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21. August 2008, 18:41 Uhr

Russlands Pyrrhussieg im Kaukasus

Kaum einer hatte noch daran geglaubt: Jetzt unterzeichnete Polen den Vertrag zur Stationierung des US-amerikanischen Raketenschilds in Polen. Auslöser war der Georgienkonflikt. Es scheint, als habe der Krieg fatale Auswirkungen auf ganz Osteuropa. Was heißt das für die Zukunft der Region? Eine Analyse von Tomasz Konicz.

Zoom

US-Außenministerin Condoleezza Rice und der polnische Präsident Lech Kaczynski vor der Unterzeichnung des Vertrags über den US-Raketenschild© Janek Skarzynski/AFP

Am Mittwoch war es nach einem über anderthalbjährigen Verhandlungsmarathon vollbracht: Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski und seine US-amerikanische Amtskollegin Condoleezza Rice unterzeichneten einen bilateralen Vertrag über die Stationierung von zehn US-Abfangraketen in der Nähe der nordpolnischen Kleinstadt Redzikowo.

Die zuletzt ohne nennenswerte Annäherung im Stillstand verharrenden Gespräche wurden letztendlich durch substantielle Zugeständnisse Polens zu Abschluss gebracht. Warschau verzichtet bei dem nun abgeschlossenen Vertragswerk auf zentrale Forderungen, wie eine umfassende, von Washington finanzierte Modernisierung der polnischen Streitkräfte, sowie auch einen verbindlichen, bilateralen Beistandspakt im Fall eines Angriffs durch Drittstaaten. Die Vereinigten Staaten verpflichteten sich lediglich zu Stationierung einer Batterie des Patriot-Luftabwehrsystems und zum militärischen Beistand bei einem mit ballistischen Raketen gegen Polen geführten Angriff - alle anderen Deklarationen der USA fanden Eingang in eine unverbindliche "politische Erklärung".

Trotz gegenteiliger Beteuerungen polnischer und amerikanischer Politiker ist eines klar: Diese im Eiltempo abgeschlossene Übereinkunft kann ohne Weiteres als die bislang schwerwiegendste Folge des Krieges um Südossetien bezeichnet werden. Am klarsten sprach dies die polnische Tageszeitung "Polska" aus, die in einem Kommentar bemerkte, dass es Russlands fortdauernde Okkupation georgischen Territoriums war, die zu einer erneuten Annäherung zwischen Washington und Warschau führte. Noch vor wenigen Wochen habe Außenministerin Rice wegen der festgefahrenen Gespräche eine Visite in Warschau kurzfristig abgesagt, erinnerte die Zeitung. Zudem habe man "über viele Monate das Anwachsen von Spannungen und Misstönen" zwischen Warschau und Washington beobachten können. Doch die Demonstration "der brutalen Kraft Russlands" in Georgien habe genügt, um die amerikanisch-polnischen "Animositäten" zum Verschwinden zu bringen.

Demonstrativ an der Seite Georgiens

Tatsächlich geht seit Kriegsausbruch in vielen Ländern Osteuropas die Angst vor einem erstarkenden Russland um. Polen, die baltischen Länder und das prowestliche Regierungslager der Ukraine reagierten höchst besorgt auf den schnellen militärischen Sieg Russlands gegen die georgischen Streitkräfte. Dabei stellten sich die Staatschefs aller dieser Länder demonstrativ an die Seite Georgiens, wobei sie mit scharf formulierten, diplomatischen Noten die Spannungen noch zusätzlich anfachten.

Die Präsidenten Polens, Lech Kaczynski, Litauens, Valdas Adamkus, Lettlands, Valdis Zatlers und Estalnds, Hendrik Ilves, sprachen in einer gemeinsamen, kurz nach Ausbruch der Feindseligkeiten abgegebenen Erklärung von einer "imperialistischen und revisionistischen Politik" Russlands, der sich der Westen entgegenzustellen habe: "Nato und EU sollten die Verantwortung für Sicherheit und Stabilität ihrer Partner betonen, damit die russische Staatsmacht nicht der Ansicht verfallen kann, sie dürfe die Werte und Prinzipien der euroatlantischen Gemeinschaft missachten."

