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24. Dezember 2009, 13:38 Uhr

Triumph für Obama

Es ist ein Meilenstein in der US-Geschichte: Der Senat hat Obamas Gesundheitsreform gebilligt. Bevor erstmals alle US-Bürger Zugang zu einer Krankenversicherung erhalten, warten aber weitere Hürden.

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Grund zur Freude für US-Präsident Barack Obama: Die Gesundheitsreform ist mit der Zustimmung des Senats einen großen Schritt näher gerückt© Jim Young/Reuters

Pünktlich zum Ende von Barack Obamas erstem Jahr im Weißen Haus hat der US-Senat die Gesundheitsreform des Präsidenten mit klarer Mehrheit verabschiedet. Damit ist das wichtigste innenpolitische Vorhaben seiner Amtszeit ein großes Stück weitergekommen. Allerdings stehen weitere schwere Verhandlungen bevor, denn das Gesetzeswerk muss in beiden Parlamentskammern noch in eine zweite Runde. Obama hofft aber, das Gesetz Ende Januar unterzeichnen zu können.

Obama nannte die Senatsentscheidung ein "historisches Votum". Es handele sich um das wichtigste Sozialgesetz seit vielen Jahrzehnten, sagte der Präsident kurz nach der Abstimmung. Jetzt könnten sich über 30 Millionen bisher unversicherter Amerikaner endlich eine Krankenversicherung leisten. Außerdem würden auf lange Sicht Kosten gespart. In der zweiten Parlamentsrunde komme es jetzt darauf an, das Gesetz endgültig über die Bühne zu bringen. "Es ist unsere Herausforderung, diese Arbeit zu Ende zu bringen", erklärte Obama.

Monatelanger, erbitterter Streit

Wichtigster Punkt des über 2000 Seiten langen Senatsentwurfs ist, dass rund 31 Millionen bisher unversicherte Amerikaner künftig eine Versicherung erhalten. Ausgeschlossen wären dann nur noch illegale Einwanderer. Wer sich keine Versicherung leisten kann, erhält Beihilfen. Außerdem dürfen Krankenkassen künftig keine Bezahlung verweigern, weil die Krankheit schon vor Vertragsbeginn bestanden hat.

60 demokratische Senatoren stimmten der Reform in einer Sondersitzung zu, 39 Republikaner votierten dagegen. Der Abstimmung am Heiligen Abend war ein monatelanger, erbitterter Streit vorausgegangen, in den auch die Gesundheitsindustrie und die privaten Krankenkassen mit Millionenbeträgen eingriffen. Die Republikaner hatten immer wieder versucht, die Verabschiedung durch Dauerreden (Filibuster) zu blockieren. Obama verschob seinen Weihnachtsurlaub, um im Notfall in letzter Minute persönlich eingreifen zu können.

Demokraten sprechen von historischem Durchbruch

Die Modernisierung des Gesundheitssystems - was weltweit als extrem teuer gilt - war das zentrale innenpolitische Wahlversprechen Obamas. Er betonte immer wieder, es gehe auch darum, das System langfristig kostengünstiger zu gestalten.

Die Demokraten sprechen von einem historischen Durchbruch. "Es geht um die Millionen Amerikaner, denen mit diesem Gesetz geholfen wird", sagte der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid. Eine solche Reform hätten sich bereits zahlreiche Präsidenten vergeblich gewünscht. Reid votierte bei der abschließenden Abstimmung versehentlich mit Nein, dürfe dies dann aber noch korrigieren. Die Republikaner warnen dagegen, die hohen Kosten von 871 Milliarden Dollar innerhalb von zehn Jahren würden die Staatsschulden weiter in die Höhe treiben. "Das Gesetz macht eine schlechte Lage nur noch schlimmer", kritisierte der republikanische Senator Charles Grassley. Zudem erhöhe die Reform den Einfluss des Staates auf den Alltag der Menschen.

Weitere schwierige Verhandlungen stehen bevor

Eigentlich wollte Obama das Gesetz bis Jahresende zur Unterschrift auf seinem Schreibtisch haben. Doch jetzt steht erneut eine schwierige Kompromisssuche bevor: Im neuen Jahr müssen der Senat und das Repräsentantenhaus, das bereist im November ein eigenes Reformwerk verabschiedet hatte, ihre jeweiligen Entwürfe angleichen. Danach müssen beide Parlamentskammern nochmals über die neue Vorlage abstimmen.

