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17. Juni 2010, 18:34 Uhr

EU macht Ergebnisse von "Banken-Stresstests" öffentlich

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse von sogenannten "Stresstests" will die EU das Vertrauen der Märkte in das europäische Bankensystem zurückgewinnen. Auch in Sachen Bankenabgabe sind sich die europäischen Staats- und Regierungschefs einig. Notfalls wollen sie eine solche Zahlung im Alleingang durchsetzen.

Bankenabgabe, Stresstest, EU-Gipfel, EU, Finanztransaktionssteuer

Antreten zum Gruppenbild: die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beim Gipfel in Brüssel© Julien Warnand/EPA/DPA

Die Europäische Union will bei der Bankenregulierung härter durchgreifen. Die Banken sollen zum einen durch Abgaben und Steuern an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden. Zum anderen beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs, die Ergebnisse von Stresstests der Großbanken Ende Juli zu veröffentlichen - und zwar einzeln. Trotz rechtlicher Hürden müssen auch die deutschen Banken wohl ihre Widerstandskraft gegen Schocks offenbaren. "Wir haben die Absicht, das zu veröffentlichen und werden Wege finden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag nach dem EU-Gipfel in Brüssel. Derzeit sei ein Maximum an Transparenz wichtig. "Wenn man etwas zu verbergen hätte, würde es so oder so rauskommen", sagte Merkel.

Spanien hatte den Stein zur Veröffentlichung einzelner Testergebnisse ins Rollen gebracht. Denn wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone kommen spanische Banken derzeit kaum an Kredite. Mit der Offenlegung soll die Unsicherheit an den Märkten bekämpft werden. Die deutschen Banken waren zunächst allesamt Sturm gelaufen gegen diese Idee. In Deutschland müssten die Banken einer Veröffentlichung zustimmen. Die Privatbanken gaben nun ihren Widerstand auf. Der Verband öffentlicher Banken (VÖB), der die von der Krise hart getroffenen Landesbanken vertritt, ist dagegen. Dies könne zu Fehleinschätzungen an den Märkten führen, sagte VÖB-Hauptgeschäftsführer Karl-Heinz Boos.

Institut für Institut

Die EU-Aufsichtsbehörden überprüfen derzeit so wie im vergangenen Jahr bereits 25 grenzüberschreitend tätige Großbanken in Europa darauf, ob sie außergewöhnliche externe Belastungen - etwa einen Einbruch der Konjunktur oder Turbulenzen an den Finanzmärkten - überstehen können. Im Herbst hatten die EU-Aufseher nur ein Gesamtergebnis präsentiert, denn gegen eine Bekanntgabe einzelner Resultate gab es große Bedenken. Doch da die Krise in der Euro-Zone auch neue Spekulationen über die Lage der Banken nährt, warfen die EU-Staaten ihre Vorbehalte über Bord. "Es gibt eine Entscheidung, dies in allen Ländern auszuführen, Institut für Institut", sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Die Einzelheiten sollen die EU-Finanzminister ausarbeiten.

Beifall für die Entscheidung kam von den Zentralbanken. "Ich freue mich darüber, weil es das ist, was wir für angemessen halten", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, in Brüssel. Auch Bundesbankpräsident Axel Weber sprach sich für eine "banken- und länderspezifische" Veröffentlichung aus. Der Bankensektor müsse außerdem breit abgedeckt werden. Für den Fall, dass Risikoszenarien einträten, würden womöglich weitere Finanzhilfen der Staaten für den Bankensektor notwendig. Dafür gibt es in Deutschland bereits den Bankenrettungsfonds SoFFin. Die EU-Staaten haben insgesamt 4,1 Billionen Euro zur Bankenrettung eingeplant. Davon wurden schon gut 1,2 Billionen Euro gewährt.

Ja zur Bankenabgabe

Für die horrenden Kosten der Krise sollen die Banken außerdem zur Kasse gebeten werden. Die EU will sich auf internationaler Ebene für eine Kombination von Abgaben und Steuern der Banken einsetzen, um die Branche an den Krisenkosten zu beteiligen. Unabhängig von einer ohnehin unwahrscheinlichen Einigung auf Ebene der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen die EU-Länder die Einführung dieses Systems in Europa in Betracht ziehen.

Der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, der Chef der Euro-Finanzministergruppe ist, sagte, eine Bankenabgabe werde zumindest in der Euro-Zone eingeführt, falls dies auf EU-Ebene nicht gelingen sollte. Auch Großbritannien, das einer zu starken Regulierung der Banken traditionell skeptisch gegenübersteht, hätte nichts gegen eine Bankenabgabe, solange sie national statt EU-weit ist.

