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29. Juni 2005, 07:41 Uhr

"Das Opfer lohnt sich"

Anlässlich des Jahrestages der Machtübergabe im Irak hat US-Präsident George W. Bush für sein Vorgehen im Nahen Osten geworben. Die US-Bürger sollten sich auf weitere Opfer einstellen.

Der Präsident spricht zu den Truppen in Fort Bragg© Matthew Cavanaugh/DPA

Der Präsident bekräftigte seine Entschlossenheit und sagte, die Opfer im Irak seien entscheidend für die künftige Sicherheit des Landes.

Dabei stellte er eine enge Verbindung zwischen dem irakischen Aufstand gegen die Neuordnung des Landes und den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA her, die dem Moslem-Extremisten Osama bin Laden angelastet werden.

"Im Irak leisten sie ihren Widerstand. Also werden wir sie dort bekämpfen, wir werden sie überall auf der Welt bekämpfen und wir werden den Kampf weiterführen, bis er gewonnen ist", sagte Bush vor rund 700 Soldaten auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina. Die Rede wurde zur besten Sendezeit im Fernsehen übertragen. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak und der zahlreichen Opfer unter den US-Truppen ist Bush innenpolitisch unter Druck geraten, einen konkreten Rückzugstermin in Aussicht zu stellen. Am Dienstag jährte sich das Ende der US-Verwaltung des Landes, ohne dass die massiven Anschläge und Angriffe irakischer Rebellen unter Kontrolle wären.

Kampf um die Freiheit

Bush räumte Zweifel an seiner Kriegsstrategie ein, bekräftigte aber, dass der Kampf um die Freiheit die Opfer wert sei. "Ich weiß, dass Amerikaner angesichts all dieser Gewalt die Frage stellen: Lohnt sich das Opfer?", sagte Bush und fuhr fort: "Es lohnt sich und es ist entscheidend für die künftige Sicherheit unseres eigenen Landes." Dabei kündigte er an: "Wir haben noch mehr zu tun und es wird harte Momente geben, in denen die Entschlossenheit Amerikas auf dem Prüfstand steht." Die USA kämpften "gegen Menschen voll blindem Hass, ausgerüstet mit tödlichen Waffen und zu jeder Gräueltat fähig."

Mehrmals nannte er in seiner 28-minütigen Rede Bin Laden und dessen Organisation Al-Kaida als Grund dafür, den eingeschlagenen Kurs im Irak beizubehalten. "Der einzige Weg, auf dem unsere Feinde zu einem Erfolg kommen können, wäre, wenn wir die Lektionen des 11. September vergessen würden, wenn wir das irakische Volk Männern wie Sarkaui überlassen würden und wenn wir die Zukunft des Nahen Ostens an Männer wie Bin Laden abtreten würden", sagte Bush. Der irakische Rebellenanführer Abu Mussab al-Sarkaui soll enge Verbindungen zu Bin Laden haben.

Hauptfront im Kampf gegen den Terrorismus

Die USA haben den Irak in jüngster Zeit wiederholt als die Hauptfront in ihrem Kampf gegen den Terrorismus bezeichnet, den sie nach den September-Anschlägen ausgerufen haben. Jüngsten Umfragen zufolge betrachtet allerdings inzwischen die Hälfte der Amerikaner den Krieg im Irak als eine vom Anti-Terror-Kampf getrennte Angelegenheit. Für seine Politik gegen den Terrorismus erhält Bush nach wie vor eine breite Zustimmung.

Im Irak sind bislang 1700 US-Soldaten getötet worden und tausende mehr verwundet. Allein vom Militärstützpunkt Fort Bragg sind derzeit 9300 Soldaten in dem Golfstaat stationiert. Insgesamt haben die USA dort knapp 140.000 Soldaten im Einsatz.

Steve Holland/Reuters

 
 
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