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4. Mai 2010, 06:42 Uhr

Schäuble will deutsche Banken ins Boot holen

Finanzminister Wolfgang Schäuble trifft sich heute mit Vertretern der deutschen Banken, um über eine Beteiligung am Griechenland-Hilfspaket zu sprechen. Die Griechen protestieren unterdessen gegen den harten Sparkurs ihrer Regierung weiter. Auch die Beamten wollen in den Ausstand treten.

Griechenland, Streik, Schäuble, Banken

Protestieren gegen den harten Sparkurs der griechischen Regierung: die Menschen in Athen© AFP

Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfes zur deutschen Griechenland-Hilfe gestern im Bundeskabinett gehen die Beratungen über das Rettungspaket heute in Berlin weiter. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommt mit Vertretern der deutschen Banken zusammen, um über deren Beteiligung an der Griechenland-Hilfe zu sprechen. An dem Gespräch nehmen unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Bundesbank-Präsident Axel Weber und der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, teil.

Offen ist, ob auch Versicherer und Industriekonzerne einen freiwilligen Beitrag leisten. Der Autobauer Daimler lehnte dies bereits ab. Nach Schäubles Worten ist diese Aktion nicht nur auf Deutschland begrenzt. Jeder Minister der Euro-Gruppe werbe dafür, dass sich die jeweiligen nationalen Finanzbranchen an der weiteren Finanzierung Griechenlands beteiligen.

Schäuble für "geordnete Insolvenz" von Staaten

Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland soll bis zum Jahr 2012 Kredite von bis zu 110 Milliarden Euro erhalten. Auf die Euro- Staaten sollen davon 80 Milliarden Euro entfallen, auf den Internationalen Währungsfonds (IWF) 30 Milliarden. Deutschlands Anteil am dreijährigen Rettungspaket beläuft sich auf bis zu 22,4 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr will sich Deutschland mit 8,4 Milliarden Euro beteiligen.

Finanzminister Schäuble fordert angesichts der Milliardenhilfen für Griechenland Konsequenzen für die EU-Staaten. "Wir müssen uns überlegen, wie im Extremfall Mitgliedsländer in die geordnete Insolvenz gehen können, ohne dass die Eurozone insgesamt gefährdet ist", sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Die EU-Arbeitsgruppe zur Zukunft des Stabilitätspaktes müsse "eine Art Insolvenzverfahren für Staaten" schaffen. Auch müsse es schärfere Sanktionsmechanismen geben. "Dazu gehört auch, dass Mitgliedsländer, die gegen Regeln verstoßen, für eine bestimmte Zeit keine Zahlungen aus dem Kohäsionfonds bekommen." Der vorübergehende Verzicht auf das Stimmrecht sei ebenfalls eine wirksame Maßnahme, sagte Schäuble.

Gesetz soll am Freitag beschlossen werden

Das deutsche Gesetz soll am Freitag von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Die Opposition zögert noch. SPD, Grüne und Linke fordern einen Bundestagsbeschluss aller Fraktionen mit einem Bekenntnis zu einer Euro-Reform und einer Finanzmarktsteuer. Die schwarz-gelbe Koalition kann im Bundestag aber auch allein mit der Regierungsmehrheit entscheiden. Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP stimmten dem Gesetz am Montag jeweils mit großer Mehrheit, aber auch einzelnen Nein-Stimmen und Enthaltungen zu.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte Entgegenkommen. "Dass wir mehr Finanzmarktregulierung brauchen, das ist unbestritten", sagte sie am Montagabend in der ARD. Es müsse auch Änderungen am EU-Vertragswerk geben, "dass man auch eine geordnete Insolvenz, wenn man so will, eines Staates haben kann, wo Gläubiger dann auch mit herbeigezogen würden". Das gebe es heute rechtlich für Banken nicht. Daran werde gerade gearbeitet. "Das heißt also, die Banken werden nicht ungeschoren davon kommen. Und bei den Spekulationen müssen wir auch noch Regelungen finden, die das eindämmen."

