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Israelis und Palästinenser fordern Hilfe der UN

Seit Freitag flammt die Gewalt im Gazastreifen wieder auf. Mehrere Palästinenser wurden durch israelische Luftangriffe getötet, israelische Schulkinder bleiben zu Hause. Beide Seiten wollen, dass die UN eingreifen.

  Diese palästinensischen Kinder wurden bei israelischen Luftangriffen verletzt und werden in einem Krankenhaus in Beit Lahia medizinisch versorgt

Diese palästinensischen Kinder wurden bei israelischen Luftangriffen verletzt und werden in einem Krankenhaus in Beit Lahia medizinisch versorgt

Nach der jüngsten Gewaltwelle zwischen Israel und radikalen Palästinensern im Gazastreifen hat Israel den UN-Sicherheitsrat zum Handeln aufgerufen. Der Rat und die internationale Gemeinschaft müssten dafür sorgen, dass die anhaltenden Raketenangriffe auf israelische Zivilisten gestoppt würden, erklärte der stellvertretende israelische UN-Botschafter Chaim Waxman in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat. Gleichzeitig warnte er, Israel werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Bürger zu schützen". Auch die Palästinenser wandten sich an die UN, beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.

Dem israelischen Diplomaten zufolge feuerten radikale Palästinenser binnen 48 Stunden mehr als 150 Raketen auf israelisches Gebiet ab. Mindestens vier Grad-Raketen mit längerer Reichweite seien im Bereich der Städte Beerscheva und Aschkelon eingeschlagen, berichtete der israelische Rundfunk. Dabei wurde jedoch niemand verletzt. Am Sonntag war eine Rakete in einer Schule in Beerscheva eingeschlagen. Eine Frau erlitt Verletzungen. Auch am Montag blieben etwa 200.000 israelische Schulkinder im Umkreis des Gazastreifens zu Hause.

Bei israelischen Luftangriffen als Antwort auf den Raketenbeschuss wurden nach Angaben von Ärzten aus dem Gazastreifen am Wochenende mindestens 18 Palästinenser getötet, darunter am Sonntag ein zwölfjähriger Schüler und ein 60-jähriger Mann. Am Montag töteten die Israelis zwei palästinensische Extremisten, 25 Zivilisten wurden beim Beschuss eines Wohnhauses verletzt, wie aus Krankenhauskreisen verlautete. Insgesamt wurden seit Freitag 20 Palästinenser getötet und rund 70 verletzt.

Gewalt überschattet Treffen des Nahost-Quartetts

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte mit, er habe der Armee Anweisung erteilt, gegen alle vorzugehen, "die uns angreifen wollen". "Die Operationen in Gaza werden so lange wie nötig weitergehen", sagte Netanjahu laut dem öffentlichen Rundfunk bei einem Treffen mit 30 Bürgermeistern der von den palästinensischen Raketenangriffen betroffenen Orte in Südisrael. Er fuhr fort, ohne ein Ende der "iranischen Bedrohung" sei auch keine Lösung für die Raketenangriffe in Sicht. Näher äußerte sich Netanjahu dazu aber nicht.

Die neuen Auseinandersetzungen überschatten das für Montag in New York geplante Treffen des Nahost-Quartetts. An den ersten Beratungen seit sechs Monaten nehmen nach UN-Angaben auch US-Außenministerin Hillary Clinton, ihr russischer Kollege Sergej Lawrow und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil. Im Mittelpunkt der Beratungen sollte der festgefahrene Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern stehen.

Die schlimmste Welle der Gewalt seit einem halben Jahr war von der Tötung des Anführers der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee am Freitag ausgelöst worden. Nach israelischen Angaben soll er einen größeren Anschlag an der Grenze zu Ägypten geplant haben.

mlr/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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