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25. Januar 2004, 14:38 Uhr

Georgischer Präsident Saakaschwili im Amt

Neun Wochen nach dem Sturz von Eduard Schewardnadse hat der frühere georgische Oppositionsführer Michail Saakaschwili das Amt als Präsident Georgiens angetreten.

Michail Saakaschwili, der neue georgische Präsident© Sergei Chirikov / DPA

Neun Wochen nach dem Sturz von Eduard Schewardnadse hat der frühere georgische Oppositionsführer Michail Saakaschwili das Amt als Präsident Georgiens angetreten. Im Beisein von US-Außenminister Colin Powell und dessen russischem Kollegen Igor Iwanow legte der 36-jährige Saakaschwili in Tiflis den Amtseid ab.

Die Feier fiel auf den 76. Geburtstag Schewardnadses, den Saakaschwili mit wochenlangen Massenprotesten der Opposition gegen Wahlfälschungen im vergangenen November zum Rücktritt gezwungen hatte. Nach dem friedlichen Machtwechsel hatten die Georgier Saakaschwili am 4. Januar mit 96 Prozent zum neuen Präsidenten gewählt.

Powell fordert den Abzug russischer Truppen

Die Kaukasusrepublik solle nicht zum Schauplatz eines Konkurrenzkampfes zwischen Russland und den USA werden, "sondern ein Modell für den Aufbau der Demokratie und die Vollendung von Reformen", sagte Powell. Die USA wollten in Georgien an der Südflanke Russlands keine ständige Truppenpräsenz unterhalten. Gleichzeitig forderte Powell Russland auf, seine letzten beiden Militärstützpunkte in Georgien wie 1999 vereinbart aufzulösen. Darüber wolle er an diesem Montag in Moskau auch mit Präsident Wladimir Putin sprechen.

In Moskau mit Misstrauen gesehen

Vor dem Parlament in Tiflis, dem Schauplatz der "Revolution der Rosen" vom November, nahm Saakaschwili eine Militärparade ab. Unter seiner Führung wolle Georgien ein "sehr gutes Verhältnis zu Russland" aufbauen, sagte er. In Moskau wird der Georgier als angeblicher Nationalist und Verbündeter des Westens mit Misstrauen gesehen. Putin hatte ihn erst nach langem Zögern für Februar eingeladen. Powell lud Saakaschwili für den 25. Februar nach Washington ein.

Kampf gegen Korruption

Der in den USA ausgebildete Jurist und frühere georgische Justizminister Saakaschwili sieht die Bekämpfung der Korruption als wichtigsten Schritt zu einer wirtschaftlichen Gesundung seines verarmten Landes. Um die neue Stärke der Zentralregierung zu demonstrieren, nahm Saakaschwili am Sonntagmorgen zunächst eine Militärparade in der faktisch selbstständigen Region Adscharien am Schwarzen Meer ab. Danach kam es Berichten des georgischen Fernsehsenders Rustawi-2 zufolge zu Ausschreitungen, als Polizei eine Kundgebung von Gegnern des örtlichen Machthabers Aslan Abaschidse in Batumi auflöste. Die adscharischen Behörden dementierten den Vorfall.

 
 
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