"Hilfe für Griechenland muss eine Ausnahme bleiben"

Sachsens CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich sprach sich für eine Transaktionssteuer aus. Dadurch würden Spekulationen erschwert und unattraktiver gemacht, sagte er dem Radiosender Hitradio RTL. Zugleich werde Geld in die öffentlichen Kassen gespült. "Es kann nicht sein, dass Banken, die Griechenland erst Geld zu spekulativen Zwecken zur Verfügung gestellt haben, dann gegen dieses Land spekulieren und bei der Rettung jetzt vielleicht auch noch Geld verdienen."

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) warnte davor, nach Griechenland weiteren Ländern Hilfen zu gewähren. "Die Finanzhilfe für Griechenland muss ein außerordentlicher Ausnahmefall bleiben. Es muss verhindert werden, dass sich die Währungsunion sukzessive in eine europäische Transferunion verwandelt", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Der CDU-Finanzexperte im Bundestag, Manfred Kolbe, bezeichnete das Rettungspaket für Griechenland wegen der Ausklammerung der Gläubiger im Banken- und Versicherungssektor für "nicht zustimmungsfähig". Er sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Die europäischen Steuerzahler zahlen die Zeche für die Profiteure, die jetzt mit ihren griechischen Staatsanleihen neun Prozent Zinsen kassieren." Bei jeder normalen Insolvenz müssten Gläubiger mindestens auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, "aber die Herren vom Finanzmarkt kommen ganz ungeschoren davon."

Am heutigen Nachmittag wollen die Fraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei über die Griechenland-Hilfe beraten. Sie wird vermutlich auch beim turnusmäßigen Treffen des Koalitionsausschusses am Vormittag eine Rolle spielen.

DPA/AFP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
Onzapintada (05.05.2010, 02:34 Uhr)
Griechenlandhilfe nur Fortsetzung der Bankenrettungs-Novela
Es geht um Europa, um Deutschland als ein Teil davon natuerlich auch, und darum, ob es in den naechsten Jahrzehnten weiter ein Europa in Frieden und Freiheit geben wird, oder ob wir nur noch für die Bankstersyndikate arbeiten und auf alles verzichten muessen, oder ob die deutsche Geldelite es gar schafft, die Europaeische Idee mit ihrer Ruecksichtslosigkeit und ihren Dumpingloehnen zu sprengen.

Im uebrigen, weiterer Irrtum Ihrerseits, fliessen die deutschen Steuergelder nicht an Griechenland, sondern an deutsche Bankstersyndikate, d.h. an die deutsche Oberschicht. Griechenland ist nur Verrechnungsstelle

Der deutsche Steuerzahler und Arbeiter zahlt jetzt schon zum dritten Mal: Zuerst mit den Lohnkuerzungen, die nach der Zerschlagung der DDR politisch moeglich wurden, dann für die Bankenrettung 2008/09, jetzt für die Bankenrettung 2010, die sich Griechenlandhilfe nennt. Ende nicht absehbar.

Brasilianische Telenovelas werden in Hunderten von Folgen ausgestrahlt. Es sieht so aus, als ob die deutschen Bankstersyndikate und deren Regierungslobby uns gerade die zweite Folge der Bankenrettungs-Novela praesentieren. Die Sendung soll weiterlaufen, solange die neoliberalen Parteien dran bleiben, und es hier noch irgendetwas zu holen gibt. Danach ist allerdings Schluss.
Onzapintada (05.05.2010, 02:31 Uhr)
@knilch plus @flugor: Schoen, wie sich hier zwei Neoliberale
die Baelle zuspielen. Einer davon ist angeblich sogar gegen die FDP. Wie beeindruckend!

@knilch: "Wenn ich ein Produkt kaufe, das ich nicht kapiere, ist NIE der Verkäufer schuld. Das gilt schon beim Girokonto, erst recht bei Zertifikaten!"