Streit dürfte es vor allem um die Frage einer staatlichen Krankenkasse geben. Ursprünglich hatte Obama die Einführung einer solchen öffentlichen Kasse mit Nachdruck verteidigt, damit die Privatkassen endlich Konkurrenz bekommen. Zwar stimmte das Repräsentantenhaus einer solchen staatlichen Alternative zu, im Senat konnte dies jedoch nicht durchgesetzt werden. Weiterer Streit droht um die Frage, ob Krankenkassen auch Abtreibungen bezahlen sollen.

DPA/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Johann58 (25.12.2009, 15:39 Uhr)
Ich stelle mal wieder fest,
dass hier wieder mit ungeheurer Sachkenntnis ueber etwas geurteilt wird wovon die meisten keine Ahnung haben. Es ist soe wie die Republikaner sich verhalten wird sind dagegen, wir machen es nieder nicht weil es nicht gut ist sondern weil es von Obama ist. Es ist mit Sicherheit nicht was Obama urspruenglich wollte. Ich halte es in grossen Teillen fuer einen faulen Kompromiss. Die sogenannte 'public option' ist weg was wirklich zu Wettbewerb gefuehrt haette und diese unseelige Abtreibungsdiskussion ist inhuman. Andererseits muessen die Krankenversicherungen nun Menschen versichern ohne sie wegen einer Vorerkrankung ablehiehnen zu duerfen. Zudem soll niemand glauben, dass in den USA wer keinen Krankenversicherung hat nicht behandelt wird. Da kommt der Staat immer dafuer auf. Nur nicht ueberall und nicht in jedem Krankenhaus. Man muss nur maldeutlich die Schilder in einer Notaufnahme lesen. Dazu entlastst jeder Dollar, der von jemandem in eine Krankenversicherung bezahlt wird den Steuerzahler. Dass nach wie vor viele Amerikaner gegen jegliche Reform des Gesundheitssystems sind liegt an dem Egoismus der menschen die sagen ich bin zufrieden und andere interessieren mich nicht. Die demokraten laempfen seit 60 Jahren fuer eine Gesundheitsreform der erste Schritt scheint getan.
laketahoe (25.12.2009, 10:40 Uhr)
Besser erst mal vor der eigenen Tür kehren...
Wie gut sich der nunmehr bei den Bemühungen herausgekommene Entwurf zu dem neuen Gesetz dann in der Praxis bewähren wird, steht noch nicht fest. Ein Erdrutscherfolg ist er aber auf jeden Fall, wenn man bedenkt, wie lange Amerika nun schon darum ringt, die medzinisch Unversorgten besser abzusichern.

Allen Deutschen, die hier ihrem Antiamerikanismus freien Lauf lassen und mit Schaum vor dem Mund Obama verunglimpfen wollen, empfehle ich, erst ,mal nachzudenken.

Auch ohne dieses Gesetz in Vorberereitung und mögliche positive Auswirkungren auf die Volksgesundheit und Lebenserwartung der Amerikaner nehmen die USA im Human Development Index 2009 mit Platz 13 einen wesentlich besseren Rang ein, als Deutscland mit seinem wahrlich beschämenden Rang 22.

Nur in einem Nabelschau-Ranking müssten wir eigentlich auf den ersten Platz abboniert sein....

Mann, oh Mann, wir bekleckern uns wahrlich nicht mit Ruhm, was unser teures und ineffizientes Gesundheitssystem anbelangt, bei dem auch viele durch den Rost fallen, obwohl niemand so viele Arztbesuche (17!!!!) pro Jahr auf die Waage bringt, wie wir.

Deutschland ist MIttelmaß!!

Immerhin 12 EU Länder sind im HDI vor Deutschland gereiht. Norwegen auf 1, Österreich auf 14, Frankreich auf 8 und so weiter.....