Die russische Antwort blieb nicht lange aus

Das brutale georgische Bombardement Südossetiens, das den Krieg auslöste, fand in dieser Erklärung der Staatschefs ebenso wenig Eingang, wie die Kriegsberichterstattung ihrer Länder. Die Berichterstattung in Polen, wie in den baltischen Staaten, war von einer fast schon hysterische Züge annehmenden Russophobie geprägt, die eindeutig zum breiten, antirussischen Meinungsumschwung in den besagten Ländern führte. Waren beispielsweise vor Kriegsausbruch an die zwei Drittel aller Polen gegen die Stationierung einer US-Raketenbasis in ihrem Land, so sprachen sich in einer von der liberalen polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza jüngst publizierten Umfrage 60 Prozent der Befragten dafür aus, nur noch 38 Prozent waren dagegen.

Einen weiteren Verbündeten fand dieses informelle, baltisch-polnische Bündnis im ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko, der am 12. August gemeinsam mit dem polnischen Staatschef zu einer emotional aufgeladenen Solidaritätsdemonstration in der georgischen Hauptstadt Tiflis zusammenkam. Während dieser Kundgebung griff insbesondere Lech Kaczynski wiederum Russland scharf an, indem er ein klares "Nein" zur "russischen Dominanz" forderte und Moskau unterstellte, nun "sein Wahres Gesicht" zu zeigen, das "wir schon seit Jahrhunderten kennen". Die Russische Antwort blieb nicht lange aus: Russlands stellvertretender Außenminister Grigori Karasin nannte die polnisch-baltischen Deklarationen "zynisch", "unverständlich" und "unlogisch". Der russische Botschafter in Lettland warnte Polen und die baltischen Staaten ganz offen, "einen großen Fehler" zu begehen, für den sie später "sehr lange bezahlen" müssten.

Bereits jetzt wird über eine Abspaltung der Krim spekuliert

Doch es ist der schwelende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der die größte Gefahr für die Stabilität der gesamten osteuropäischen Region in sich birgt. In der Ostukraine und auf der Krim ist eine starke russische Minderheit beheimatet, die sich einer Westorientierung des Landes, wie auch dem von der prowestlichen Regierung um Julia Timoschenko angestrebten NATO-Beitritt, vehement entgegen stellt. Auf der Halbinsel Krim, die bis in die 60er Jahre zu Russland gehörte und erst dann durch den ukrainischstämmigen Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik zugeschlagen wurde, findet sich ein buntes Völkergemisch. Neben Russen und Ukrainern lebt dort auch eine starke tatarische Minderheit. Eventuelle ethnische Spannungen lassen sich dort also besonders einfach durch Großmächte instrumentalisieren.

Bereits jetzt wird über eine Abspaltung der Krim spekuliert, da in dieser Region in den letzten Jahren starke prorussische Gruppierungen entstanden sind. Am 15. August demonstrierten beispielsweise in Sewastopol mehrere hundert Menschen - für Russland und gegen Georgiens Präsident Saakaschwili. Die vor wenigen Wochen abgehaltenen NATO-Seemanöver auf der Krim konnten nur durch ein ausgedehntes Demonstrationsverbot weitgehend ungestört verlaufen. Eine ähnliche Militärübung vor zwei Jahren musste aufgrund massiver Proteste abgesagt werden.

Bereits jetzt wird über eine Abspaltung der Krim spekuliert

Zudem ist die russische Schwarzmeerflotte laut einem bilateralen Vertrag bis 2017 im ukrainischen Schwarzmeerhafen von Sewastopol stationiert, was bereits in der Vergangenheit zu erheblichen Spannungen zwischen Moskau und Kiew führte. Doch angesichts des Auslaufens russischer Schiffe aus ukrainischen Häfen während des jüngsten Kaukasus-Krieges eskalierte der schwelende Konflikt. Präsident Juschtschenko verfügte umgehend einen Präsidialerlass, dem zufolge die russische Schwarzmeerflotte die Ukraine über ihre Aktivitäten im Voraus zu informieren habe. Russlands Außenministerium bezeichnete diesen Erlass umgehend als "einen gegen Russland gerichteten Schritt". Am 21. August forderte der ukrainische Außenminister Wladimir Ogrysko Moskau überdies auf, bereits mit "den Vorbereitungen zum Abzug der Schwarzmeerflotte" aus Sewastopol zu beginnen.