@Flugor: "Mit Schlagzeilen wie "Zocker müssen zahlen" kann man durchaus erreichen, dass sich ein Staat wie Griechenland nicht mehr am normalen Kapitalmarkt versorgen kann"

@knilch: "Etwas nicht können, kostet eben Geld - auch Oma! Es gehört in den Bereich Eigenverantwortung"

Und wer sind die Eigentuemer der Finanzkonzerne? Etwa auch alles Omis?

Werden Sie fuer Ihren Quark wenigstens bezahlt?
Onzapintada (05.05.2010, 02:18 Uhr)
Generalstreik - Liebe Eliten, wie schmeckt euch das?
Die griechischen Schulden und foreclosures (Zwangsversteigerungen von Häusern) und Obdachlosigkeit in den USA haben mehr mit Hartz-4 zu tun, als unsere Eliten zugeben wollen.

Die deutsche Elite hat der eigenen Bevoelkerung eine Niedriglohnpolitik verordnet und konkurriert mit diesen Dumpingloehnen die europaeischen und nordamerikanischen Handelspartner nieder.
Das hat nicht nur Auswirkungen im Inland: Die Kaufkraft der Buerger geht weiter zurueck, der Binnenmarkt schrumpft weiter, die deutsche Bevoelkerung befindet sich in einem Prozess der Verarmung. Armutsloehne, wer haette das gedacht, fuehren tatsaechlich zu Verarmung.
Sondern auch auf das Ausland: Riesige deutsche Handelsueberschuesse druecken die Euro-Handelspartner in die Verschuldung. Diese stehen vor der Wahl, entweder die Euro-Zone zu verlassen, oder ebenfalls bei sich die Loehne zu senken. Durch Rettungsaktionen, die letztlich wieder der deutschen Finanzelite als Glaeubiger zugute kommen, wird das Problem nur aufgeschoben.

Frueher oder spaeter werden die Ursachen fuer die Missverhaeltnisse bekannt werden, und die Deutschen werden sich bei den europaeischen Nachbarn unbeliebt machen. Das werden weniger die Finanz-Elite, als vielmehr die deutschen Buerger im Ausland spueren, die man dann dafuer verantlich machen wird, so etwas bei sich zu Hause zuzulassen.
Die Rettungsaktionen fuer Staaten und hauptsaechlich Banken werden von Mal zu Mal teurer, der deutsche Staat kuerzt bei Infrastruktur und erhoeht Abgaben, die Kaufkraft der Buerger sinkt weiter, ein langfristiger Abwaertstrend setzt ein.

Mit der jetzigen Rettungsaktion fuer Griechenland, an der die Bankster auch noch mal verdienen, ist kein einziges Ungleichgewicht behoben, kein einziges Problem geloest. Letztlich sitzen wir in Deutschland an der Quelle, den Bankstern den Hahn abzudrehen.

Wenn das System den Eliten um die Ohren flöge, wuerde uns das wenigstens vom Alpdruck der Finanzoligarchie befreien - im Grunde das Beste, was uns passieren koennte.

