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Auch die Briten schnüffeln mit

Nicht allein die NSA hat private Daten gesammelt - der britische Geheimdienst GCHQ half kräftig mit. Er spähte E-Mails, Anrufe und Facebook-Einträge aus - in noch größerem Umfang als die Amerikaner.

von Matthias Brügge

  Ob über Satellitenantennen oder über Glasfaserkabel: Der britische Geheimdienst GCHQ soll in großem Stil Telefongespräche und Internetverbindungen mitgeschnitten haben.

Ob über Satellitenantennen oder über Glasfaserkabel: Der britische Geheimdienst GCHQ soll in großem Stil Telefongespräche und Internetverbindungen mitgeschnitten haben.

Das Spionageprogramm Prism des US-Geheimdienstes NSA hat weltweit Wellen geschlagen. An der umfassenden Spionage scheint nach Recherchen des britischen "Guardian" auch der britische Secret Service GCHQ (Government Communications Headquarters) beteiligt zu sein. Neue Dokumente bringen eine Schnüffelaffäre von bislang ungeahnten Dimensionen ans Tageslicht.

Der Zeitung zufolge hat sich der GCHC in Zusammenarbeit mit dem NSA heimlich Zugang zu internationalen Kabelnetzen verschafft, über die Telefonanrufe wie auch Internetverbindungen laufen. Der Dienst soll riesige Mengen an persönlichen Daten aller Art angehäuft und ausgewertet haben.

Die Zeitung schließt aus den Titeln der beiden wesentlichen Aktivitäten der Operation, die mit dem Codenamen "Tempora" versehen wurde, auf die ambitionierten Ziele des Programms: Sie heißen "Mastering the Internet" (Das Internet beherrschen) und "Global Telecoms Exploitation" (Auswertung globaler Telekomdienste).

Die Spezialität des GCHQ sei es gewesen, Glasfasernetze anzuzapfen, enorme Datenströme abzufangen und bis zu 30 Tage lang zu speichern - und das ohne jedes öffentliche Mandat oder Debatte.

"Schlimmer als die Amerikaner"

Die Aktivitäten des Dienstes umfassten den Informationen zufolge den Mitschnitt von Telefongesprächen genauso wie die Aufzeichnung von E-Mails oder Facebook-Einträgen. Auch die Chronik aufgerufener Internetseiten von individuellen Nutzern soll der GCHQ abgefangen haben.

Schon seit gut 18 Monaten läuft die Operation "Tempora", meldet der "Guardian". Als Quelle zitierte die Zeitung erneut Dokumente, die der US-Whistleblower Edward Snowden ihr zugänglich machte. Snowden nannte die Zusammenarbeit des britischen mit dem US-Geheimdienst "das weltweit größte Programm einer verdachtsfreien Überwachung in der Geschichte der Menschheit". Er sagte dem Blatt: "Sie (der GCHQ) sind schlimmer als die Amerikaner".

Den Dokumenten zufolge habe sich der GCHQ durch die Fähigkeit, die Glasfaserkabel anzuzapfen, zur Geheimdienst-Supermacht aufgeschwungen. Laut britischen Behörden schaffte es der Dienst, mehr Daten anzuhäufen als die NSA. Im Mai vergangenen Jahres arbeiteten alleine 300 Experten auf Seiten der Briten sowie 250 vom NSA, um die gesammelte Datenflut auszuwerten.

Laut den Informationen des "Guardian" hatten bis zu 850.000 Mitarbeiter des NSA sowie zivile Angestellte mit der Freigabe für Dokumente der höchsten Geheimhaltungsstufe Zugang zu den Daten des GCHQ. Aus den Dokumenten geht hervor, dass der Dienst im vergangenen Jahr bis zu 600 Millionen Anrufe am Tag verarbeiten konnte.

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