Der Widerstand der Briten bremste jedoch die Ambitionen der Bundeskanzlerin und vieler anderer Länder bei einer Finanztransaktionssteuer. Die Einführung dieser Steuer auf alle Finanzmarktgeschäfte solle erforscht und entwickelt werden, hieß es dazu nur vage.

APN
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Papayu (19.06.2010, 03:49 Uhr)
Lady in Red tralala
War doch ne Riesenschnulze. Und wenn man auf das "Klassenfoto" schaut, sieht man in der letzten Reihe LiR. Da gehoert sie auch hin und bald gibt es nur noch die Schnulze. Hoffentlich, das waere gut, denn das mit dem Fussballweltmeister klappt nicht 0-1 verloren.
Ist wohl nicht das Beste aus deutschen Landen , wenns aus Bayern kommt.
Bavaricus (18.06.2010, 05:33 Uhr)
Während das Gros der deutschen Medien ? angeblich auf Wunsch von BK Merkel ? Süssholz raspelt und den Euro ?schönredet?, lässt EU-Boss Barroso endlich ?die Sau raus? ? spricht Tacheles : Barroso warnt vor Bürgerkrieg und R&uum
Bei einem Treffen sprach Barroso von einer »absehbaren Apokalypse«
in Europa, einem Abgleiten in den Bürgerkrieg u der Ablösg demokrat. Regiergn durch Diktaturen in der EU.

Barroso. hat bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern vor apokalypt. Zuständen in Europa gewarnt. Wenn die durch Rettgsschirme bereitgestellten Finanzmittel für bankrotte EU-Staaten nicht ausreichten
(was absehbar sei),
werde es schon bald Bürgerkriege u möglicherweise Militärputsche in der EU geben.

B. sagte vor den geschockten Gewerkschaftsführern, in Staaten wie Griechenld, Spanien, Portugal werde die Demokratie dann schnell der Vergangenheit angehören.
Die Diktatur werde zurückkehren. Es drohe in mehreren bankrotten EU-Staaten ein Militärputsch.
Auch die Gefahr von Bürgerkriegen in EU-Staaten werde dzt wahrscheinlicher,
weil die Kassen leer seien,
die BÜRGER IM SÜDEN
aber
ihre gewohnten sozialen Leistungen weiterhin einforderten!

Verf: Udo Ulfkotte
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/europaeische-union-warnt-jetzt-vor-buergerkrieg-und-der-rueckkehr-der-diktaturen-in-europa.html

Was sagt uns, das ...?
WOVOR WILL uns BARROSO,
ein Busenfreund des griech. Milliardärs Spiros Latsis
(der allein durch seine Griechenland-Anleihe-Spekulation angeblich ca. 2 Milliarden einstrich!)
WARNEN?

? Ihr DEUTSCHEN HALTS EUER MAUL UND ZAHLTS
künftig
EUREN
jährlichen
TRIBUT
(sprich: Ländertransfer/Länderfinanzausgleich)
NACH BRÜSSEL,
DAMIT DIE LAGE im Süden
NICHT ESKALIERT!?
http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2010/04/30/griechenland-reicher-grieche/so-profitiert-spiro-latsis-von-unserem-geld.html
Papayu (18.06.2010, 04:02 Uhr)
Eisene Lady war sie schon, doch
als sie die Oeffentlichkeit wahrnahm, hatte sie schon Rost angesetzt. Da die CDU keine
Kandidaten fuer das Kanzleramt mehr hatte und bis heute keine hat, wurde das kleinere Uebel gewaehlt mit Unterstuetzung des Fetten die Karotte .
Und nun sind nicht nur wir uebel dran, denn es gibt keinen evtl. Nachfolger. Guttenberg ist CSU und Blondy, bloss nicht.
Und jetzt will Karottenkopf dem Kavalier aus der Schweiz "Transparenz" aufzwingen.
Der lacht doch nur ueber so etwas. Die
Deutsche Bank wird als Klassenprimus dastehen in dieser Sache,denn der liebe Schweizer hat laengst seine "Schaefchen" ueber die Weide( sprich Deutsche Grenze) getrieben und die Landpommeranze hat ihm sogar indirekt oder direkt geholfen.Verzoegerungstaktik!!
Landpommeranze. Im 19. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhundert hatte das Buergertum , heutige Mittelklasse,in Hamburg mindestens 2 Hausangestellte, eine Koechin und ein Stubenmaedchen.
Beliebt waren die Bauernmaedchen aus Pommern
sie waren gutmuetig, fleissig und sparten fuer ihre Aussteuer.und meist pummelig.
Johann58 (18.06.2010, 00:35 Uhr)
Ich habe gerade Nachrichten gesehen
zu dem Thema ist mir nur eines aufgefallen, Frau Merkel spricht sich fuer eine Finanztransaktionssteuer aus. Gut dass ich im Internet mir das ein paar mal anhoeren konnte um es zu glauben. Als die bosen Sozis dies gefordert haben, hat sie noch Zeter und Mordio gerufen.
Corazito3333 (18.06.2010, 00:15 Uhr)
Das Volk wird beruhigt....
und sie machen weiter.....
Prologo (17.06.2010, 22:36 Uhr)
@eric 111, 19,46, Zustimmung, zu Ihrem Kommentar,....