Und damit es eben nicht dazu kommt, sind die Passagiere der ersten Klasse der glorreichen Idee verfallen, ihre Verluste im Zwischendeck und im Maschinenraum einzusammeln. Der Verfall der Bundesrepublik als Wirtschaftsmacht ist in diesem Fall zwar programmiert, aber die erste Klasse hat sich ihre privilegierten Suiten gesichert. Und das ist für diese Leute entscheidend.
knilch_59 (05.05.2010, 00:03 Uhr)
@Flugor und @woris
@Flugor: Zunächst mal: es tut gut, sogar im Stern.de-Forum mal jemanden zu treffen, der seine Meinung auch begründen kann. Danke, das macht doch wieder etwas Mut.
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Aber entgegen Ihre Ansicht des drohenden Vertrauensverlustes steht, dass mit der vorgenommenen Griechenland-Rettung das Marktvertrauen in den nächsten 3 Jahren keine Rolle mehr spielt: Athen refinanziert sich nicht am Markt, sondern über IWF und EZB. Dann kann es egal sein, was die Zocker aktuell glauben wollen. Und, Fluch oder Segen: Nachtragend sind die Zocker nicht. Wenn in 3 Jahren die Rahmenbedingungen stimmen, ist das ein neues Spiel.
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Und wenn jemand der Meinung ist, seine Anleihe, wegen der niedrigeren Rendite, jetzt unter Pari verkaufen zu wollen, ist das nicht das Problem der Regierungen dieser Welt. Zu Kursen handeln machen die Zocker unter sich aus!
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@woris: Im Gegensatz bin ich nicht der Meinung, dass die Presse hier überreagiert hat, oder sogar die Finger von bestimmten Themen lassen sollte - im Gegenteil! Wer 30 Jahre nach Wallraf noch irgendwas von Springer kauft, hat es nicht besser verdient. Als echter liberaler (also FDP-Hasser) ist mir die Eigenverantwortung wichtig. Wenn wir als Bürger das nicht richtig gewichten können, wer denn dann?
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Ich verteufele Leute wie z.B. @woris nicht, aber Freiheit verstanden haben die eben nicht. Wer Meinungsfreiheit so definiert, dass es das Recht auf Unwissenheit mit dem Recht auch davor geschützt zu werden kombiniert, wird es nie kapieren. Wenn ich ein Produkt kaufe, das ich nicht kapiere, ist NIE der Verkäufer schuld. Das gilt schon beim Girokonto, erst recht bei Zertifikaten!
Flugor (04.05.2010, 23:16 Uhr)
@knilch_59 - Das Problem mit dem "Abschöpfen"...
...ist, dass der Markt solch etwas sofort umsetzen würde:

Bei einem Haircut würde die Anleiherendite _sofort_ auf den dies kompensierenden Wert steigen, d.h. Griechenland die Refinanzierung am Markt versagen.

Das Gleiche gilt für jede andere Regel: Die Kreditgeber sind nicht dumm, bestrafen einen "Regelverstoß" sogar mit Misstrauen, d.h. eine neu zu zeichnende Anleihe müsste wesentlich mehr Rendite liefern, als "rechnerisch" zu erwarten wäre.

Der Grund dahinter ist einfach Misstrauen: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht...

Kreditvergabe ist einfach Vertrauenssache. Wenn die Politik (oder die BILD als Lieferant für Stammtischgespräche) einen Vertrauensbruch vermarkten will, dann handelt der Markt ganz einfach.

Kein Vermögensverwalter will sich schließlich "nachher" vorwerfen lassen, nicht "vorher" auf "eindeutige Hinweise" reagiert zu haben.

Weil "alle" so handeln, führt dies zwangsläufig zu Übertreibungen.

Würde beispielsweise darüber "offiziell" diskutiert werden, dem Sparer nicht 100% seiner Sichteinlagen auszuzahlen (Giralgeld garantiert den 100%-igen Tausch in Zentralbankgeld, d.h. Banknoten&Münzen), dann würden "alle" Sparer versuchen, "vorab" ihr Geld von der Bank zu holen, was diese Bank zum Zwecke der Liquiditätsbeschaffung zwingen würde, ihre Assets (primär Staatsanleihen von Staaten hoher Bonität und Liquidität) zu verkaufen.

Dies birgt das hohe Risiko eines "Abverkaufs von Staatsanleihen", d.h. hohen Zinszahlungen bei einer der vielen regelmäßig nötigen Anschlussfinanzierungen, was letztendlich zum Staatsbankrott und dem Zusammenbruch der Zahlungssysteme führen würde, was theoretisch bis zum Zusammenbruch der Infrastruktur (Energie, Nahrungsmittel) führen kann und in der Vergangenheit auch dazu führte.