Selbst dem engsten Verbündeten Russlands, der autoritär regierten Republik Belarus, scheint die neue Stärke ihrer "Brudernation" nicht ganz geheuer. Der russische Botschafter in Minsk, Aleksandr Surikow, beschwerte sich Mitte August über ein "unverständliches Schweigen" der belarusischen Regierung bezüglich der Lage in Südossetien. Es gebe keine nennenswerten Stellungnahmen, die das russische Vorgehen unterstützten, und Georgien wie den Westen verurteilten. Man sei "enttäuscht", kommentierte Surikow gegenüber russischen Medien.

Die Furcht vor dem "russischen Bären" schwindet

Die unverhältnismäßige Antwort Russlands auf die georgische Offensive in Südossetien führt zu einer rapiden Destabilisierung der gesamten sicherheitspolitischen Architektur Osteuropas, zu einer Zunahme geopolitischer Spannungen, die den militärischen Sieg Moskaus in eine politische Niederlage verwandelt haben. Im Rausch des schnell errungen Sieges scheint man in Russland die unzähligen Niederlagen und Demütigungen der vergangenen Jahrzehnte - vom Kursk-Unglück bis zu der Unabhängigkeit des Kosowo - vergessen machen zu wollen. Inzwischen entfremden sich aber ehemals verbündete und neutrale Staaten vom Kreml, steigt die ins irrationale getriebene Furcht vor dem "russischen Bären" in der gesamten osteuropäischen Peripherie, gewinnen separatistische Bestrebungen in der Region an Dynamik.

So ließen die - ebenfalls von Moskau unterstützten - moldauischen Separatisten am 12. August die mühsam in Gang gesetzten Verhandlungen mit der Zentralregierung in Kischinau platzen, weil diese sich nicht zu einer "eindeutigen Verurteilung" des georgischen Vorgehens in Südossetien bereit erklärte. Im Kreml scheint man vergessen zu haben, dass es sich auch bei der Russischen Föderation um einen Vielvölkerstaat handelt.

Dieser russische Pyrrhussieg scheint nun auch die seit dem Russland-EU-Gipfel von Chanty-Mansisk eingeleitete Annäherung zwischen Moskau und Brüssel in Frage zu stellen. Eine erneute russisch-europäische Eiszeit käme vor allem den Vereinigten Staaten recht, die der intensivierten Kooperation zwischen Russland und der EU besonders skeptisch gegenüber standen. Mit der nun besiegelten Raketenabwehr in Polen und Tschechien, wo die zum System gehörende Radarstation aufgebaut werden soll, scheinen die Scharfmacher in Washington tatsächlich einen mindestens vorläufigen Keil zwischen Moskau und Brüssel getrieben zu haben.

KOMMENTARE (10 von 33)
 