.....denn die spanischen Banken sind ja Ultrakonservativ, und ein Bankangstellter oder auch Vorstand haben in Spanien einen so hohen Stellenwert, das sie Kundengeld wie ihr eigenes Geld verwalten.
Was man ja bie unseren Bänkern total vermisst, oder..?

Allein schon, wenn Sie eine spanische Bank betreten, zu mindest mir ging es so, kommt man sich beim betreten der Bank vor, als würde man gleich in den Tressor hinein schreiten.
Auch das sieht bei uns ganz anders aus, man kommt sich in der Bank vor, wie in einer Wechselstube an der Grenze.

MfG,
T.
.
SteinMain (17.06.2010, 22:16 Uhr)
Das will ich sehen,
das Mütchen der rosaroten FDJ-Hosenanzugsträgerin, sich an jemandem anderen kühlt, als an den ärmsten Schweinen, die der alte Genosse Stalin zu verteidigen pflegte.

EXHUMIERT STALIN !!!!!!!!
eric111 (17.06.2010, 19:46 Uhr)
spanische Banken
Es ist noch nicht lange her, da hat man in Deutschland und Europa milde über Spaniens "Bürokratiewut" gelächelt. Dem Bankwesen seien dort Fesseln angelegt, etc.

In Zeiten negativer Stimmungsmache, wo gerade deutsche Zeitungen seit Wochen eine Behauptung nach der anderen in den Raum stellen zahlt sich sowas dann doch wieder aus.

Während in Deutschland die Landesbanken, Commerzbank, Hypo Real Estate und Nordbank eigentlich dafür sorgen müssten, dass man gerade dort den Mund weniger voll nehmen sollte, wird stur gg. Spanien gelästert. Erst die Staatsverschuldung (die unter dem EU-Schnitt ist und weit unter dem Deutschlands), dann die Privatverschuldung (bei der hohe Sachwerte entgegenstehen, im Gegensatz zu Deutschland) und nun die Banken.

Welche Spanische Bank geht pleite? Nun? Keine! Es gibt Sparkassen, die aufgrund der mangelnden Kreditvergabe wenig Geschäftigkeit vorweisen und so unrentabel geworden sind. Dem steht jedoch eine ganze Reihe spanischer Großsparkassen gegenüber, die sich um deren kalte Fusion reißen, ohne dass der Steuerzahler, nicht mal in Spanien, dafür herhalten muss. Funktioniert eine Bank nicht, wird in Spanien sofort der Vorstand entlassen und die Banco de España übernimmt. Darüber hatte man ja in Mitteleuropa noch köstlich gelächelt, vor der Krise!

Nun ist es sogar so, dass spanische Banken bei den Stresstests als Klassenprimus abschneiden. Santander ist die solventeste Bank Europas! Da kommt keine deutsche Bank mit, nicht mal die Deutsche Bank. Und das, obwohl in Spanien lt. Bankgesetz die Geschäftspartner der spanischen Banken die Bonität einstufen. Nach deutschem Gesetz machen das die Banken für sich selbst. Somit ist in Spanien von Haus auf die Bonität auch aufgrund des hohen Eigenkapitals gesichert.

Würde eine Lehmann-Krise in Spanien herrschen hätte man dort 3x soviele Geldreserven zurückgehalten, wie im schlimmsten Fall der Fälle benötigt werden müsste.

Deshalb bin ich froh, dass Spanien endlich mal kontert und man EU-weit für Transparenz sorgt, auch wenn sich die deutschen Banken dagegenstemmten. Doch Verleumdungen sollte man nicht länger hinnehmen.
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