Diese Abläufe gab es unzählige Male in der Geschichte, d.h. man sollte sie wirklich möglichst vermeiden. Deshalb erfolgt quasi präventiv jene "Griechenrettung"...

Die Renditen für griechische Anleihen sind u.A. anfänglich auch deshalb angestiegen, weil griechische Sparer erfuhren, dass man Griechenland eventuell aus dem Euro werfen könnte und diese Leute durch das Abholen ihrer in Euro lautenden Spareinlagen griechische Banken zum Verkauf von griechischen Staatsanleihen gezwungen haben.

Warum? Ganz einfach: Eine "neue Drachme" wäre eine Weichwährung und dann macht es Sinn, einen "verhärteten Euro" in Safe zu haben...

Mir ist klar, dass sich Angst genauso wie Sex gut verkauft. Aber die Medien sollten von zwei Themen bei einer diesbezüglichen Vermarktung tunlichst die Finger lassen:

- Medizinische Aspekte ("Schweinegrippe")
- Gelddinge ("Angst ums Geld")

In beiden Themenbereichen können irrationale Handlungen für viele unvorstellbare Krisen auslösen.

woris (04.05.2010, 19:32 Uhr)
@knilch
Also ist der Umkehrschluß.Wer zu blöd ist die dubiosen Angebote der Banker zu durchschauen ist selber schuld.Hat ja jeder BWL studiert.Oma sowieso.Da ist doch mal die Frage erlaub:wo bleibt den die korrekte Beratung?Und hat das Produkt noch in 2 Jahren irgend einen vergleichbaren Wert.Die Bank hebt doch nicht nur mein Geld einfach so auf.Sie arbeitet doch damit.Gut oder schlecht kann ich nur erahnen.
knilch_59 (04.05.2010, 16:40 Uhr)
@woris: die Nachteile einer freien Gesellschaft
Wer keinen Führerschein und kein eigenes Auto hat, kommt eben nicht überall hin, oder muss viel Geld fürs Taxi ausgeben. Etwas nicht können, kostet eben Geld - auch Oma! Es gehört in den Bereich Eigenverantwortung, sich auch um sein Geld zu kümmern. Wer es einfach nur auf die Bank trägt, weil man sich nicht selbst kümmern möchte, hat doch den tollen Service, dass es dort für ihn aufgehoben wird. Warum also noch mehr verlangen, also Zinsen als eingebaute Automatik?
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Banken sind Dienstleister. Wenn ich mit 5 Euro ins Restaurant komme, werde ich keinen Hummer bekommen. Warum soll Oma für ihre 5.000 Euro first class beanspruchen können? Und wenn Oma 50.000 auf der Hohen Kante hat und immer noch aufs Sparbuch schwört, ist das selbst gewähltes Schicksal!
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Als Nächstes werde ich Beratungsdokumentation für Autoverkäufer fordern. Weil die ja nicht neutral beraten, sondern mir das Navi für 1.500 Euro mit angedreht haben, obwohl ich den Weg zur Arbeit ganz ohne finde. Und dann nehme ich den Hersteller in Regress.
knilch_59 (04.05.2010, 16:29 Uhr)
@Prologo und @Flugor
Ein Problem ist, dass man in einer Demokratie erfolgreich sein kann, indem man Probleme ignoriert oder sogar verleugnet. Man kann über Oscar Lafontaine sicherlich geteilter Meinung sein, aber der Bundestagswahlkampf 1990 stand unter dem Zeichen Kohl ?wir schaffen die Einheit ohne Steuererhöhung? und Lafo ?Diese Wiedervereinigung ist ökonomischer Wahnsinn?. Gewählt wurde nicht, wer Recht hatte, sondern wem mehr Menschen glauben WOLLTEN; entgegen aller Vernunft.