Georges13437 (24.08.2008, 00:48 Uhr)
Hier kann man nur staunen,
jetzt gibt es auch schon einen russischen Faschismus, so lernt man dazu.
Klingt auch richtig böse und stellt das große Land auch gleich ins absolute Abseits, wenn es nach dem geschriebenen Schwachsinn des gemeinten Kommentarschreibers geht.
Rußland war auf einen vielleicht guten Weg, wurde aber durch die handlungen jenes schwachsinnigen Herrn vom anderen Kontinent und seiner Darmakrobaten aus Westeuropa voran die grazile Dame mit FDJ-Vergangenheit, in die Devensive gedrängt. Nun fühlen sich die Russen eingekesselt und werden wieder offensiv und das mit Recht. Polen hat bereits bewiesen, dass es sich zum Spalterstaat hat instrumentalisieren lassen. So sieht also Amerikas Neues Europa aus. Ein großer Erdteil ist beschämenderweise zum gewöhnlichen Vasallen verkommen.
Schon sitzen wir alle wieder in der Falle des Kalten Krieges fest.
Für einen gewollten Kalten Krieg werden entsprechende Feinde benötigt.
Rußland macht sich gut für diese Aufgabe. Ein starker Feind kurbelt die Waffenindustrie an und begründet jegliche Aufrüstung.
Unaufhaltsam geht die Welt, dank der Handlungen von Wahnsinnigen, einem erneuten Fiasko entgegen. Nur die Oberflächlichen und Träumer, glauben noch an eine kommende schöne und lebenswerte Welt. Die Menschen dieser Erde werden sich auf lange Zeit nicht mehr aus dieser erdrückenden Umklammerung des Bösen, nicht mehr freimachen können.
MfG Georges 13437
kilianHB (22.08.2008, 23:27 Uhr)
Selbsttäuschung der Polen
Ich kann nicht nachvollziehen weshalb aufgrund des Krieges in Georgien, die Stimmung der Polen zugunsten des Raketenschildes gekippt ist.
Fühlen die sich jetzt sicherer??
Sie müssten doch wissen das die Lieblingsinvasionswaffe des Iwans, der Panzer ist.
Die 10 Ami-Abwehrraketen sind militärisch lächerlich.
Aber die Polen denken sie sind jetzt sicherer als vorher....
Ne glasklare Selbsttäuschung.
CarlitosWay (22.08.2008, 21:40 Uhr)
@Frei-Talk
Du kannst gerne noch weiter rückwärts in die Geschichte rücken um irgendwelche Verfeindungen zu suchen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, daß unser EU-Partner (ich bin übrigens ein in Deutschland geborener Spanier) seine aktuellen Entscheidungen, vor allem unter dieser extremen US-Hörigkeit (oder ist es der US-Dollar?) trifft.
Polen ist kein verlässlicher Partner für die Sicherheit Europas. Ganz im Gegenteil. Man sollte diesem Land (genauso wie Georgien) anbieten, sich doch den Vereingten Staaten von Amerika einzugliedern. Somit wüssten wir dann wenigstens mit wem wir es zu tun haben. Ach ja, bevor ich es vergesse: Warum protestiert die EU nicht gegen die Verwendung der Europa-Flagge während der TV-Propaganda-Ansprachen des Georgischen Präsidenten? - Ist die EU-Flagge so wenig wert?
laeppe (22.08.2008, 15:41 Uhr)
Die große Trickserei
Lesen muß man das Spiegel Interview
mit Gerhard Schröder.
So wie die Medien hier berichten ist das alles Taktik.
So kann man die Raketen in Polen
stationieren und Mc Cain ist in
Umfragen gleichauf mit Obama.
George W hat raffinierte Berater ?
FelixSchwarz (22.08.2008, 15:33 Uhr)
JAJa
Die Gefahr ist, dass die trumatisierten Polen und Tschechen damit rechnen, dass sie sich vor russischen Atomwaffen schützen können. Zur Erinnerung: Bis 1989 gab es vom Norden bis in den Süden Deutschlands eine 200 km breite Hauptkampflinie. Das Szenario sah auf beiden Seiten wie folgt aus: Die Sowjets greifen mit Atomwaffen an, die USa und andere verteidigen mit Atomwaffe, und ein deutscher General hätte den Einsatz der NATO kommandiert. Wenn ich zynisch wäre, könnte ich jetzt sagen: Was solls, jetzt wird die Hauptkampflinie von Polen bis Georgien sein.
Frei_Talk (22.08.2008, 14:42 Uhr)
CarlitosWay
wenn du schon mit der Geschichte kommst. Dann richtig. Die Polen hatten schon Probleme mit den Russen, da gab es die USA noch überhaupt nicht. Da zogen noch die Sioux über die Felder. Übrigens auch mit den Deutschen hatten sie auch immer Probleme...Das nur so nebenbei....Die Polen sind das erstemal in ihrer Geschichte wirklich geschützt. Die haben auch allen Grund dazu. Jetzt komm nicht mit der flachen Behauptung ja geschützt das wird denen auch nichts helfen...Die USA haben den Polen ihre staatliche Souveränität garantiert. Mit einem Battalion T80 können die Russen da nicht machen. Wenn dann heisst es auch für die..Alles oder Nichts.
