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31. August 2006, 13:16 Uhr

BND-Chef soll vermitteln

Im Nahost-Konflikt drängt die Hisbollah-Miliz auf einen Gefangenenaustausch mit Israel. Das hat die Regierung in Jerusalem bislang abgelehnt. Doch nun scheinen sich Verhandlungen anzubahnen - unter deutscher Vermittlung.

Ernst Uhrlau, Chef des Bundesnachrichtendienstes, führt Sondierungsgespräche in Beirut© Steffen Kugler/DPA

Noch wird in Berlin darum gerungen, welchen militärischen Beitrag Deutschland in den Auseinandersetzungen Israels mit der libanesischen Hisbollah-Miliz leisten könne und solle. Auf diplomatischer Ebene sind die Deutschen aber offenbar bereits in den Konflikt verwickelt: Laut der libanesischen Zeitung "al Safir" steht BND-Chef Ernst Uhrlau an der Spitze einer Vermittlergruppe, die Gespräche über einen möglichen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah führen soll.

Freilassung Tausender in Israel Araber gefordert

Die Hisbollah fordert die Freilassung Tausender in Israel inhaftierter Araber. Die Entführung von zwei israelischen Soldaten Mitte Juli war der Auslöser für die Offensive der israelischen Armee in dem Nachbarland. Bislang hat die israelische Regierung einen Gefangenenaustausch abgelehnt.

"Al Safir" berichtet weiter, dass die deutsche Delegation in Beirut unter anderem den Generaldirektor des Allgemeinen Sicherheitsdienstes, General Wafik Dschissini, treffen werde. Anscheinend handelt es sich um Sondierungsgespräche, Verhandlungen seine noch nicht aufgenommen worden, heißt es.

Die libanesische Regierung hatte erklärt, ihr sei es im Prinzip egal, wer die Vermittlung übernehme. Voraussetzung sei nur, dass der Vermittler vorab von Israel "grünes Licht" für Verhandlungen eingeholt habe. Dieses Signal scheint es jetzt zu geben. Aus Jerusalem heißt es, Israel sei grundsätzlich nun doch zu einem Gefangenenaustausch mit der Hisbollah-Miliz bereit. Allerdings müssten die Verhandlungen über die libanesische Regierung laufen, Gespräche mit der radikal-islamischen Hisbollah seien ausgeschlossen, sagte ein israelischer Spitzenpolitiker.

Erst sollen beide israelische Soldaten frei kommen

Israel habe nach Worten eines nicht näher genannten israelischen Politikers zur Bedingung gemacht, dass zunächst die beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten an die Regierung in Beirut übergeben werden sollen. Dann könne auch die Freilassung von libanesischen Gefangenen in Israel diskutiert werden.

Die Frage, ob Deutschland einen Vermittlungsbeitrag zu einem Gefangenenaustausch leistet werde, hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bislang verneint. Jedoch liefen auch frühere Verhandlungen zwischen der Hisbollah und Israel mit deutscher Vermittlung unter größter Geheimhaltung. Die meisten Mitglieder der neuen Delegation hätten bereits geholfen, den letzten Gefangenenaustausch zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah im Jahr 2004 zu organisieren.

AP/DPA
 
 
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