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Jenseits aller Ideologien und Grund-Wertebildern täte uns manchmal etwas mehr Logik gut zu Gesicht. Von daher ist es sicherlich richtig Griechenland nicht fallen zu lassen, aber in der polarisierenden Welt unserer Politik ist es auch falsch, die Sparguthaben um jeden Preis zu schützen, wie es Steinbrück und Merkel angefangen haben und es jetzt von Schwarz/Gelb fortgesetzt wird.
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Indem die Schulden auf neue Rechnung übertragen werden, weil Griechenland neues Geld erhält, um die alten Schulden zu begleichen, werden diejenigen aus der Verantwortung entlassen, die die Misere maßgeblich mitverschuldet haben: Nämlich die Sparer, deren Geld in den vergangenen 15 Jahren nach Griechenland geflossen ist. Ich kritisiere, dass die ihren vollen Profit einfahren dürfen! Dort wäre ein Abschöpfen wichtig, indem eben nicht 100% zuzüglich der Zinsen nach Hause gefahren werden dürften! Man muss ja keinen Haircut ansetzen, aber man könnte natürlich ab sofort entweder die Zinsen aussetzen, oder die Zinsen höher besteuern. Indem die laufenden Darlehen, also nicht die, die jetzt zur Umschuldung anstehen, mit in die Betrachtung genommen werden, könnte einerseits etwas Druck von den Griechen genommen werden und andererseits die Last, durchaus gerecht, auf die verteilt werden, die in der Vergangenheit schon profitiert haben.
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Griechenland hat angeblich 300 Mia Schulden, davon werden in den kommenden 3 Jahren ?nur? 110 Mia fällig, was ist mit den restlichen 190 Mia? Bei Reduktion der laufenden Zinslast um 2% ?spart? das ebenfalls jährlich 3,8 Mia Euro.
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Mich stört, dass diese Gedanken tabu sein sollen!
woris (04.05.2010, 16:12 Uhr)
Zins
Hier sind wohl auch "Traumrediten"für Omas Sparbuch noch in manchen Köpfen im Umlauf.Mehr als 1% bei der Stadtsparkasse gibt es nicht.Lebenversicher,z.B.Victoria unter 1%.
Das seit Jahren schon.Oma ist halt leider nicht im Internet.Mal schnell mal umschichten und so.Lebenversicherungen kann man nur noch Beitragsfreistellen.Sonst hat man nach 25 Jahren Laufzeit nur noch den Dreck unter den Nägel.Soweit zum Kleinsparer.
Servus.
Flugor (04.05.2010, 16:09 Uhr)
@Prologo: Der Schaden,
welcher durch solche Pressekampagnen ausgelöst wird, ist enorm:

Mit Schlagzeilen wie "Zocker müssen zahlen" kann man durchaus erreichen, dass sich ein Staat wie Griechenland nicht mehr am normalen Kapitalmarkt versorgen kann und deshalb halb Europa rotiert...

Klar, die bisherige griechische Regierung hat den Schaden mitverursacht, aber man darf auch nicht übersehen, dass auch die griechischen Gewerkschaften mit ihren Randaleaufrufen, sowie die griechische Bevölkerung mit ihren Generalstreiks eine deutliche Mitverantwortlichkeit besitzt.

Aussagen wie jene der BILD "Die Banken streichen die satten Zinsgewinne ein, z. T. weit über zehn Prozent." sind einfach falsch, denn der Zins ergibt sich aus den Kuponzahlungen, welche zwischen 3,6% und 7,5% liegen.

Eine "Rendite von 10%" ergäbe sich aus einem Mix aus Kursgewinn, Laufzeit und Kuponzahlung, sollte man die Anleihe jetzt und zu diesem Kurs kaufen.

Jeder Absolvent einer kaufmännischen Lehre sollte dies wissen.

Es lässt sich somit eindeutig belegen, dass die BILD mit Falschaussagen eine Kampagne treibt.
Und dies ist einfach widerwärtig.
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