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18. September 2003, 16:04 Uhr

Keine Beteiligung Saddams an Terror vom 11. September

Die Propagandalügen, mit denen die USA den Krieg gegen den Irak begründeten, werden Stück für Stück zurückgenommen. Bush erklärte jetzt, es gebe keine Verbindungen zwischen Saddam und den Terroristen des 11. September. Derweil verzögert sich der neue Irak-Resolutionsentwurf der USA .

In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage äußerten fast 70 Prozent der befragten Amerikaner die Vermutung, Saddam Hussein sei persönlich an den Terrorakten vom 11. September beteiligt gewesen.© AP

US-Präsident George W. Bush hat erklärt, dass es keine Beweise für eine Verwicklung des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein in die Anschläge vom 11. September 2001 gebe. Zwar "steht es außer Frage, dass Saddam Hussein Verbindungen zu dem Terrornetzwerk El Kaida hatte", sagte Bush am Mittwoch. Für eine Beteiligung an den Anschlägen vor zwei Jahren gebe es aber keinen Beweis. Ähnlich hatte sich am Dienstag bereits Verteidigungsminister Donald Rumsfeld geäußert. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage äußerten fast 70 Prozent der befragten Amerikaner die Vermutung, Saddam Hussein sei persönlich an den Terrorakten beteiligt gewesen.

"Wir sprechen noch darüber"

Derweil verzögert sich offenbar der überarbeitete US-Entwurf für eine neue Irak-Resolution. Der Vorschlag, der Forderungen Frankreichs und Deutschlands nach einer erweiterten Rolle der Vereinten Nationen Rechnung tragen soll, wurde zunächst noch für diese Woche im Weltsicherheitsrat erwartet. US-Präsident George W. Bush deutete aber am Mittwoch (Ortszeit) in Washington an, die USA seien noch nicht so weit. "Wir sprechen noch darüber", sagte Bush.

Im UN-Sicherheitsrat wurde unterdessen die Bereitschaft zu einer Einigung bekräftigt. Keines der ständigen Mitglieder habe je mit einem Veto gedroht, betonte der deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger. Es gehe aber um die richtige Wortwahl für eine Resolution, die wirklich etwas verändere und eine neue Entwicklung in Irak anstoße. Diskutiert werde unter anderem noch die Rolle der UN sowie die Frage, wann und wie sich eine irakische Übergangsregierung bilden könne.

Aus französischen Diplomatenkreisen hieß es, Frankreich habe nicht vor, sich der Resolution zu widersetzen. Wichtig sei jedoch, dass eine neue Resolution das Bild der Weltgemeinschaft in Irak prägen helfe. Die Iraker müssten die internationale Gemeinschaft als Unterstützer und nicht als Besatzer wahrnehmen.

Mehr internationale Unterstützung

Washington erhofft sich von einer neuen Resolution mehr internationale Unterstützung in Irak. In einem ersten Entwurf wurde jedoch zugleich betont, das militärische und zivile Kommando müsse weiter bei den USA liegen. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete inzwischen, der überarbeitete Entwurf solle die Rolle der Vereinten Nationen genauer definieren. Den UN solle größerer politischer und wirtschaftlicher Einfluss eingeräumt werden, erklärte ein ranghoher Regierungsbeamter

Bundeskanzler Gerhard Schröder will Bush bei dem für nächste Woche geplanten Treffen in New York Unterstützung für den Wiederaufbau in Irak anbieten. Deutschland sei unabhängig von einer UN-Resolution bereit, irakische Polizisten und Soldaten auszubilden und Infrastrukturprojekte zu unterstützen, bekräftigte Schröder frühere Ankündigungen in einem Interview des "Handelsblatts".

Explosion an der wichtigsten Ölpipeline

Eine Explosion an der wichtigsten Ölpipeline zwischen Irak und der Türkei löste laut Augenzeugenberichten am Donnerstag einen Großbrand aus. Die Explosion ereignete sich nördlich der Stadt Baidschi, rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad. Ursache und Ausmaß des Schadens waren zunächst nicht bekannt.

Nach den tödlichen Schüssen amerikanischer Soldaten auf irakische Polizisten in Falludschah vor einer Woche sollen die US-Truppen vermutlich in den kommenden Tagen mit örtlichen Führern zusammenkommen, um über eine Entschädigung der Hinterbliebenen zu beraten. Der Zwischenfall hat die Spannungen in Falludschah weiter verschärft. Die US-Truppen haben sich dafür entschuldigt, irrtümlich acht irakische Polizisten und einen jemenitischen Wachmann erschossen zu haben.

 
 
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