Träumt nur weiter......
Fakten (25.12.2009, 01:32 Uhr)
Die neue/alte US Reform heisst: alle Macht den Versicherungen.
Auch das 80 Millionen Menschen in den USA entweder nicht versichert sind oder unterversichert sind wird sich dadurch nicht aendern.
Man zwingt nun die Armen unter Strafandrohung Versicherungsschutz zu erwerben. Als Antwort haben die Versicherungen schon die Beitraege um 20% erhoeht.
Arbeitgeber in den USA die bereits KV mittragen werden nun die Gelegenheit wahrnehmen auch dieses Risiko zu privatisieren. 15000 US Dollar kostet ein halbwegs vernuenftiger Krankenschutz fuer eine 2 koepfige Familie und mit Kindern werden dann leicht 25.000 und mehr daraus.

Fuehrwahr eine tolle Loesung, derweil der O. J. Simpson im Weissen Haus die Haende nicht vom Bombenknopf lassen kann und heute in der heiligen Nacht einige Jemenitische Zivilisten ins Jenseits zwecks Friedensschaffung befoerderte.

Abstossend!
Zerberus (24.12.2009, 19:08 Uhr)
Nur ne Billion $ mehr ...
Die USA haben derzeit Offiziel eine Staatsverschuldung von ca. 12.250.000.000.000 $ (12,25 Billionen). Inoffiziell deutlich höher ...
Hinzu kommt, dass man die Kaufkraft reduziert und der Dollar beim kleinsten Fehler (und das könnte diese Reform sein) einen Kurseinbruch erlebt von dem er sich nie wieder erholt und der ihm als Leitwährung endgültig den Rest gibt.

Man kann diese Reform an sich ja gutheißen, aber jeder müsste zugeben, dass das nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Solche Reformen stehen nunmal in Zeiten des Überschusses und Aufschwungs an und nicht wenn der Staat ohnehin schon am Boden liegt.
Hinzu kommt, dass viele die Reform für Verfassungswidrig halten, könnte also mächtig peinlich werden ...

PS: Abtreibungen werden von den Krankenkassen nicht ünernommen werden, da es sonst keine Mehrheit im Senat gibt ...
Julian2225 (24.12.2009, 18:28 Uhr)
jaja, der gute Obama,
verkuendet Health care for everybody und trotzdem bleiben Menschen auf der Strecke. Wie das eigentlich???
Warum hat er eigentlich den Buergern und auch den Unternehmern nicht ENDLICH gestattet Versicherungen fuer sich selbst oder Arbeitnehmer abzuschliessen wo sie wollen und nicht dort wo es vorgeschrieben ist/wird?
Waere fuer alle Parteien preisguenstiger und der Service waere auch besser und wuerde mit der Zeit weiterhin verbessert. Aber die VersicherungsLobbies haben da wohl direkten access zum white house und behalten damit ihre Monopole von Staat zu Staat!!
Wer einmal, NUR einmal, in den USA krank wurde und nicht privat versichert war bzw. ist bzw. vorab cash zahlte, weiss wie der Service aussieht den Obama nun soooo hoch haengt! Das dies auch in D an die hohe Glocke gehaengt wird ohne eigentlich nachzuforschen liegt wohl daran das Obama ausserhalb der USA noch immer hoch angesehen ist, waehrend er innerhalb weiter an Beliebtheit verliert, auch durch diese "Reform"!

"ein ehemaliger Obama Supporter der nun erkannt hat das Herr Obama NUR das less evil ist!"

budbundy69 (24.12.2009, 17:24 Uhr)
Spritzen für Alte !
Wenn das Leben jetzt mit staatlicher Hilfe am Anfang abgetrieben werden kann, dann dürfte die linke Meinungsmache in Amerika und hierzulande nunmehr auch kein Problem mehr damit haben Alten und unheilbar Kranken die "Spritze" geben zu lassen.
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Schlachtet die Kranken,spart bei den Behinderten und verbietet die Krankheit, und das Ganze unter dem Deckmatel des "demokrtatischen Rucks" in Amerika. Mich würde interessieren ob Obama auch eine solche Behandlung bei seinen Töchtern resp. seiner Mutter guteissen würde.
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Aber nein, er ist ja jetzt was Besseres ! Yes he can, Yes he can kill us all
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