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5. September 2008, 20:25 Uhr
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Opposition setzt Saakaschwili unter Druck

Wochen nach dem Krieg in Südossetien bröckelt die Unterstützung für Georgiens Präsidenten Michail Saakaschwili im eigenen Land. In einem offenen Brief attackieren Oppositionelle Saakaschwili mit unangenehmen Fragen. Ihre wichtigste: "Warum fiel Georgien trotz Warnungen der USA in Südossetien ein?"

Politisch angeschlagen: Georgiens Präsident Michail Saakaschwili© Efrem Lukatsky/AP

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Druck auf den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili wegen des Blutvergießens im Südkaukasus innenpolitisch ausbricht. Solange die Wut über die russische Besetzung georgischer Gebiete vorherrschte, einten ein innerer Burgfrieden und westliche Solidarität das Land. Doch einen Monat nach dem Krieg zeigen sich nun erste Risse in dieser Allianz von Regierung und Opposition, die beide einen EU- und NATO- Beitritt wollen. Saakaschwilis Gegner aus Vorkriegstagen sehen die "Zeit für harte Fragen gekommen".

"Warum fiel Georgien trotz Warnungen der USA in Südossetien ein?", lautet ein zentraler Vorwurf eines offenen Briefs von 80 Oppositionellen, Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und Journalisten in der regierungskritischen georgischen Tageszeitung "Rezonansi". Die Unterzeichner fordern die "Befreiung des staatlichen Fernsehens von autoritärer Zensur" für eine offene Diskussion. "Die extreme Propaganda gibt allen die Schuld: einem aggressiven Russland, einem ignoranten Westen, der Opposition und den russischen Spionen usw. - nur nicht der Regierung selbst", heißt es in dem Schreiben.

"Schwer zu beweisen, dass Georgien den Krieg nicht begonnen hat"

Für die "katastrophalen Folgen" des Konflikts trügen die Behörden mit ihrem "unprofessionellen und undemokratischen Verhalten" mit die Verantwortung. In einem gesonderten Appell verlangte der Chef der oppositionellen Christlich-Demokratischen Partei, Giorgi Targamadse, eine innergeorgische Untersuchung des Konflikts - "ohne Hysterie". "Es wird schwer zu beweisen sein, dass Georgien den Krieg nicht begonnen hat", meinte Targamadse, dem Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt werden. Zwar habe Russland allmählich die Grundlage für den Krieg geschaffen. Doch sei die georgische Rhetorik und Politik darauf ausgerichtet gewesen, dass abtrünnige Südossetien notfalls unter Gewaltanwendung mit Georgien zu vereinen.

Russland wirft Georgien vor, den Krieg mit der Bombardierung der südossetischen Hauptstadt Zchinwali am 8. August angefangen zu haben. Wochenlang konnte sich Saakaschwili mit der Unterstützung aus Brüssel und Washington innenpolitisch sicher fühlen, während alle Welt Russland für den Einmarsch in Georgien verurteilte und mit Strafen bedrohte. Der Westen betont mit Finanzspritzen in Milliardenhöhe zum Wiederaufbau Georgiens sein strategisches Interesse an der wichtigen Transitregion für Energietransporte außerhalb Russlands.

Einstiger Held politisch angeschlagen

Doch in dem armen Land wird nach Einschätzung von Beobachtern der Druck auf Saakaschwili weiter wachsen, zumal tausende Menschen nach dem Krieg obdachlos sind. Der einstige Held der Rosenrevolution von 2003, der seinen Vorgänger Eduard Schewardnadse zum Rücktritt zwang, ist bereits seit November 2007 politisch angeschlagen. Damals ließ Saakaschwili seine Kritiker bei Massendemonstrationen niederprügeln.

Inzwischen hat auch Saakaschwilis abtrünnige Weggefährtin Nino Burdschanadse, die frühere Parlamentschefin, ihre Rückkehr in die aktive Politik angekündigt. Die ebenfalls prowestliche Politikerin hatte dem Präsidenten kurz vor der von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl im Mai den Rücken gekehrt. Auch sie erklärte, Saakaschwili müsse sich nun unangenehme Fragen stellen lassen. Für Russland existiert Saakaschwili jedoch schon jetzt nicht mehr - Kremlchef Dmitri Medwedew nannte ihn jüngst sogar eine "politische Leiche". Laut Moskaus Medien könnte der Kreml mit einer möglichen Präsidentin Burdschanadse durchaus leben.

Ulf Mauder/dpa
KOMMENTARE (10 von 13)
 