CarlitosWay (22.08.2008, 13:34 Uhr)
So schreibt man sich die Geschichte zurecht...
Ein weiteres Mal. Daß die Polen eine Anti-Russland-Haltung haben kommt ja wohl nicht von den aktuellen Gegebenheiten im Kaukasus, sondern von dieser ultra-katholisch-US-Schiene auf der sie seit Jahren fahren. Im Grunde genommen war die Aufnahme dieses Staates in die EU eine der größten Fehler der letzten Jahre, denn seit jeher haben in Polen ein US-Präsi und ein Papst mehr zu sagen als der normale Verstand. Leider sind die heutigen Medien auch nur noch unter Kontrolle des Propaganda-Ministeriums der USA.
Nen ähnlichen Fall wie in Georgien hatten wir ja schon einmal in Afghanistan. Seltsamerweise wurden die "lieben Mujahedin" während der damaligen Sowjet-Invasion (übrigens wurde diese gegen die Islamistischen Terroristen geführt) vom Westen unterstützt. Heute sterben dort Spanier, Deutsche, Franzosen weil es der Oberboss der NATO, auch USA genannt, so beschliest. Nur ein dummer Mensch stolpert zweimal über den gleichen Stein und wir leben anscheinend in einer verdummten Welt.
FelixSchwarz (22.08.2008, 12:27 Uhr)
Russlands Pyrrhussieg
Damit auf einer rational-wissenschaftlichen Ebene diskutiert werden kann, stelle ich folgenden Beitrag ins Netz:
Was mir wirklich Sorge macht: Der Journalismus der großen Verlage überschreitet die Grenzen von Aufklärung zu Propaganda. Entweder aus Unkenntnis, oder als Auftragsjournalismus. Das wird vor allem auch an den Artikeln zum Zusammenhang Georgien deutlich. Hier die andere Wahrheit: Der in Warschau geborene Z. Brzezinski ist ein US-Geostratege. Ehemals Berater der US-Regierung. Im Buch „Second Chance“ aus 2007 stellt er die Grundsätze amerikanischer Politik dar. Er schlägt vor, verstärkt auf Kooperationen und Absprachen mit Europa und China zu setzen. Zugleich soll jedoch Rußland destabilisiert werden. In dem Buch „Das große Schachbrett“ gewährt er einen tiefen Einblick in diese Interessen US-amerikanischer Machtpolitik. Die USA wollen “einzige” und “letzte” Weltmacht sein. Noch entscheidender ist jedoch die zweite Prämisse. Danach ist Eurasien „das Schachbrett, auf dem der Kampf um globale Dominanz ausgetragen wird“. Die USA verfolgen das Ziel, „die beherrschende Stellung Amerikas” zu bewahren“. Die Politik müsse jeden Rivalen ausschalten”(S. 306) Europa habe die Funktion eines Brückenkopfes auf dem eurasischen Kontinent (S. 91). Besondere Bedeutung habe die Re­gion um das Kaspische Meer. Da diese über die zweitgrößten Öl- und Gasreserven verfüge und zudem militärisch von Bedeutung sei, würde eine Vormachtstellung in dieser Region die Position der USA auf dem eurasischen Kontinent massiv stärken. Die NATO-Osterweiterung und die militärischen Interventionen (Irak, Afganistan) bilden einen Keil, mit dem die USA in das Herz der eurasischen Landmasse vorstoßen. Mit diesem Weg gelänge es den USA, dieses Ziel zu erreichen. Die USA wären dann die „einzige“ und auch die „letzte echte Supermacht“ (S. 307).
Robbespierre (22.08.2008, 11:26 Uhr)
@Vincent_Vega
Zitat: "Baut einfach ein paar Pipelines um Georgien dann können die Russen mit Georgien tun, was sie wollen und den Westen geht es nichts mehr an."
Klar doch... Warum nicht gleich das selbe mit Deutschland? Der russische Faschismus würde sicher auch gerne hierzulande Fuß fassen.
Frei_Talk (22.08.2008, 10:56 Uhr)
Hochmut kommt vor dem Fall
Aus meiner Sicht kann man es drehen und wenden wie man will. Das war unverhältnissmäßig hart was die Russen da abgezogen haben. Das Problem bei denen liegt ihrem Hochmut. Schon die Zaren unterwarfen alles was ihnen in den Weg kam. Auf dieser Einstellung basiert das ganze Russiche Imperium bis zum kleinsten Bauern in Sibieren. Stolz können sie ja auch sein. Immerhin zählen sie zu den wirkliochen Gwinnern des 2WK. Und nicht so viele andere, Russland hat geblutet und gesiegt. Und ist danach groß und mächtig geworden. Jetzt wurden sie wieder kleiner und haben dabei aber vergessen ihren Hochmut abzulegen. Stolz dürfen sie gerne sein. Aber wer die Nase zuhoch trägt muss sich nicht wundern wenn sie mal blutet. Die hätten die Georgien machen lassen sollen. Danach wären die nie mehr in die Nato gekommen. Aber nein...die russiche Lösung..
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