7. Januar 2008, 15:06 Uhr

Merz' Thesen-Hilfe

Wolfgang Gerhardts Thesenpapier "Für Freiheit und Fairness" hat für eine Menge Unruhe in der FDP gesorgt, galt es doch als Angriff auf Parteichef Guido Westerwelle. Nun kommt heraus: Gerhardt hatte offenbar Hilfe von einem Co-Autor, der kein Parteifreund ist.

Schwarz-gelbe Redenkoalition: Merz (l.) und Gerhardt haben gemeinsam an einer Anti-Westerwelle-Rede geschrieben©

Beim Verfassen seines umstrittenen Thesenpapiers "Für Freiheit und Fairness" hat der frühere FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt nach einem Zeitungsbericht Unterstützung aus der CDU gehabt. Der frühere Vorsitzende der Unionsfraktion, Friedrich Merz, habe ihm geholfen, das Papier zu verfassen, berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Montag) unter Berufung auf FDP-Kreise. Demnach gehen die wirtschaftspolitischen Abschnitte etwa zu "Wachstum und Arbeitsplätze" wesentlich auf den CDU-Politiker zurück.

Zusammenarbeit Ende November begonnen

Ende November hätten Merz und Gerhardt mit der gemeinsamen Arbeit an dem Papier begonnen, heißt es in dem Bericht. Später habe sich Merz allerdings aus bisher unbekannten Gründen aus dem Projekt zurückgezogen. Merz hatte nach der Bundestagswahl 2002 den Fraktionsvorsitz an die heutige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgeben müssen und war Ende 2004 auch als Vizefraktionschef zurückgetreten. Er sitzt noch im Bundestag will 2009 aber nicht wieder kandidieren.

Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Papier Gerhardts hatte in der FDP erheblich für Unruhe gesorgt. In ihm wird unter anderem kritisiert, dass die Partei ihr Potenzial nicht ausschöpfe. Der heutige Vorsitzende der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung plädierte zudem für ein nachhaltigeres Profil. "Man kann nicht als One-Man-Show kurz vor der Bundestagswahl Kaninchen aus dem Hut ziehen", sagte Gerhardt. Dies wurde als Kritik an Parteichef Guido Westerwelle verstanden. Dieser zeigte sich jedoch beim Dreikönigstreffen der Liberalen am Sonntag in Stuttgart versöhnlich und bekannte sich ausdrücklich dazu, dass die Partei kontrovers diskutiert.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Daneel (07.01.2008, 19:37 Uhr)
Wo ist März
Es ist wahrscheinlich übertrieben
zu sagen, dass Merz im Bundestag
sitzt. Vielleicht taucht er ab und
zu 'mal auf. Schließlich hat er
dagegen geklagt, dass das Mandat der
Mittelpunkt des Berufslebens eines
Abgeordneten sein muss.
inselkarl (07.01.2008, 17:45 Uhr)
Wirtschaftsliberale
Leider wurden mit der zunehmenden Sozialdemokratisierung der Union sowohl Wertkonservative, Nationalgesinnte als auch Wirtschfatsliberale au s dieser Partei gedrängt und heimatlos. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die FDP wenigstens um Merz bemüht und anscheinend gegenseitiges Verständnis vorhanden ist. Die anderen konservativen Wähler finden nicht mal in der hessischen CDU oder in der bayerischen CSU einen Anker, der ihnen in unserer linkslastigen Republik Hoffnung auf politisches Wiedererkennen gibt.
nightmare_online (07.01.2008, 16:52 Uhr)
Muahaha
na wenn das nicht der ultimative Beweis für den Zustand der FDP ist. Denn (zit.:)
"Demnach gehen die wirtschaftspolitischen Abschnitte etwa zu "Wachstum und Arbeitsplätze" wesentlich auf den CDU-Politiker zurück."
Herrlich! Ein Ghostwriter bei einem Positionspapier. Ich lach mich weg.
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