der schmale Küstenstreifen am Mittelmeer zum Autonomiegebiet erklärt und stand dann fast völlig unter palästinensischer Selbstverwaltung. Nach Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 setzte Israel die Autonomieregelung jedoch häufig außer Kraft.

Der Gazastreifen ist eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt, die Geburtenrate ist eine der weltweit höchsten. Bis zum israelischen Abzug lebten dort 8000 jüdische Siedler unter 1,3 Millionen Palästinensern. Die orthodoxen Juden berufen sich auf ein "biblisches Recht", dort zu wohnen. Zu alttestamentarischen Zeiten siedelten die Philister in der kargen Küstenregion. Mehr als die Hälfte der palästinensischen Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Viele Bewohner sind Flüchtlinge, die während des Palästinakriegs 1948 aus dem heutigen Israel flohen, beziehungsweise deren Nachkommen. Sie leben zumeist in größter Armut in Flüchtlingslagern.

Hochburg der Hamas

Der Gazastreifen ist die Hochburg der radikalislamischen Hamas, die der Fatah-Bewegung bei der Kommunalwahl im Frühjahr auch zahlreiche Mandate abtrotzte. Angesichts der widrigen Lebensumstände und der Perspektivlosigkeit finden extremistische Positionen ein offenes Ohr. Die militanten Gruppen feuern aus dem Gazastreifen nicht nur häufig selbst gebaute Kassem-Raketen auf israelische Ziele. Immer wieder liefern sie sich auch Schießereien mit palästinensischen Sicherheitskräften.

In Israel ist die Sorge groß, das Chaos könne nach dem Abzug seiner Soldaten noch zunehmen und die militanten Gruppen könnten Waffen und Extremisten über die sogenannte Philadelphi-Route an der ägyptischen Grenze einschleusen. Zur Unterstützung der palästinensischen Sicherheitskräfte sollen ägyptische Soldaten stationiert werden. "Wenn die gegebenen Bedingungen eine Räumung dieser Region zulassen, ist Israel bereit, den Bau eines Seehafens und eines Flugplatzes im Gazastreifen zu erwägen", heißt es im Abkopplungsplan von Ministerpräsident Ariel Scharon.

AP/DPA/AP/DPA
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