flyingfree (07.09.2008, 00:21 Uhr)
Etwas zu hastig?
Blöd, dass sich die EU, vor allem Bush Baby Merkel sogleich dem aalglatten Gangster Saakaschwili an den Hals geworfen haben.
Selbst im eigenen Land scheinen die Bürger das Verursacherprinzip erkannt, und den wahren Agressor identifiziert zu haben.
Schnaafpaaf (06.09.2008, 15:59 Uhr)
Saakaschwili ist ein
gefährlicher, unberechenbarer Hasardeur und Verbrecher, der keine demokratische Legitimation besitzt und keinerlei Hilfe durch uns verdient hat. Ich möchte nicht erleben, dass wegen eines solchen Schurken ein Krieg ausbricht, in dem deutsche Soldaten verrecken. Ich hoffe, dass Frau Merkel, die diesen Gangster ja förmlich in die EU und in die NATO (!) nötigt, zur Vernunft kommt oder abtritt!
Gisella (06.09.2008, 10:48 Uhr)
Guten Morgen
an ONCE KONWN-es ist eine "Sie" und woher hast Du DEINE WEISHEITEN her?Ich habe keinen Hass auf die amerik. Bevölkerung-da die ja nichts für ihre Regierungen können.ach, klar gerade die haben ja Bush und Konsorten gewählt.Und was Verschwörungen anbetrifft-Sonntag gegen 23 Uhr ist wieder eine solche Sendung im Fernsehen -im Deutschen TV.
Wanderflke (06.09.2008, 10:48 Uhr)
Warnung der USA?
Der russische Ministerpräsident Putin äußerte in dem von der ARD zensierten Interview mit T. Roth die Vermutung, dass die USA Georgien zum Überfall auf Südossetien veranlasst hätten, um so den Republikanern ein Wahlkampfthema zu verschaffen. Wenn man sich den Propagandakrieg der letzten Wochen ansieht, scheint das durchaus plausibel. "Bush will Russland betrafen!" Welch eine Anmaßung. Der Mann, der selbst vor ein internationales Kriegsverbrecher-Tribunal gehörte, schwingt sich zum Richter über Russland auf!
Zum Glück scheint nun wenigstens die journalistische Einheitsfront zur Unterstützung der US-Position langsam zu bröckeln.
Loki-Asgard (06.09.2008, 10:40 Uhr)
Hey der Known ist wieder da
Da der Known mal wieder nichts zum Thema beizusteuern hat erklärt er halt der Menschheit wer alles Knowns usa nicht liebt.
Hey Known, ich bin kein Sozialist, eigentlich hätte man dieses aus meinen Kommentaren herauslesen können.
Schlammschwimmer (06.09.2008, 07:31 Uhr)
Amerika
-Hasser? Was soll man von einem Land, einer Regierung halten, die überall dort auf der Welt, wo sich die Menschen die Schädel einschlagen, ihre Finger im Spiel hat? Freunde verhalten sich anders.
OnceKnown (06.09.2008, 02:08 Uhr)
@alle
Notorische Amerika-Hasser aller Länder vereinigt euch!.
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Hauptbesetzung:
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Gisella (mit ihren / seinen(?) unüberprüfbaren Geschichten, die er / sie in den USA erlebt haben will).
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Loki-Asgard (bekannter Forist mit noch viel bekannterer pol. Einstellung; Unterstützer der nationalen Opposition und nationaler Sozialist o. National-Sozialist(?).
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gmathol (latenter Amerika-Hasser mit wirren Verschwörungstheorien von der neuen Weltordnung)
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SirExecutive (fleißiger Linksammler mit seltenem Eingeständnis: "ich bin zwar kein journalist,...".
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Hier ein Link von mir zur Wahl in Georgien, lieber SirExecutive:
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http://www.tagesschau.de/ausland/wahlgeorgien12.html
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Wo ist eigentlich hamburg123?
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Ich vermisse schrillere Töne...
gmathol (06.09.2008, 00:16 Uhr)
@SirExekutive
...nur noch eines hinzuzufuegen das dies die Politik des - The Project of the new American century - darstellt.
Ein bekannt prominenter Pusher dieses Projekts in Deutschland ist der ehemalige Staatssekretaer Teltschik der immer wieder zu "geschlossenen" Konferenzen nach Muenchen einlaedt.
SirExekutive (05.09.2008, 23:32 Uhr)
es ist ein hohn
das ein verbrecher wie saakaschwili in der westlichen welt als "demokratisch" propagiert wurde
war bzw. ist zu tiefst zynisch und verwerflich, zeigt aber das wahre gesicht der westlich antidemokratischen technokratie, welche das wort "demokratie" nur zu propagandazwecken missbrauchen
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würden die medien wirklich wenigstens nur einmal bezüglich betsimmter politischer geschehen ihre arbeit machen, hätten sie von vorne rein gewusst wie extrem antidemokratisch dieser herr sich bis her verhalten hat...
aber da das nicht in die westliche propagandapasst lässt man das einfach weg alla was der bauer nicht weis, macht ihm nicht heiß
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saakaschwili steht für (wahl)betrug, unterdrückung der opposition, manipulierung der staatsmedien usw.
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ich bin zwar kein journalist, doch mache ich mal eure arbeit und sammle ein parr links welche ähnliche schlüsse schließen lassen.
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2.11.07
Tausende protestieren gegen Präsident Saakaschwili
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,514948,00.html
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9.11.07
Saakaschwili hat ausgespielt
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Georgien/proteste3.html
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die greorgienkrise hat letztendlich bewiesen das russland böse ist, sondern das die eu und usa in der hand von faschisten liegt, welche mit aller hand versuchen russland als feindbild darzustellen, damit wenn sie nen 3 wk anfangen auch schon einen sündenbock haben
Karl-Herman (05.09.2008, 23:06 Uhr)
Saakaschwilis Fall begann schon sehr früh
Georgien ist doch ein christliches Land, nicht wahr?
Hier ein sehr alter Spruch aus der Bibel:
http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~Hochmut kommt vor dem Fall&suchspalte[]=rart_ou
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